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Nochmal was zu Charly Marx:

Der Weg zu Sozialismus und Kommunismus setzt nach Marx eine Revolution vor­aus, auf die Marx sehnsüchtig gewartet hat. Dabei hat er erst auf das Pro­le­tariat in den Städten gesetzt:

    Die Bourgeoisie hat das Land der Herrschaft der Stadt unterworfen. Sie hat enor­me Städte geschaffen, sie hat die Zahl der städtischen Bevölkerung ge­gen­über der ländlichen in hohem Grade vermehrt und so einen bedeutenden Teil der Bevölkerung dem Idiotismus des Landlebens entrissen. Wie sie das Land von der Stadt, hat sie die barbarischen und halbbar­barischen Länder von den zivilisierten, die Bauernvölker von den Bourgeois­völkern, den Orient vom Okzident abhängig gemacht. (Kommunistisches Manifest, Kapitel 3)

Später hat Marx (wahrscheinlich aber Engels) auf das Ländliche gesetzt, und zwar auf die Dorfgemeinschaften Mir (Mina) nach russischem Vorbild:

    Die im „Kapital“ gegebene Analyse enthält also keinerlei Beweise – weder für noch gegen die Lebens­fähigkeit der Dorfgemeinde, aber das Spezial­studium, das ich darüber getrieben und wofür ich mir Material aus Originalquellen be­schafft habe, hat mich davon überzeugt, daß diese Dorfgemeinde der Stütz­punkt der sozialen Wiedergeburt Rußlands ist; damit sie aber in diesem Sinne wirken kann, müßte man zuerst die zerstörenden Einflüsse, die von al­len Sei­ten auf sie einstürmen, beseitigen und ihr sodann die normalen Bedin­gun­gen einer natürlichen Entwicklung sichern. (Sassulitsch-Brief)


Aber weder das städtische Proletariat noch die spä­te­ren Kolchos-Bauern hatten Bock auf Revo­lu­tion. Die Theorie war also ein Griff ins Klo.

Da hat dann auch Lenin rein gegriffen und den Berufsrevolutionär rausgefischt:

    Das einzige ernste Organisationsprinzip muß für die Funktionäre unserer Bewegung sein: strengste Konspiration, strengste Auslese der Mitglieder, Heran­bildung von Berufs­re­vo­lu­tio­nären. (Was tun, Kap. 4e)

Nicht mehr bloße Theorie, sondern schon Praxis, denn Lenin war klar, dass es für seinen Kommunismus eines anderen Menschen bedarf. Seine Kultur­re­vo­lu­tion braucht eine Umerziehung der Massen:

    Die Erreichung dieses Zieles erfordert eine beharr­liche, nicht über­stürzte Arbeit zur Umerziehung der Massen, und eine solche Umerziehung ist jetzt, da die Massen die Beseitigung des Guts­besitzers, des Kapita­listen und des Kaufmanns in der Praxis gesehen haben, nicht nur möglich geworden, eine solche Umerziehung vollzieht sich jetzt faktisch auf tausenderlei Wegen, durch die eigenen praktischen Erfah­rungen der Arbeiter und Bauern. (Lenin Werke Band 29, S. 97)

Lenin, Stalin, Mao, Pol Pot, Hitler … sie alle spielen Gott und wollen für ihr Pa­ra­dies auf Erden (Karl Popper) den neuen Menschen(-typus) erschaffen, den sie für ihr totalitäre Ideologie brauchen, einen willenlosen, leicht zu unter­drü­cken­den Menschen, Ameisen, die sie und ihre Kader ausbeuten können.

Jede Revolution braucht (danach) eine Diktatur, um nicht in Anarchie zu ver-/ zer­fal­len und der Diktator ist kein Mensch neuen Schlages, sondern der alte homo homini lupus, der seine Macht nicht mehr hergibt und deshalb zur Not auch gewaltsam an sein memento mori erinnert werden muss.

Ein Mensch, der diese zwingenden praktischen Folgen seiner Theorie nicht schnallt, kann wohl kaum als Phi­losoph bezeichnet werden. Marx war kein Philosoph, sondern ein fauler Schmarotzer, der sich das Geld (Kapital) anderer Menschen erschwafeln wollte.

Schön, dass daran nun auch im Westen ein Denkmal erinnert.