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Der EuGH hat nun mit Urteil vom 7. Auhust 2018 auch den dritten Fall des Bil­der­klaus entschieden (Az. C‑161/17).

Anders als das Linking und Framing eines urheberrechtlich geschützten Werkes ist das Kopieren desselben ohne Einwilligung des Urhebers unzulässig.

Das Urteil ist gut und richtig und führt die EuGH-Rechtsprechung zu Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29 (PDF) konsequent weiter.

Der EuGH knüpft an seine Urteile zum Linking und Framing an und wiederholt, dass der Begriff „öffentliche Wiedergabe“ in Art. 3 Abs. 1 zwei kumulative Tat­be­standsmerkmale vereint, nämlich eine „Handlung der Wiedergabe“ eines Werks und dessen „öffentliche“ Wiedergabe.

„Handlung der Wiedergabe“ ist einfach und wird immer vorliegen, auch beim Linking und Framing, wobei, wenn man es praktische betrachtet, zwischen Link­ing und Framing kaum ein Unterschied vorliegt, bei WordPress sogar 0 Un­ter­schied.

Wenn ich z.B. in den Text einen Link zu einem Image mit Endung .jpg einfüge, dann framed WP das Bild von selbst.

In beiden Fällen des Linking und Framing liegt in der Regel keine (erneute) „öf­fentliche Wiedergabe“ vor, wenn die Datei/das Mediu mit gleicher Technik und für das gleiche Publikum zugänglich gemacht wird, wobei gleiches Publikum das Internet ist, denn sofern und soweit das Werk auf der Webseite, auf dem es erstveröffentlicht wurde, frei zugänglich ist, ist nach EuGH davon auszugehen, dass die Inhaber des Urheberrechts, als sie die Wiedergabe erlaubt haben, an die Gesamtheit aller Internetnutzer als Publikum gedacht haben.

Anders beim Kopieren, bei dem die Einstellung eines Werks auf eine andere Website zu einer neuen, von der ursprünglich genehmigten Wiedergabe un­ab­hängigen Wiedergabe führt.

Infolge dieses Einstellens könnte das betreffende Werk auf der letztgenannten Website weiterhin zugänglich sein, un­ab­hängig von der vorherigen Zustimmung des Urhebers und unbeschadet jeder Handlung, mit der der Rechteinhaber be­schlösse, sein Werk auf der Website, auf der es ursprünglich mit seiner Ge­neh­mi­gung wiedergegeben worden ist, nicht mehr wiederzugeben.