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Einfach nur GOIL!, was der Strafischer in der ZEIT zur jüngsten Wave der seit Jahren hin und her schwappenden Sexismusscheiße schreibt. Hier ein Auszug:

    Die derzeit geschäftsführende Bundesfamilienministerin Katarina Barley for­derte in einem Interview vor zwei Wochen: „Was körperliche Übergriffe an­geht, wie Hand aufs Knie legen, sollten wir juristisch schärfer werden.“ Sie berichtete, es gebe „bei offiziellen Fototer­minen schon den einen oder an­de­ren, der bei der Umarmung oder wenn man eng beiein­andersteht, seine Hand mal länger auf der Taille lässt oder fester zugreift.“

    Dieselbe Ministerin hat im Juni 2016 gemeinsam mit 600 anderen Abgeord­ne­ten ein Strafgesetz „zur Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbst­be­stim­mung“ verabschiedet. Es ist vor genau einem Jahr in Kraft getreten. Über die dritte und abschließende Lesung des Gesetzent­wurfs, der als spon­tane Tischvorlage (!) von acht Abgeord­netInnen im Rechts­ausschuss zustande kam, kann man im Proto­koll der Bundes­tagssitzung vom 30. Juni 2016 Fol­gen­des nachlesen:

    Abgeordneter Schauws (Bündnis 90/Die Grünen): „Das ist reine Symbolge­setz­ge­bung (…). Sie setzen das Schuld­prinzip in verfassungswidriger Weise ohne Not außer Kraft (…). Wie Sie von der SPD da mitgehen konnten, ist mir wirklich völlig unverständlich.“ Protokoll: „Beifall bei Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke.“
    Sodann kam es zur Abstimmung. Vizepräsidentin Roth: „Liebe Kollegen! Ab­gegebene Stimmen: 601. Mit Ja haben gestimmt: 601.“ Das Proto­koll ver­merkt: „Anhaltender Beifall im ganzen Haus. Die Abge­ordneten erheben sich.“
    Die Szene kann im Parlamentsfernsehen ange­schaut werden. Der Vize­prä­sidentin Claudia Roth vibrierte erkennbar die Stimme vor Rührung. Die 601 Abgeordneten feier­ten eine Stern­stunde des Parla­ments; viele jubelten und umarmten einander. Unter den vom eigenen guten Willen Berausch­ten waren auch diejenigen, die noch kurz zuvor bekundet hatten, das Gesetz für ver­fas­sungs­widrig zu halten.
    In dem so beschlossenen Gesetz findet sich der Tatbestand „Sexuelle Be­läs­tigung“ (Paragraf 184i Strafgesetzbuch). Danach wird bestraft, wer eine an­dere Person „in sexuell bestimmter Weise berührt und dadurch belästigt“. Dabei muss es sich ausdrücklich nicht um eine „sexuelle Handlung“ handeln, also ein Ver­halten, das die sexuelle Selbst­bestimmung „in erheb­licher Weise“ verletzt. Der Tat­bestand soll viel­mehr gerade für unerheb­liche Hand­lungen gelten. Als Beispiele wer­den vom Gesetz­geber genannt: Arm um die Schul­ter legen, Hand-aufs-Knie-Legen, an der Taille anfassen. Für sol­che Ver­brechen ha­gelt es Frei­heits­strafen bis zu zwei Jah­ren. In „besonders schweren Fällen“ des uner­heblichen (!) Berüh­rens sind Frei­heits­strafen bis zu fünf (!) Jah­ren zu ver­hän­gen. Das ist übri­gens die Höchst­strafe, die noch bis vor ein paar Jah­ren für „Tot­schlag im minder schweren Fall“ angedroht war.
    Unsere amtierende Bundes­ministerin for­derte also ein Gesetz, das sie selbst bereits mit­beschlos­sen hat und das seit einem Jahr in Kraft ist. Fast die ge­samte Pres­se hat da­rüber be­richtet, ohne dass einem der tief betrof­fenen Fach­journalisten aufgefal­len wäre, dass „Hand-aufs-Knie-Legen“ bereits strafbar ist.

    Zugleich erklärte die Bundesministerin ihrem Volk, sie werde bei offiziellen Fototerminen „von dem einen oder anderen“ begrabscht. Aber sie berich­tet nichts darüber, dass sie – eine Frau auf führen­dem Posten – „den einen oder den anderen“ zur Rede gestellt oder ihm eins auf die Ohren gehauen habe. Stattdessen dient sie sich der Presse als jammerndes Opfer an. Ein recht er­bärmliches (Vor-)Bild, wie ich meine!

#me2o … nobody hat die Tage eine Frau angefasst, wahrscheinlich sexistisch im Sinne dieser Labertitten. Im REWE war’s.

Mutter mit Tochter beim Einkauf. Sie: Bin heute in der dritten Klasse gewesennobody fasst sie am Ärmel 😯 dreht sie zu mir 😯 😯 gugg sie von oben bis unten an 😯 😯 😯 und: Als ich so alt wie sie war, hab ich Abitur gemacht! Sie hat das Kompliment verstanden, herzlich gelacht und wir haben dann noch eine Weile weiter rumgeschäkert. Ihre Tochter, schätze mal 16 Jahre, hat nur mit offenem Mund daneben gestanden und die Welt nicht mehr verstanden.

Achja, wer’s nicht verstanden hat: die Dame ist Lehrerin an der Grundschule in Keldenich 😎