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Fast erschien mir der Artikel, mit dem die FAZ die Situation in Ehrenfeld be­schreibt, zu dramatisch. Natürlich sind die darin zu Wort kommenden Pro­ta­go­nisten ent­täuscht. Fritz Schramma, der Alt-OB, der sich so für die Moschee eingesetzt hat, und vor allem auch Josef Wirges, seit 21 Jahren Bezirks­bür­ger­meis­ter von Ehrenfeld, wurden zur Feier mehr aus- als eingeladen. Sie sind wie OBin Reker Landespapa Laschet erst gar nicht gekommen, um diesem un­wür­di­gen Spektakel des Türkismus nicht noch mehr poli­ti­sche Stem­pel auf­zu­drücken.

Die Venloer ist voll … rot … „Erdogan, Erdogan“, „Türkei, Türkei“, wohin man guckt und hört.

Aydan, 29, in Köln geboren, mit großer türkischer Flagge: „Der Präsident hat die Türkei groß gemacht. Das ist etwas, worauf man stolz sein kann.“

„Wenn Ihr uns nicht wollt, dann wenden wir uns eben dahin, wo man uns will – das scheint der Grundsatz der Erdoğan-Anhänger in Deutschland zu sein“, fasst die Süddeutsche das Ergebnis der gescheiterten Integration zusammen. Aber wes­sen Schuld ist das? Ein Problem hat immer viele Väter.

    In einer Umfrage des NDR sagten etwa die Hälfte der Türkischstämmigen in Deutschland, der Umgang zwischen Deutschen und Deutschtürken habe sich in den vergangenen Jahren verschlech­tert. Eine Studie des Essener Zentrums für Türkei­studien zeigte, dass immer mehr Türkei­stämmige in Deutschland, näm­lich etwa die Hälfte, aus­schließlich die Türkei als ihre Heimat sehen. Die­ser Wert ist seit 2011 gestiegen. Jeder zweite Türkeistämmige nehme die tür­ki­sche Regierung und Migranten­organisa­tionen als Interes­senver­treter wahr, sagten die Stu­dien­leiter damals.

Schön, aber ich wiederhole: Wes­sen Schuld ist das?

    Viele Deutsche haben tatsächlich ein beschränktes Bild von gelunge­ner In­te­gra­tion. Sie können sich vielleicht einigen auf den türkischstämmigen Fuß­ball­kum­pel, der wie alle anderen sein Bier trinkt und beim Grillfest nicht auf Ha­lal-Würstchen besteht. Bei der Erzieherin mit Kopftuch wird es schon schwie­ri­ger: Kann die gut integriert sein?

Aha, also „unsere“ Schuld!

„Gleich kommt unser Anführer“ zitierte die WELT die Fanatisierten … inzwischen korrigiert auf „Wir sind das Militär, gleich kommt unser Führer“.

Nein daran sind „wir“ nicht schuld und nobody ist auch nicht enttäuscht. Auch ich war immer für den Moscheebau, aber ich wusste auch, dass das so kommen wür­de. Konnte gar nicht anders sein, wenn man nicht aus den Augen verloren hat, dass die DiTiB über die Diyanet direkt RTE untersteht.

Woran wir aber schuld sind ist, dass wir uns die Falschen ins Land geholt haben. Damals im Wirtschaftswunderland waren Türken nicht alternativlos.

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