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Wie kriegt man Ostfriesen zum Bellen. Man ruft: Freibier! und schon schallt es von über­all her: Wo, wo, wo?

Und so haben über die Jahre alle ihr Fett wech bekommen, die Muffländer, die Bazis, die Rheinländer, die Pütter … ich lästere ja heute noch über Scheffe :mrgreen: … usw. … und nun sind eben die Sacksen dran, als Stellvertreter für alle Ossis. Und sie haben es sich ja redlich verdient 😛

Ich kann nur für nobody sprechen: Ich bin froh über die Wiedervereinigung. Dass auch nach bald 28 Jahren noch nicht alles rund läuft, ist klar und für Probs braucht es immer zwei: einen, der sie macht und einen, der darunter leidet 😛

Die Ossis haben nunmal eine ganz andere Geschichte in ihren Genen, auch wenn sie erst nach dem Mauerfall geboren wurden.

Das einzige, was sie von den aktuellen Asültanten unterscheidet ist, dass sie 1990 ein Stück Land mitgebracht haben. Integration braucht Zeit … aber nicht zu viel, sonst kann es passieren, dass die Faulgase aus dem Sacksensumpf den Rest vom Schland auch noch verpesten.

Mit dem ausgeprägten Nationalismus vor allem in Sacksen können Wessis, die Europa von der Pike auf gelernt haben, nix anfangen.

Da ich nur für mich sprechen kann, will ich auch ein persönliche Eindrücke ein­fließen lassen.

Ich war als Besserwessi schon in der Wendezeit, vor der offiziellen Wieder­ver­ei­ni­gung in Sacksen, um Firmen, Immobilien etc. für West-Investoren abzu­grei­fen. Da ist viel schief gelaufen, wurden eine Menge Menschen verarscht.

Mein früherer Kanzleikollege, der leider viel zu früh verstorbene Arni, der ist erst zur Treuhand gegangen und hat sich danach in Dresden als Anwalt nieder­ge­las­sen. Dem hat es da gefallen … als Rheinländer … OK, seine Vorfahren kamen von driiben.

Mir hat es in Sacksen auch gefallen, aber als mich das Amtsgericht Aua zur Ver­urteilung einge­laden hat, da habe ich die ganze Arroganz und Ignoranz die­ser Grenz­bevölkerung gespürt … zu spüren bekommen. Da sitzte da als gelernter West-Jurist, dem das Rechtssystem vom Schland in über 30 Be­rufs­jahren in Fleisch und Blut über­gegangen ist, und dann kommen da so zwei umgeschulte DDR-Juristen … einer spielt Richter, der andere Staatsanwalt und erzählen dir was vom Pferd.

OK, auf meiner Suche nach Ärger mit Nazis bin ich auch vom AG Brühl mit ziem­lich kruder Begründung verurteilt worden, aber da war immerhin Respekt vor mei­nem ein bisserl über der Richterschaft angesiedelten Examen und der Be­rufs­er­fah­rung zu spüren. In Aua war das eher ein Manko.

Zum Glück war der Vorsitzende der Berufungskammer in Chemnitz ein Schwabe … Freispruch. Über die Kotten beim OLG Dresden kann ich nix sagen, aber die gegnerische Revision ist immerhin abgeschmiert worden.

Was ich damit sagen will: Kommt mal runter von euer Palme. Man kann auch nach 28 Jahren noch was lernen. Ich bin über 60 und lerne jeden Tag was Neu­es, lass mich gerne überzeugen … mit Argumenten, nicht mit Lügenkresse und Merkelmusswech-Geschrei.

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