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Ab 1. Juli 2017 wird beim gewerbsmäßigen Poppen ja alles anders. Dann gilt das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG). Und dort steht im § 32

    Kunden und Kundinnen von Prostituierten sowie Prostituierte haben dafür Sorge zu tragen, dass beim Geschlechtsverkehr Kondome verwendet wer­den.

dass Gummi nun Pflicht ist und für mit ohne Präser (AO) nicht mehr geworben werden darf. Soweit, so gut.

Aber was ist Geschlechtsverkehr? Für so alte Juristensäcke wie nobody war das bisher nur der vaginale Akt. So steht denn auch in der Ficki:

    Juristisch unterscheidet man zwischen:
    Beischlaf“, oft auch die ältere Bezeichnung „Beiwohnung“ steht für das zumindest teilweise Eindringen des männlichen Gliedes in das weibliche Geschlechtsorgan, den Scheidenvorhof.
    „eine dem Beischlaf gleichzusetzende sexuelle Handlung“ beziehungsweise „eine dem Beischlaf gleichzusetzende geschlechtliche Handlung“ ist in je­dem Fall ein Oral- oder Analverkehr mit dem Penis und eine Penetration der weiblichen Geschlechtsorgane mit Fingern oder Gegenständen …

Dazu der BGH im Urteil vom 25. Oktober 2000 – 2 StR 242/00 – (PDF):

    Der Senat hält auch nach der Neufassung der Sexualdelikte durch das 6. Strafrechtsreformgesetz an der Definition des Begriffs Beischlaf, so wie sie in ständiger Rechtsprechung seit BGHSt 16, 175 ff. erfolgt ist, fest. Danach ist mit dem Eindringen des männlichen Gliedes in den Schei­den­vorhof der Tatbestand des Beischlafs erfüllt.

OK, Poppes und Mund dienen nicht der Fortpflanzung, sodass hier nur eine dem Beischlaf gleichzusetzende sexuelle Handlung vorliegt.

Aber das neue Gesetz spricht ausdrücklich (nur) von Geschlechtsverkehr, nicht von sexuellen Handlungen, die geeignet sind, Krankheiten zu übertragen. Nur in der Gesetzesbegründung (PDF) findet man auf Seite 104 den Spruch:

    Unter Geschlechtsverkehr fallen neben dem vaginalen auch oraler und analer Geschlechtsverkehr.

Das wird Slick Willy nicht freuen, war doch Monicas Blow Job für ihn kein Sex.

Nun gut … das Gesetz ist handwerklich schlecht gemacht (weswegen die Huren gestern auch Verfassungsbeschwerde eingelegt haben), aber vernünftig, aber nur solange man es nicht von der technischen Seite betrachtet.

Denn was ist mit Cunnilingus? Warum steht da nicht im Gesetz:

    Kunden und Kundinnen von Prostituierten sowie Prostituierte haben dafür Sorge zu tragen, dass beim Geschlechtsverkehr Kondome und Lecktücher verwendet werden.

Ich weiß, das klingt pervers … zum eating out nicht das Lätzchen umzuhängen vergessen 😎 Da vergeht einem ja jeder Spaß … ich leg mir ein Ganz­kör­per­kondom zu

oder lass mich in Frischhaltefolie einschweißen.

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