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Man tut Claudia Roth sicher nicht Unrecht, wenn man sie als größten Fan der Tür­kei im Bundestag bezeichnet. Ihr besoffener Börek-Auftritt ist legendär. Nun aber wacht die Roth langsam auf. Ein paar Zitate aus einem Interview mit der Rhei­ni­schen Post:

    Eine Gruppe pöbelte mich heftig auf Türkisch an. Mein aus dem Iran stam­men­der Büroleiter hat übersetzt. Dass ich verschwinden soll, war noch der harmloseste Ausruf …
    Sie nennen sich „Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit“ [BIG] und sind in Wirklichkeit der verlängerte Arm Erdogans in Deutschland. In Niedersachsen und im Kölner Rat sind sie politisch bereits in Mandaten. Sie stehen für den na­tio­nalistisch-religiösen, konservativen Teil der türkischstämmigen Wäh­ler­schaft. In Solingen haben sie die Gedenkfeier für parteipolitische Zwecke in­stru­mentalisiert, haben ausgegrenzt, was ich unerträglich finde. Und auch im Internet hetzen sie die türkischstämmige Community gegen die vermeintliche ,Medien-und Politikelite’ in Deutschland auf …
    … Bei der Gedenkfeier in Solingen haben die BIG-Anhänger die erste Reihe der Kirche besetzt. Draußen auf der Straße haben sie demonstrativ nur tür­ki­sche Fahnen geschwungen. Auch darauf müssen wir als Gesellschaft rea­gie­ren …
    … Das schwierige Verhältnis zwischen den jungen Türken, die Erdogan hin­ter­her­lau­fen, aber in Deutschland alle Freiheiten genießen, und dem liberalen Teil der türkischstämmigen Community müssen wir ernst nehmen. Es gibt ei­nen Rückzug von Teilen der türkischen Gemeinschaft in die vermeintliche hei­le Welt des konservativen Islam oder der türkischen Nation …

Guten Morgen, Frau Roth!