Schlagwörter

, ,

Gerichte gab es in Kölle auch schon vor Napoleon, aber die Preußen hatten da­mit ein Problem, weil dort Rheinisches Recht gesprochen wurde und nicht All­ge­mei­nes Preußisches Landrecht … ist übrigens heute noch so 😛 was kümmert uns das BGB :mrgreen:

Darum freuten sich die Kölschen auch tierisch, als der Napoleon in die Stadt ein­zog und aus Köln das Arrondissement de Cologne im Kanton Köln im Dé­parte­ment de la Roer wurde.

Da kam neuer Zoch in den Laden … jawoll, auch der Karneval einwickelte sich in der Zick. Kölle bekam eine organisierte Müllabfuhr 😎 und wurde dafür durch­num­meriert und so bekam die Welt endlich

4711 😯 das Aqua mirabilis. Seit dem stink et nur noch hallef esu vill.

Alles wurde schwer französisch … auch die Sprache. Davon jibbet hück noch vill im Kölschen: Mach m’r jo kin fiese matente = visite ma tente, mir sagen Porte­mon­naie, Chaiselong und Plumeau „aus der Lameng“ (la main) … todschick (tout chic), gelle?

Justiz und Verwaltung wurde als Zeichen der Gewaltenteilung auch räumlich ge­trennt. Die Anklagebehörde zog z.B. in die Rue de l’Écrevisse, später Krebs­gas­se, wo sich auch zu meiner Zeit ein Teil der StA die Zeit vertrieb, allerdings in einem anderen Haus, denn in der Ecke war nun nach Adolfs Endsieg end­gül­tig alles im Arsch.

In der Trankgasse 9 (heute das Deichmannhaus gegenüber dem Dom und neben dem Hotel Ernst), die zur „rue des Francs“ wurde und wo vormals Fürst Franz Jo­seph zu Hohenlohe-Schillings­fürst residierte, wurde das Handelsgericht pro­vi­so­risch einge­richtet. So sah das 100 Jahre später aus:

Das zuständige Berufungsgericht war übrigens in Lüttich … heute Belgien, da­mals Rhein­pro­vinz, so wie auch „mein“ Wetzlar zur Rheinprovinz gehörte. Al­ler­dings un­ter­stand das dortige Stadtgericht den Koblenzern.

Als die Preußen die Franzacken aus Cologne vertrieben hatten, ist das Handels­ge­richt in das Dom­probsteigebäude umgezogen und dann war auch Schluss mit lustig und dem Code Civil, den der Kölner Gelehrte Heinrich Gottfried Wilhelm Daniels gerade so mühsam ins Kölsche übersetzt hatte 😦 Und es wurde mit dem Bau des Justizgebäudes am Appellhofplatz begonnen.

So, das war wieder bisserl unnützes Wissen aus der Rubrik: Was der Mensch nicht braucht.