Umgestimmt

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Noch eine Episode aus meiner Referendarzeit … letzte Stage am OLG … Fall hab ich vergessen … was mit Baurecht. Mein Ausbilder war Berichterstatter. Er hat sein Votum gepinselt und nobody seins. Dann hat der Senat vorberaten … ohne mich … mein Ausbilder kannte mein Votum, aber er war anderer Meinung und wurde dann vom Senat nochmal überstimmt … ganz anders und vor allem ganz anders als mein Urteilsentwurf. Und dann macht er … leider habe ich seinen Namen vergessen … einen irren Vorschlag … wie er mir später verraten hat. Er sagt: Mein Referendar hat eine ganz andere und sehr interessante Lösung und der Senatsvorsitzende will sie hören. Ausbilder lässt mich rufen und ich muss ohne Vorbereitung meine Lösung vortragen. Und was soll ich sagen: 3:0 wurde sie von „meinem Senat“ für das Urteil übernommen. Wie viele Referendare können von sich behaupten, einen gestandenen und ausgewachsenen OLG-Senat überzeugt zu haben?

Danke, Frau Fischbach!

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Warum ich so froh über die Aktenböcke bin … weil genau so einer in meinem Ar­beitszimmer im heutigen OLG am Reichensperger Platz stand

als dort noch das AG war und ich in der Stage. War natürlich nicht mein Zim­mer, sondern das von Frau Fischbach, meiner Ausbilderin, Richterin am AG. Ein toller Mensch und eine erstklassige Richterin … Abt. 111 … ihr habe ich so viel zu verdanken und so viel von ihr gelernt. Morgens haben wir zusammen Sitzung ge­macht, dann die Verhandlungen durchgesprochen und sie hat dann die Akten geteilt: eine Hälfte für nobody und die andere hat sie nach Hause genommen und ich hatte den Aktenbock für mich allein. Am nächsten Morgen haben wir wech­sel­seitig die Voten durchgelesen … sie hat meine korrigiert und ich durfte an ih­ren rumkritteln … irre, was … auf Augenhöhe. Danke, Frau Fischbach!

Aktenbock

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Weil Scheffe wie ein Wahnsinniger diktiert, hat er mal so was wie einen Ak­ten­bock erstanden … aber nie zusammengebaut. Das hat dann nobody über­nom­men. Aber das Ding wackelt wie ein Lämmerschwanz. Also hab ich Scheffe angeboten, bei eBay einen zu ersteigern und heute Vormittag auf den hier zu bieten be­gon­nen.

Aber mein Mitbieter hat ein höheres Höchstgebot vorgegeben. Dann soll er sich den Aktenbock in den Arsch schieben.

Wer so’n ähnliches Ding hat, der kann sich ja bei mir melden.

Rauswurf rechtens

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Das VG Sigmaringen hat den Rauswurf der vier Soldaten aus Pfullendorf abge­seg­net (Süddeutsche) und das ist gut so.

    Bei der Verhandlung beschäftigten sich die Richter mit den umstrittenen Ri­tualen und nächtlichen Übungen der einstigen Soldaten, die zu ihrem Raus­wurf geführt hatten. Dazu wurden auch Videos der Vorfälle vorgespielt. Nach früheren Angaben der Soldaten zeigen sie das Üben einer Gefangennahme. Das ist zu sehen: Ein Mann wird von mehreren Soldaten aus dem Bett ge­ris­sen, mit Sack über dem Kopf und Händen auf dem Rücken wird er abgeführt – dann endet das Video.
    Ein anderer Film zeigt, wie ein Soldat in Tarn­grün gekleidet und mit ABC-Mas­ke im Gesicht zwei zivil gekleidete und auf Stühle gefesselte Männer in der Dusche abspritzt. Dabei ist der Ruf „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) zu hö­ren. Der Richter sagte, es mache für ihn nicht den Eindruck, als ob Soldaten das Verhal­ten im Fall ihrer eigenen Gefangennahme übten. Vielmehr fühle er sich an Berichte aus Abu Ghreib erinnert. In dem Gefängnis im Irak waren Gefangene gefoltert worden.
    Den Soldaten wurde außer den umstrittenen Übungen auch die Teilnahme an Aufnahmeritualen vorgeworfen, wobei die „Opfer“ nach Angaben der Soldaten zugestimmt haben sollen. Das spiele aber keine Rolle, sagte der Richter. Viel­mehr gehe es darum, ob es sich um Fehlverhalten nach Soldatengesetz hand­le. Eine Verletzung der Menschenwürde etwa könne eine „schuldhafte Dienst­pflichtverletzung“ der zwei Zeitsoldaten darstellen, die zur Entlassung führen kann. (n-tv)

Und den Generalmajor Walter Spindler sollte Uschi von den Leichen auch gleich wippen, aber das lohnt nicht mehr, denn nächsten Monat isser eh raus. Dessen Kameradschaftsgedusel geht vielleicht noch bis Hauptmann oder Major, aber nicht höher.

