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UPDATE: Nu weiß es auch das Handelsblatt. Der erste VW-Zeuge wurde ge­feu­ert. Die verstehen sich beliebt zu machen in Wolfsburg :mrgreen: Nee, was könnte in dem Kündigungsschutzprozess all Interessantes rauskommen. Das weiß na­tür­lich auch die VW-Rechtsabteilung, aber der Vorstand ist schon seit Jahren be­ra­tungs­resistent.

    Aber was ist das schon gegen das Schicksal von Oliver Schmidt? Der Mit­ar­bei­ter aus dem mittleren Management, der wegen seiner Beteiligung an dem Dieselskandal in den USA eine Gefängnisstrafe von sieben Jahren absitzen muss …

… ist im aktuellen SPIEGEL auf Seite 53 zu lesen.

Das passt gut zur Kündigung, die mindestens einem halben Dutzend VW-lern aus dem mittleren Management droht … teils fristlos und nach nobodys wie üblich gut kreisenden Informanten in einem Fall bereits ausgesprochen.

Es trifft die, die es gewagt haben, vor der Staatsanwaltschaft, auch in den USA, auszusagen, den Betrug aufzudecken.

Die Dieselaffäre ist längst ein DIESsel-Skandal, denn inzwischen besteht kaum noch ein vernünftiger Zweifel daran, dass Herbert Diess, der heutige Kon­zern­boss, unmittelbar nach seinem Wechsel von BMW zu VW von Winterkorn per­sön­lich eingeweiht wurde.

Nicht nur den toitschen Autokäufer lässt das kalt. Das Geschäft brummt, nicht nur bei VW, sondern auch bei Mercedes, wo nun allein in Schland 280.000 Diesel vor allem mit dem Motor OM 642 zurückgerufen werden müssen, um die illegale Abschaltautomatik zu entfernen.

Was Benz von VW unterscheidet, ist die bisherige Kooperationsbereitschaft und dass die Ermitt­lungen der StA noch nicht so weit sind, dass man Daimler analog VW aus § 826 BGB einen Strick drehen könnte.

Zurzeit stünde eine Klage gegen MB gestützt auf sittenwidrige Schädigung auf tönernen Füssen … anders als bei VW … und trotzdem tickt die Verjährungsuhr bereits seit spätestens 2016, wird also 2019 ablaufen.

Wie VW tickt, zeigt folgender Fall aus dem Leben. Den Anfang wird mancher kosmologeleier schon kennen … den hab ich in Scheiß Deal beschrieben.

Auf den detailliert begründeten und berechneten und belegten Ver­gleichs­vor­schlag hat VW gar nicht reagiert. Das LG Köln hat nicht nur das Problem der Vielfahrerin verstanden, sondern auch den Braten ge­rochen: Die wollen Frau XY verladen … sie gewinnt den Prozess, bekommt aber als Vielfahrerin nix mehr für ihren Skoda und muss ihn trotzdem an die Dieselbetrüger zurückgeben.

Also versuchen die Kölner zu helfen und bieten an, ohne mündliche Verhandlung im schriftlichen Verfahren zu entscheiden, damit es schneller geht und die Kun­din wenigstens noch bisserl was bekommt.

VW widerspricht, weil sie wissen, dass sie verlieren.

LG Köln quetscht noch schnell irgendwo einen Termin dazwischen.

VW-Anwälte beantragen Vertagung, weil sie so viele Termine haben … dabei kom­men die nie selbst, sondern schicken Korrespondenzanwälte.

Neuer Termin im November 2018 … dann ist der Skoda noch ein paar Hundert Eu­ro wert nach BGH-Formel.

Und die Dieselbetrüger werden trotzdem Berufung einlegen, obwohl sie vor dem OLG Köln immer verlieren bzw. nach Hinweis die Berufung zurücknehmen, ein­fach um Zeit zu schinden und den Skoda auf 0 zu prozessieren.

OK, nun kommt der Gag: Diese Woche versuchen es die Diesel-Clowns mit dem gleichen Trick, diesmal für Audi.

Nochmal lässt sich nobody nicht verarschen.

Ich hoffe inständig, dass der gesamte alte und neue Vorstand einfährt. Dann kön­nen sie im Knast über Ethik im Kapitalismus nachdenken.

Derweil legt das OVG Münster Betrugsdiesel zulasten der Halter im Eilverfahren still … aber das ist ein anderes, ein neues Thema, zu dem nobody noch senfen wird.