Schlagwörter

, , ,

Der aktuelle VW-Boss Diess will ja bis September 2015 nix vom VW-Die­sel­be­trug gewusst ha­ben. Dass das nicht stimmen kann, zeichnet sich schon länger ab. So soll der alte Boss Winterkorn den Neuen nach seiner ersten Vor­stands­sit­zung beiseite genommen und das Problem angesprochen haben. Der in den USA einsitzende VW-Manager Oliver Schmidt hat in einer FBI-Verneh­mung aus­ge­sagt, er habe Diess be­reits am 25. August 2015 ein­ge­weiht.

Und nun kommt Hanno J., von dem gestern die BLÖD am Sonntag berichtet, dass er mit VW einen geheimen Vertrag geschlossen hat, der ihm, obwohl ge­feu­ert, monatlich 14.600 Euro plus einen jährlichen Bonus von 279.000 Euro bringt. Wozu? Na, wahr­scheinlich soll er die Klappe halten, was bislang auch gut gefunzt hat. Jeden­falls hat er nicht verraten, wer im Vorstand von VW in den Die­sel­betrug eingeweiht war.

Bis jetzt … aber jetzt schreibt BamS:

    In einem ausführlichen Schriftsatz seines Anwalts an die Staatsanwaltschaft Braunschweig heißt es, dass J. nach seiner Erinnerung am 22. Juli 2015, also acht Wochen vor Bekanntwerden des Skandals, Diess über die Schum­mel-Soft­ware informiert hat. Dabei habe Diess den Eindruck gemacht, dass er das Pro­blem bereits in Grund­zügen kenne und nun Details hören wolle.
    Diess war wenige Wochen zuvor von BMW zu VW gewechselt. Bei dem Ge­spräch mit J. habe Diess dann gesagt, dass bei BMW so etwas nicht gemacht worden sei. Weiter heißt es in dem Anwalts­schreiben: J. hätte ihm darauf­hin vor­ge­halten, dass es bei BMW die soge­nannte 14/15-V-Funktion gegeben ha­be. Diese sei aber im Unterschied zu VW recht­lich zuläs­sig, soll Diess ent­geg­net haben.
    Aus dem Unternehmen heißt es zur Aussage von J. lediglich, dass Diess am 22. Juli 2015 auf Dienst­reise in China war.

Und wer ist dieser Hanno J.? Über den schreibt die Wirtschaftswoche am 26. Ok­to­ber 2015:

    Hanno Jelden, der bislang Leiter der Antriebs­technologie war. Der Top-Ma­na­ger musste seinen Schreibtisch offenbar schon räu­men. Jelden stehe unter Verdacht, die Motor-Soft­­ware so umprogrammiert zu haben, dass die vor­ge­schrie­be­nen Grenzwerte auf dem Prüf­stand einge­halten wer­den konnten. Bei der internen Befragung habe Jelden zudem auch nicht verraten, wer in der Vor­stands­etage von den Mani­pulationen gewusst habe.

Den muss sich nobody als Zeugen merken, obwohl … bisher flutschen die Klagen ge­gen VW ohne Beweisaufnahme durch, nicht nur in Kölle.

Dazu ein lapidarer Satz aus einem Urteil des LG Frankenthal vom 23.04.2018, Az. 8 O 151/17:

    Dass die entsprechenden Mitarbeiter in den benann­ten Positionen und Funktionen keine Kennt­nisse hatten, ist weder vorge­tragen noch ersicht­lich und zudem – vor­sichtig formuliert – nach allgemeiner Lebenserfahrung zumindest nicht sehr naheliegend.

So issses … den VW-Anwälten fällt nix ein, was die Wis­sens­zu­rechnung auch nur ansatzweise erschüttern könnte.­