Was ist los in der Truppe? Wer unbedingt seine vom Primat der Politik ab­wei­chende Meinung öffentlich breittreten will, soll den Dienst quittieren. So wie Heinz Karst. Seinetwegen wollte ich mal Berufssoldat werden 😯

Mit den Doofen is Jott

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Hier hat es geplästert und gehagelt, aber frag mich nicht nach Sonnenschein. Feu­erwehr und THW jagen von See zu See … der Kreisel Mühlenweg ist komplett ab­gesoffen und alle Schwerlaster, auch über 7,5 t, müssen durch die für sie an­sich gesperrten Kölner und Bonner Straße.

Ich hab nur gehofft, dass ich die Dachluke meiner Kemenate nach dem Mittag­es­sen geschlossen habe … eben kontrollieren gefahren und schon vor dem Haus sehe ich: sperrangelweit auf.

Schlimmes ahnend erklimme ich das Dachgeschoss und … oh Wunder! Der Wind stand wohl so, dass kein Tröpfchen durch das Dachfenster ins Innere gelangt ist. Nur unter dem Küchenfenster isses bisserl feucht und da hat es ein Thymian-Pflänzchen von der Fensterbank geweht. Halbe Stunde und die Kemenate ist wie­der auf Hochglanz.

Interessenkollision

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Cem Özdemir soll mal sinngemäß gesagt haben, dass es erst dann Gleich­be­rechtigung gäbe, wenn eine (Ex)Sexarbeiterin* in den Bundestag gewählt wird, und sie ihre Identität nicht davor die ganze Zeit verheimlichen musste (zitiert nach Voice4Sexworkers). Der Meinung bin ich auch und es ist nix Ehrenrühriges als Prostituierte zu arbeiten, oder gearbeitet zu haben, wenn ich auch nicht un­bedingt der Meinung bin, dass die Dame danach Familienministerin werden sollte.

Aber um ihre Qualität, Befähigung für dieses oder eben nicht jenes Amt ein­schätzen zu können, ist es für jedermann von Bedeutung um diese Vergan­gen­heit zu wissen.

Katz und Maus“ würde ich immer noch lieben, aber ich hätte es mit anderen Augen gelesen, wenn ich gewusst hätte, dass Grass in der Waffen-SS war.

Und vielleicht wäre ein Nazi-Marinerichter nicht Ministerpräsident geworden, wenn man schon damals gewusst hätte, dass er durch Eigeninitiative noch kurz vor der Kapitulation ein Todesurteil vollstrecken ließ.

Iris Dworeck-Danielowski ist ein anderes Kaliber, aber auch sie hat gezielt eine Nebentätig­keit verheimlicht, über die ich hier nicht mehr berichten darf, weil es mir das unzuständige LG Düsseldorf ver­boten hat und die Höckerwälte mich nun mit Ordnungshaft­anträgen langweilen. Das isse nicht wert, sie, über die der FOCUS schreibt:

    Ist es ein „Sexskandal“, wenn eine NRW-Landtagskandidatin (Listenplatz 10) einmal als Prostituierte gearbeitet hat? Correctiv-Chefredakteur David Schra­ven witterte eine große Geschichte, als er nur wenige Tage vor der NRW-Wahl „enthüllte“, dass AfD-Kandidatin Iris Dworeck-Danielowski vor ihrem Engagement für die Partei käufliche Liebe anbot.
    Der Shitstorm folgte prompt, Schraven ruderte zurück. Und die AfD? Die darf sich plötzlich – vollkommen unverschuldet – modern fühlen.

Mal guggen, ob ich wegen des Zitats wieder von den Henkern von Meinungs­frei­heit und Berichterstattung gehöckert werden.

Ich darf auch nicht darüber berichten, dass der ehemalige Vorstand der AfD Köln mittels zweier offener Briefe sich an das Zwangs-Outing durch Correctiv drange­han­gen hat mit voller Namensnennung und dem „Hobby“ der jetzigen Spre­che­rin des Petitionsausschusses des Landtags NRW.

Aber ich darf vielleicht noch meine Bedenken gegen eine aus meiner Sicht be­ste­hen­de Interessenkollission anmelden:

Ein Höckeranwalt vertritt das ehemalige AfD-Vorstandsmitglied Dr. Waniczek, der sich gleich zweimal mit Offenem Brief gegen Iris Dworeck-Danielowski aus­ge­sprochen hat, die nun auch im Vorstand der AfD Köln sitzt, während Dr. Wa­ni­czek aus Protest zurückgetreten ist. Dieser Anwalt vertritt auch Iris Doppel-D gegen nobody … also

  • Dworeck-Danielowski vs. Cimala und
  • Waniczek gegen Cimala.

Müsste es nicht auch ein Verfahren Dworeck-Danielowski ./. Waniczek geben und wenn nicht, ist der Grund dafür Interessenkollision?

