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Der STERN macht es ganz und fast richtig, wenn er subsumiert, warum die Sea Watch 3 Italien anlaufen durfte und nicht Rich­tung der näher gelegenen Küsten von Li­by­en und Tunesien tuckern musste. Denn im Prinzip war in Italien der näch­ste sichere Hafen im Sinne des Seerechts. Aber dabei wird was vergessen.

Aus dem SRÜ 1994 (PDF) ergibt sich kei­ne Pflicht des angesteuerten Landes, das ret­tende Schiff auch anlanden zu lassen. Das ist alles schon vor einem Jahr im Zu­sam­men­hang mit der Aquarius durch­gekaut worden (LTO).

Das weiß auch Carola Rackete. Deshalb die Story mit der Selbstmordgefahr an Bord, was zum gewohnheitsrechtlichen Nothafenrecht führen könnte.

Zu dieser Gefahr ist es aber doch erst ge­kommen, weil die SW3 zuvor 17 Tage vor Italien rumgeeiert ist, zu einem Zeitpunkt, als bekannt war, dass sie dort nicht anle­gen darf, also es kein „Hafen“ mehr war, also auch sein sicherer Hafen.

Das steht nicht im Widerspruch zu dem Umstand, dass Italien zuvor schon 13 der ursprünglich 53 aus dem Mittelmeer Ge­fischten aufs Festland hat übersetzen las­sen, denn grundsätzlich darf das SRÜ-Land auf dem Meer Hilfe leisten, muss das Schiff nicht vorher anlegen las­sen.

In diesen zwei Wochen hätte Carola auch einen anderen Hafen ansteuern kön­nen, sogar Hamburg erreichen können. Oder Amsterdam, denn dort hätte sie auf jeden Fall anlegen dürfen, weil die SW3 unter holländischer Flagge läuft.

Für mich hat das Ganze das Geschmäckle eines Machtkampfes, ein Ritt auf Prin­zi­pi­en zulasten der Menschen an Bord.