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Heute kommt eine Bedarfsgemeinschaft mit drei Kindern innen Kabuff, weil das Job-Center die Nebenkosten-Nachzahlung nicht übernehmen will, mit der Be­grün­dung, dass der Nachzahlungsbetrag von den Hartz-IV-Leistungen bereits ge­deckt sei.

Das stimmt, aber nur, wenn die NK-Vor­aus­zahlungen der Mieter noch dem ent­spre­chen würden, was seinerzeit galt, als das Job-Center die Übernahme der Mietkosten erklärt hat.

Die NK-Vorauszahlungen haben sich aber geändert. Der Vermieter hat nämlich auf kalten Weg eine Mieterhöhung den Mie­tern abgeluchst und das ging so:

Nach einem Jahr Mietverhältnis kriegen die Mieter ihr drittes Kind und Vermieter sagt, dass er nun die Miete erhöhen müs­se. Sei aber nicht schlimm, weil er um den entsprechenden Betrag die NK-Vor­aus­zah­lungen ermäßigen wird.

Ist natürlich Bullshit. Die Miete durfte noch nicht erhöht werden, weder wegen Zeitab­laufs, noch wegen des Babys und natürlich rächt sich die geringere NK-Nachzahlung dann bei der Jahresabrechnung. Aber die Menschen sind von schlichtem Gemüt :mrgreen: und eine Anfechtung der ergaunerten Mieterhöhung war nicht mehr möglich.

Das Job-Center muss natürlich in dem Fall die Nachzahlung übernehmen, weil nach der sogenannten Produkttheorie im kon­kre­ten Fall die Summe von (er­höh­ter) Kalt­miete und tatsächlich angefallenen Ne­ben­kosten den Prüfwert immer noch um 200 Euro unterschreitet. Das Paar hat nämlich Anspruch auf eine 30 qm größere Woh­nung … aber man kann es ja mal ver­su­chen.

nobody versteht ja, dass mit Sozial­leis­tun­gen sparsam umzugehen ist, aber da gibt es Fälle, um die sich diese Korinthen­kacker vorher kümmern sollten.