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Das stabile Genie twittert, dass der

Nazi back to Germany ist. Es geht um Jakiw Palij, einen HiWi im Lager Trawniki. Was Jakiw Palij, außer zur Wachmannschaft zu gehören, genau gemacht hat, ist unbekannt, aber ab Herbst 1943 gehörte Trawniki zum KZ Majdanek und am 3. No­vem­ber 1943 kam es in Trawniki (außerhalb der Vergasungen) zu „one of the largest single massacres of the Holocaust“ (DoJ). Etwa um die Zeit, wahr­schein­lich etwas später, wurde Jakiw Palij an die Front verlegt. Wenn er am 3. No­vem­ber noch im Lager gewesen sein sollte, dann ist die Wahrscheinlich­keit hoch, dass er an der Er­schießung der 6000 Juden beteiligt war.

Aber ist er wirklich back, zurück in Schland?

Dazu hätte er ja mal zunächst da sein müssen.

Jakiw Palij wurde in Polen geboren (heute gehört sein Geburtsort zur Ukraine).

Die Gegend um Lublin, wo er sein kriminelles Wirken entfaltet haben könnte, war nie toitsches Staatsgebiet, nur von Hitler-Schland besetzt.

Nach dem Krieg hat er jedenfalls die polnische Staatsangehörigkeit gehabt.

Seine spätere amerikanische Staatsangehörigkeit wurde ihm wieder entzogen, weil er im Einbürgerungsantrag falsche Angaben gemacht hat.

Also mit Schland hat der Fall Jakiw Palij eigentlich fast nix zu tun. Tatort und Nationalität weisen auf Polen als zuständigen Gerichtsort hin, aber die Polen wollten ihn nicht.

In Schland wird Jakiw Palij keinen gesetzlichen Richter finden.

So sehr ich dafür bin, die Nazi-Schergen auch wenn sie 100 sind vor Gericht zu stellen (Jakiw Palij ist 95), es muss dabei verfassungsmäßig zugehen. Und noch ist kein konkreter Tatvorwurf bekannt. Augenzeugen gibt es nicht mehr.

Nach heutiger Erkenntnis müsste Jakiw Palij freigesprochen werden, so wie sein damaliger Chef, 1976 vom LG Hamburg.

Die toitsche Rechtsprechung hat sich inzwischen im Sinne von Fritz Bauer ge­än­dert. Heute könnte – egal was Palij in Trawniki gemacht hat, wenn es nicht bloß Unkraut jäten außerhalb des Zauns war – seine tätige Anwesenheit im Lager für eine Verurteilung reichen. Aber den Aufschrei will ich nicht hören, wenn er frei­ge­spro­chen würde.

Ähnlich ist es mit einer Einstellung wegen Unzuständigkeit.

Ausweg: Die StA muss den Fall (und Jakiw Palij) tot ermitteln … kann ja nicht so lange dauern :mrgreen:

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