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Am vergangenen Mittwoch haben sie ei­nen Rentner aus seiner Wohnung befreit, gegenüber aus der Nr. 1. Ich hab das nicht mitbekommen, weil ich im Kabuff war. 8 Ta­ge lang lag er tot in seiner Wohnung. Kei­ner hat sich gekümmert und das ist kein anonymes Hochhaus … sechs Par­teien wohnten da … jetzt noch fünf. Erst als der Verwesungsgeruch nicht mehr aus­zuhalten war, haben seine „Nach­barn“ die Feuerwehr gerufen.

Ich kannte den alten Mann kaum … man hat sich ab und an getroffen … Tach … und ein paar belanglose Worte, das war’s. Ein soziales Leben hatte er wohl nicht mehr und war auch nicht sehr umgänglich. Er ging viel spazieren, oft rund um die Wiese am Kabuff, wo ich ihn in Zigarettenpausen manchmal getroffen habe und wieder: Tach … das war’s.

So könnte es mir auch ergehen, obwohl ich noch Außenweltkontakte habe, aber kei­nen, der mich täglich vermissen würde.

Als Referendar in der StA-Stage habe ich eine Woche freiwillig Nachtschicht auf Streife im PP-Köln gemacht. Da gab es fast täglich die aufgeblähten Leichen, ver­gessen in ihrer Wohnung. Hatte nach der ersten immer Menthol-Creme in der Täsch … Menschen können stinken, aber Tote ma­chen das bestialisch. Dass man auch in so einem kleinen Kaff wie Wesseling so lange still vor sich hinstinken kann, ohne dass es jemandem auffällt, hätte ich nicht gedacht.

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