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Im Feuilleton der ZEIT ist Thomas Assheuer sooo nahe dran. Er schafft es nicht nur von den neuen Jüngern des Leo Strauss zum Frittenclown

    Man hätte das alles längst wissen können, sein Programm war ausformuliert und stammt in seinen Grundzügen aus einer kalifornischen Kaderschmiede, einem philoso­phischen Institut in der Kleinstadt Claremont. Dessen Mitglieder haben sich mit Haut und Haaren dem Denken des in die USA emigrierten deutschen Philo­sophen Leo Strauss (1899 bis 1973) verschrieben, und nicht einmal die zurückhaltende New York Review of Books lässt Zweifel daran, dass in Claremont „Trumps Hirne“ versammelt sind …

sondern er erkennt auch die Parallele zu Dugin:

    Es ist eine abgründige, noch gänzlich unbegriffene Ironie der Geschichte, dass völkische Intellektuelle weltweit ein ähnlich nationalegoistisches Pro­gramm verfolgen wie Trumps Vordenker. Sie können es kaum glauben, dass ausgerechnet Amerika die Axt an den westlichen Uni­versalismus legt und den Krieg, das ius ad bellum, als natürliches Mittel nationaler Selbst­be­hauptung rehabilitierten will. Der russische Philosoph Alexander Dugin zum Beispiel, ein Stichwort­geber der internatio­nalen Rechten, hat eine Zu­kunfts­vi­sion ent­wor­fen, in der es keine UN mehr gibt, denn Frieden ent­stehe nicht durch Recht, son­dern durch Stärke. Wer keine Macht habe, sei keine voll­wertige Nation: Die künftige „multipolare Welt betrach­tet die Souve­ränität der National­staa­ten nicht als heilige Kuh, weil diese auf rein juristi­scher Grundlage beruht und durch kein starkes mili­tärisches und wirtschaft­liches Poten­zial gestützt wird“. Dugin schlägt vor, die Welt nach Groß­räumen zu ordnen und diese mit einem Interventionsverbot für raumfremde Mächte zu belegen. In ihrem Hoheits­gebiet dürfe dann jede Macht schalten und walten, wie sie wolle. Und die Men­schenrechte? Ein Konstrukt, an das ihre westlichen Erfinder selbst nicht mehr glaubten.

Und was der Autor übersehen hat, das bringt ein Kommentar von titanicus:

    Es sieht so aus, als käme über den Umweg Leo Strauss der alte Carl Schmitt in der US-Politik wieder zum Vorschein. Zu weit hergeholt? Jedenfalls wurde der junge Strauss in den 1920er Jahren von Schmitt kräf­tig protegiert. „Wer Menschheit sagt, will betrü­gen“, schrieb der NS-Staats­rechtler C. Schmitt schon 1932. Die Absage an die Geltung universeller Werte findet sich heute bei den „Claremonsters“ und bei Trump.
    Anzufügen wäre noch die Aggressivität Schmitts nicht nur gegen „Hete­ro­ge­ni­tät“ im Inneren, sondern auch die sich daraus ergebende Aggressivi­tät nach außen. Schmitts „Weltbild“ zufolge besteht die Geschichte wesentlich aus Käm­pfen zwischen Kollektiven um Leben und Tod. Ein Kol­lektiv kann aber nur im Kampf beste­hen, wenn es in sich stimmig, „homogen“ ist. Und der Sieger befin­det sich stets im Recht. Es liegt auf der Hand, dass völkische Propa­gan­disten weltweit ein ähnlich nationalego­istisches Programm verfolgen wie Trumps Vordenker, die Strauss-Epigonen.
    Exklusion, Macht- und Kampfrhetorik plus einer Verachtung des Rechts sind nicht neu, aber weiterhin gefährlich. Die Mischung findet sich tatsächlich welt­weit bei der Neuen Rechten – und im Weißen Haus, eigentlich einem Sym­bol westlicher Werte.

Nun fehlt nur noch die Brücke „Dugin – Carl Schmitt„. Die liefert nobody … nein, Dugin selbst.

Und deshalb sind die ganzen popolistig Völkischen nicht nur Nazis, sondern auch Faschisten.

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