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Heute war nobodys Berufungsverhandlung vor der 5. Kleinen des LG Kölle und die hat Spaß gemacht. Die Vorsitzende hatte nur mich auf die Rolle gesetzt, sich al­so den gan­zen Vormittag Zeit genommen und sich gedul­dig zutexten lassen. Nur zweimal isse mir ins Wort gefal­len.

Anders die Frau OStA, mit der ich mir ein Schrei-Duett geliefert habe … eine knap­pe Minute haben wir gleichzeitig mit wachsender Begeisterung und Laut­stär­ke auf­einander los geredet, bis ich gesagt habe: Wir können zusammen sin­gen … weiter kam ich nicht, denn sie fiel mir wieder ins Wort und antwor­tete: Wol­len wir aber nicht 😛 Da hab ich aufge­geben :mrgreen:

Zu über 80% waren wir uns einig: Das mit dem Bul­lenschwein war Scheiße, Scheiß­mann war grenz­wertig und im übrigen war das Urteil der Freiin falsch.

Ich krieg meine „EDV-Anlage“ und verzichte auf Entschädigung. Un­tech­nisch gesprochen gibt es für die 5 Taten drei­mal Frei­spruch und zweimal Einstellung gegen Auflage.

Eine Einstellung betrifft den Bundespolizisten aus Claußnitz, denn hier klaff­te ein Loch in der Akte, wie es nobody formuliert hat. Das Ding war nicht auser­mittelt und der Bundes­polizist hätte zur nächsten Sitzung aus Chemnitz anreisen müs­sen.

OK, hab ich mir gesagt, das ödet mich an … Lappen drum.

Es wurde viel gelacht, aber auch auf hohem Niveau juristisch gestritten. In der Sitzungs­pause kam dann Frau OStA zu mir rüber und da hab ich erst gesehen, wie hübsch sie ist. Sie saß ja für mich immer im Gegenlicht und ich ziehe immer die Brille aus, wenn ich ins Gefecht ziehe … und wenn es nur ein verbales ist. Je­den­falls han isch ihr jesaht, sie soll es nicht persönlich nehmen, wenn ich mich wie ein Ochsen­frosch auf­blase.

Eines hat es Frau OStA besonders angetan: § 6 WBO … den kannte sie vorher nicht … klar, Mädel und jung und nicht beim Barras.

§ 6 WBO enthält eine besondere Zulässigkeitsvoraussetzung für die Beschwerde eines Soldaten gegen einen Vorgesetzten: Der Beschwerte muss eine Nacht über sein Ungemach schlafen oder nachdenken. Rennt er am glei­chen Tag zum WBO-Beauftragten des Bataillons, dann ist die Beschwer­de unzu­lässig.

nobody war als junger Lolly bei der 133 für die Beschwerden zuständig und zu­gleich Verteidiger in Wehrdisziplinarsachen … auffem Papier … tätig werden muss­te ich nie. Al­so nix mit „Eine Frage der Ehre

Jedenfalls meinte Frau OStA, als ich ihr das mit der Nacht drüber schla­fen er­klärt habe, eine gute Auflage für den Übeltäter nobody sei, dass ich mir ans Lap­top einen Zettel kleben muss, auf dem steht: „§ 6 WBO!“ 😎

Die Vorsitzende meinte, das sei wohl nicht zu überprüfen. Anyway: ich muss nun für den Scheißmann und das Bullenschwein Sozialdienst leisten … entweder in der Kita Regenbogen vor meiner Haus­tür, oder bei der Wesselinger Tafel aus­hel­fen oder eine Art Rechtskunde im hiesigen Job Center verun­stalten … alles mei­ne Vorschläge, weil das, was die Gerichtshilfe Brühl mal in Sachen Dauer­que­ru­lant vorgeschlagen hatte, sämtlichst fürn Arsch war.

Zum Schluss noch der einschlägige Text von § 6 WBO:

    Die Beschwerde darf frühestens nach Ablauf einer Nacht und muss inner­halb eines Monats eingelegt werden, nachdem der Beschwerdeführer von dem Be­schwer­deanlass Kenntnis erhalten hat.
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