Geisteskranker Giftzwerg

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Der Sejm hat gestern heftig über die Abschaffung der Gewaltenteilung gestritten … die PiSser nennen es Justizreform. Heute ab 9 Uhr soll die Debatte fortgesetzt werden, u.a. über den Änderungsvorschlag, dass nicht der Justizminister, son­dern der Präsident par ordre du mufti bestimmt, wie Gerichte zu entscheiden ha­ben … na dann!?

Als einer von der Opposition gegen das Gesetz mit einem Zitat von Lech Kacz­yński stänkerte, stürmte dessen Zwilling ans Mikrophon und beschuldigte die Opposition: „Wischen Sie sich nicht Ihre Verrätermäuler am Namen meines in heiliger Erinnerung bleibenden Bruders ab … Sie haben ihn zerstört, ermordet. Sie sind Schurken“. Hier die Szene bei der Wyborcza.

Ich dachte immer, Putin wars, der die Maschine abgeschossen hat oder so … aber stimmt ja, Donald Tusk war auch daran beteiligt (MDR) und der ist ja auch Opposition, wenn auch nicht in Warschau, sondern Brüssel.

Dieser geisteskranke Giftzwerg wird Polen noch ins Verderben stürzen.

Duda, der gestern noch die Blockade der „Justizreform“ angekündigt hatte, zeigte sich heute schon sehr erfreut, dass er der Herr der Justiz werden soll.

Downdating

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Halb vier. Seit zwei Stunden ist die Nacht vorbei. Nach dem ersten Peebreak hab ich’s noch eine halbe Stunde versucht. Nix bei rumgekommen als ein zerwühl­tes Laken. „Zig Dinge kann ich mir vorstellen, die mehr Spaß machen als mit ir­gend­welchen Herren die Laken zu zerwühlen“, schreibt Lucy Fricke in der ZEIT in „Zum Amüsieren fehlt mir die Lust“.

So ist das immer, wenn ich nachts nicht mehr schlafen kann. Ich lese jeden Quatsch und das ist gut so, denn dabei findet das Schwein manchmal Perlen.

Lucy Fricke spricht mir aus der Seele … falls nobody eine haben sollte. Und ich hab viel gelernt. Downdating z.B. Nie zuvor gehört. Lucy erklärt es so:

    Mit Menschen ins Bett gehen, die sozial und intellektuell unter einem stehen (aber geil aussehen!).

Scheint ein weibliches Problem zu sein … vielleicht auch ein männliches, aber nicht meins. Zum einen date ich nicht, jedenfalls nicht so, wie von Lucy be­schrie­ben:

    Also verschont mich mit diesem Dating-Quatsch. All die Fotos, die ganzen Nachrichten, die man sich hin und her schicken muss, und am Ende soll man sich auch noch treffen, mit einem Fremden …

Ich kann mit diesem ganzen Scheiß nix anfangen und das ständige Rumge­wi­sche auf den smarten Phones geht mir auf die Eier. Ich steh lieber beim Wolle an der Kasse, schau mir das Mädel an, entdecke ihre Hände, halte die fest, wäh­rend ich ihr den Schein in selbige drücke und sage: „Sie haben wunderschöne Hände“ … und das kommt an, weil es ehrlich ist und auch so verstanden wird.

Über die intellektuelle Leistungsfähigkeit der schönen Hände mache ich mir da­bei keinen Kopp. Das ist dann auch kein Downdating … dafür war ich selbst zu weit down. Und da unten, dort wo es tiefer nicht geht, da sieht man die Men­schen aus einer anderen Perspektive … alle, nicht nur die Mädels.

Demisexuell, das ist auch so ein Wort, das ich heute von Lucy gelernt habe. Sie definiert:

    Wer demisexuell ist, fühlt sich nur zu Menschen sexuell hingezogen, zu denen er eine starke emotionale Bindung aufgebaut hat.

Ja, ich glaub, das bin ich, allerdings mit dem Problem, dass mir das drei Mal am Tag passieren kann 😛 Nun bin ich leergevögelt, geht es mir wie Lucy:

    Ich interessiere mich nur nicht so sehr fürs Ficken. Manchmal passiert es aus Versehen, im Rausch. Ich kann mir Lust antrinken, allerdings nur für den ers­ten Moment. Im Schlafzimmer angekommen, werde ich schlagartig nüchtern. Die Nacktheit ist mir plötzlich unangenehm, den Sex empfinde ich als albern, beängstigend oder abstoßend.

Lucy ist meine Schwester im Geiste. Ich bin sicher, auch an ihr was Schönes zu entdecken. Vielleicht besuche ich sie … sie hat mich eingeladen:

    Ich möchte all diese Freaks einladen, denen Sex noch etwas bedeutet. All diese Verrückten, die noch an die Liebe glauben, all die Verlorenen, die nicht bei Tinder&Co. sind. Die ganzen Irren, die sich Nähe wünschen, die Träumer, die denken, der Sex könnte so schön sein, wenn wir uns wirklich mögen wür­den, alle sollen kommen.


Stop In The Name Of Love – The Supremes introduced by Dusty ❤ ❤ … 4 Uhr 50 … noch eine Stunde bis Wecken … aber die ersten Vögel sind grad wach ge­worden.