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Im Vergleich zu anderen Großstädten im Schland sind die Mieten in Kölle fast noch proletarisch. Für Studenten ändert sich das aber grade durch einen smar­ten Trick … zu smar­ten Mieten.

Hab ich in der Mittagspause im KStA entdeckt. Am alten Großmarkt sind gestern die Studis in ihre z.B 18 qm großen Smartments gezogen, für die sie 490 Euro zah­len. Das wären dann 27,22 Euro/qm 😯

Tja, sagt der Vermieter, ist ja pauschal, also inklusive Heiz- und Nebenkosten und außerdem möbliert. Allein für Heiz- und Nebenkosten müssten 150 Euro ab­ge­zogen werden. Dann sind es nur noch 18,89 pro qm … möbliert.

Die wollen mich wohl verarschen. 150 Tacken Nebenkosten mtl. auf 18 qm ver­bra­ten, wie soll das denn gehen.

Und dann die Möblierung … ist ja alles neu und vom Feinsten, nix Ikea.

Naja … wichtiger war wohl Folgendes:

Anders als in Hamburg und Berlin gibt es in Kölle noch keine Rechtssprechung zu Ver­gleichs­mieten bei möblierten Studentenzimmern. Teils wird an­genommen, dass für die Möblierierung 2 Euro pro qm draufgerechnet werden können, an­de­re nehmen einen festen Prozentsatz.

Rechnet man 2,50/qm für die Möblierung, sind es immer noch 16,39/qm.

Um auf eine Miete innerhalb der Mietpreisbremsbreite zu kommen, müssten auf die Möblierung 48% entfallen … danach sieht mir das nicht aus. Wenn man dann noch die irre Nebenkostenpauschale mit dem über­höhten Anteil dazu rechnet, dann sind wir bei einem Aufschlag von über 50% … Kölle is Weltmeister.

Ja dürfen die das denn? Na dann mosern sie mal. Der KStA schreibt:

    Betrieben wird die Immobilie von der gemeinnützigen Stiftung FDS, die nach eige­nen Angaben den Zweck verfolgt, bezahlbaren Wohnraum für Stu­die­rende in Deutsch­land zu schaffen. Die Stiftung gehört wie der Pro­jekt­ent­wickler zu einer Unternehmens­gruppe unter dem Dach der eben­falls gemein­nützigen Moses-Mendelssohn-Stiftung. Ei­gen­tümer der Studenten­apartments ist aber ein institutioneller Anleger, an den die GBI das fertige Gebäude ver­äußert hat. Die Erträge dienen den Zwecken der Stiftung: Konferenzen, For­schung und Publikationen. Das Gebäude in Raderberg ist das zweite in Köln, in dem die FDS unter dem Markennamen Smartments Wohnungen an Stu­den­ten vermietet, bundesweit sind das 17.

Auf die Konstruktion muss ein krankes Juristenhirn erstmal kommen:

§ 549 Abs. 2 Ziffer 3 BGB Auf Wohnraummietverhältnisse anwendbare Vorschriften

    Die Vorschriften über die Miethöhe bei Mietbeginn in Gebieten mit an­ge­spann­ten Wohnungsmärkten (§§ 556d bis 556g), über die Mieterhöhung (§§ 557 bis 561) und über den Mieterschutz bei Been­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses sowie bei der Begründung von Wohnungseigentum (§ 568 Abs. 2, §§ 573, 573a, 573d Abs. 1, §§ 574 bis 575, 575a Abs. 1 und §§ 577, 577a) gelten nicht für Mietverhältnisse über …
    Wohnraum, den eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder ein an­er­kannter privater Träger der Wohlfahrtspflege angemie­tet hat, um ihn Per­sonen mit dringendem Wohnungs­bedarf zu über­lassen, wenn sie den Mie­ter bei Vertrags­schluss auf die Zweck­bestimmung des Wohnraums und die Ausnahme von den genannten Vorschriften hingewiesen hat …

Und vielleicht gilt sogar noch Abs. 3 … „Studentenwohnheim“. Die haben mit dem smarten Trick fast alle Sozialklauseln des Mietrechts ausgebremst 😎