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Parktaktisch habe ich mit meinem neuen Domizil die Arschkarte gezogen. Die Südstraße hat zwar auf sechs Häusern sieben markierte Parkplätze, aber das ist schon zu wenig, weil es sich um Mehrfamilienhäuser handelt. OK, da kann man nix machen.

Aber machen kann man was gegen die Besucher des Krankenhauses direkt vor meiner Nase. Das Dreifaltigkeits-Krankenhaus Wesseling besitzt einen sehr gu­ten Ruf, der auf dem Gebiet der plastischen Chirurgie von Professor Dr. Ne­ven Olivari begründet wurde (KStA). Bekannt ist das KH auch für sein hu­ma­ni­täres Engagement unter Prof. Richter … anyway … Wenn die Patienten von ihren Lieben besucht werden, dann stellen die ihre Kisten nicht in das 2011 eröffnete, mit 277 Plätzen sehr geräumige Parkhaus, sondern u.a. in die Südstraße (blau).

Radio Erft zur Eröffnung des Parkauses:

    Das Krankenhaus hat insgesamt drei Millionen investiert. Der bisher ge­nutzte, kostenlose Parkplatz fällt demnächst allerdings weg … Mög­li­cher­weise entspannt sich durch die zusätzlichen Stellplätze die gesamte Park­situation in der Innenstadt.

Geschissen! Tagsüber ist im Karree rundum das KH fast kein BM-Kennzeichen zu sehen, sondern nur Kennzeichen aus ganz NRW und dem Rest von Schland. Da isses auch umsonst, während das Parkaus kostet.

Als nobody vor ein paar Wochen Herrn F., den zuständigen Mitarbeiter der Stadt­verwaltung, darauf angesprochen hat, da kamen zwei interessante Infos zutage:

  1. Der Gesetzgeber mutet den Anwohnern, jetzt Bewohner genannt, zu, 1000 m vom Auto zum Heim zu wanken.
  2. Wesseling weist grundsätzliche keine Bewohner-Parkzonen aus.

ad 1. ist BULLSHIT! Da hat einer das Urteil des BVerwG (3 C 11/97) vom 28. Mai 1998 nicht verstehen wollen. Die Parkzonen dürfen nicht größer als 1000 m im Quadrat bzw. Umkreis sein. Hier geht es um eine Fläche von ca. 600 x 350 m (rot). Bei 1000 m könnte ich die Kiste auch gleich vor meinem Kabuff lassen, denn von da sind es nur knapp 900 m zur Kemenate … deshalb das Radl.
ad 2. ist clever, denn dort, wo es Bewohner-Parkzonen gibt, hagelt es Klagen und die will die Stadt Wesseling wohl vermeiden.

Machen kann ich nix, weil es keinen Rechtsanspruch darauf gibt, dass die Ge­mein­de, so wie gewünscht, den öffentlichen Parkraum bewirtschaftet. Aber besser wärs, denn die Stadt würde daran doppelt verdienen:
1. 30 Euro pro Parkausweis
2. Knöllchen
Und das KH könnte bei vollem Parkhaus die Investition amortisieren.

nobody wird die Tage mal den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt­schutz anhauen.

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