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Die letzten Tage habe ich mein dickes Knie gepflegt. Kam ganz plötzlich, wurde dick und heiß und tat scheiße weh. Könnte ja sagen, kommt vom Sport, aber das wäre gelogen. Kommt vom morschen Gebälk. Zum Glück gibt es Diclofenac und dank dieses Teufelszeugs kann ich wieder Treppen steigen … rauf … runter tut’s noch weh.

Anyway … meine Leidenszeit habe ich genutzt, um mir Gedanken übers Weih­nachtsmenü zu machen. Heiligabend gab es bei uns, also bei Omi, wo sich die Mischpoke zu versammeln hatte, immer Karpfen. Und rundherum die zwölf schle­sischen Weihnachts­wunder :mrgreen: Nicht, dass die wasserpolackische Küche jetzt wunderbar wäre, aber nobody hat sich schon als kleiner Bub gewundert, wie man Sachen wie z.B. Makówki und Moczka … klingt nicht nur wie Dünnschiss, son­dern sieht auch so aus … Fischsauce ohne Fisch … überleben kann. Aber im­mer­hin machte Omi den Karpfen schon auf Sauerkraut, eine Kombination, die Sterneköche erst 100 Jahre später entdeckt haben, wenn sie sich nicht ins El­sass verirrt haben.

Egal … auch bei nobody gibt es Heiligabend Fisch. Eigentlich wollte ich sogliola all’arancia machen … schon ewig nicht mehr gekocht, aber Weih­nachten liegt unglücklich und ich wollte die Seezungen nicht über Nacht im Kühlschrank las­sen, sondern direkt verwurschten.

Also gibt es Lachs … Lachs und Lauch passen doll zusammen. Versuchen Sie doch mal das:

Sie zerlegen den Lachs in eine Art Fischstäbchen, nur kürzer, so groß, dass die Stücke in abgeschälte Lauchblätter passen, weiche aus den tieferen Schichten und nahe am Wurzelansatz. In zwei dieser Blätter, eins längs, das andere quer, wickeln Sie den Lachs ein und mit ihm eine Scheibe Limette, ein paar Körner echten (!) roten Pfeffer und ein Stück frisches Zitronengras. Zu­ge­schnürt wer­den die Päckchen auch mit Zitronengras.

Dann bereiten sie den Sud vor, über dem die Lachs-Lauch-Päckchen gedünstet werden sollen. Gewürfeltes Süppengrün und eine kleine ganze Zwiebel in je ei­nem Drittel Wasser, trockener Weißwein und Fischfond in einer Kasserol garen, dazu 1 Thymianzweig, etwas Estragon, Wacholder, Piment, Lobeerblatt und weiße Pfefferkörner und was man sonst so in einen typischen Fischfond kippt. Den Sud schütten Sie ohne die Zwiebel in einen

Dampfgarer oder sonst ein Teil, das Deckel und Einsatz hat, denn die Fisch­päckchen sollen nicht mit dem Sud in Kontakt kommen, nur mit dem Dampf. Den mit Fisch und Sud befüllten Dampfgarer in die auf 180°C vorgeheizte Röhre für ca. 10 min.

Den Fisch auf dem Einsatz im ausgeschalteten Ofen warm halten und den Sud durch ein Spitzsieb in eine Kasserol drücken/rühren und mit einem Spritzer Noilly Prat und einem EL Crème double kurz aufwallen lassen, mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss abschmecken … fertisch.

Dazu gibt es selbst gemachte Maultaschen gefüllt mit Spinat, Ricotta und 😯 Nordseekrabben.

Am 1. Weihnachtstag mach ich mir eine Piccata aus Entenbrust auf einen Salat aus Kaiserschoten und Tomaten mit Orangensauce.

Der zweite Weihnachtstag ist den Resten geweiht und zu denen zählen auch die Keulen von der Brust des Vortages 😎 fast klassisch mit Rotkohl und Kartoffeln, aber beides zu einem Rievkooche verraspelt.