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nobody glaubt nicht, dass Sprache für die menschliche Existenz essentiell ist … WOW, das war jetzt philosophisch 😎 Ein taubstummer Analphabet, der nicht Lippen lesen und keine Gebärdensprache kann, ist dennoch Mensch.

Für die Kommunikation zwischen Menschen ist Sprache im Sinne von Wort aber unabdingbar. Das Gebrabbel eines Babys ist vielleicht eine Sprache, aber Worte sind es nicht. Es ergibt keinen Sinn. Trotzdem will sicher niemand das süße Gebrabbel verbieten.

Gebrabbel kann auch Kunst sein, oder (nicht) dafür gehalten werden wollen … siehe Dada:

    brulba dori daula dalla
    sula lori wauga malla
    lori damma fusmalu
    Dasche mame came rilla
    schursche saga moll vasvilla
    suri pauge fuzmalu
    Dolli gamba bokamufti
    sabel ize spogagufti
    palazuma polja gei
    mula dampe dori villa
    alles virds schavi drestilla
    offi lima dozapau pozadau

Hugo Ball

Das ist sinnlos, wäre aber Sprache, wenn es entschlüsselt werden könnte. Worte machen Sinn, wenn sie eine Information im weitesten Sinne trans­por­tieren, wobei die Info auch eine Meinung sein kann.

Informationen in engerem Sinne sind Tatsachen, Fakten, z.B.: Der Mond ist aus Käse. Das ist aber ein Fake-Fact. Im Rhein fließt Wein, ist hingegen wahr, wenn man es nicht so versteht, dass der Rhein nur aus Wein besteht. Man kann aber durchaus der bescheuerten Meinung sein, dass das Wasser im Rhein so gut wie Wein schmeckt

Diese falschen Tatsachen tun keinem weh, auch wenn dem nicht zu helfen ist, der sie für bare Münze nimmt.

Tatsachen und Meinungen sind grundverschieden, aber das anglo­ame­ri­ka­ni­sche Recht behandelt sie gleich unter dem Stichwort „freedom of speech„. Aus der Wiki:

    Die Meinungsfreiheit, genauer Meinungsäußerungsfreiheit, zu unterscheiden von der z. B. in den USA geltenden Redefreiheit … In den USA gehört die Redefreiheit (englisch freedom of speech) als 1. Zusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika zu den Bill of Rights der Verfassung der Vereinigten Staaten. Dieses Recht wird dort traditionell sehr weit ausgelegt und schützt teilweise auch Äußerungen, die in anderen Ländern als Volks­ver­hetzung, Angriff auf die Verfassung oder Anstiftung zu Straftaten gelten würden. Im Gegensatz zur Meinungsfreiheit schützt die Redefreiheit auch unwahre Tatsachenbehauptungen.

Den Amis kommt es nicht auf den Sinn oder Unsinn einer Rede an, sondern jeder kann frei brabbeln, was ihm gefällt, auch wenn es weh tut … andere verletzt.

Wohin das führt, sehen wir am postalternativfaktischen Frittenclown, der sich jetzt für den Präsidenten der Nation hält: doof aber glücklich.

Vor über 40 Jahren hat der SCOTUS diesen Unsinn beschneiden wollen und im Urteil Fall Gertz v. Robert Welch ausgeführt:

    We begin with the common ground. Under the First Amendment there is no such thing as a false idea. However pernicious an opinion may seem, we depend for its correction not on the conscience of judges and juries but [418 U.S. 323, 340] on the competition of other ideas. But there is no constitutional value in false statements of fact.
    United States Supreme Court – GERTZ v. ROBERT WELCH, INC., (1974) No. 72-617 Argued: November 14, 1973 – Decided: June 25, 1974

Leider ist diese Rechtsauffassung in den cabbage heads versandet.

Völlig folgenlos können Arschlöcher wie Jestin Coler Fake News produzieren und so z.B. dem Orangenmann auf den Thron verhelfen.

Oder nehmen wir die schlimmsten Faktenverdreher, die Holocaustleugner und ihren Ober-Guru: David Irving. Er behauptet einfach: „Keine Löcher, keine Gaskammer“ (WELT). Im Prozess Irving gegen Lipstadt, der Gegenstand des Films „Denial“ ist, wäre der Richter Charles Gray dem Irving beinahe auf den Leim gegangen. Wenn das Arschloch wirklich glaubt, was er sagt und schreibt, dann kann er nicht lügen, eine dem englischen Recht geschuldete Rabulistik, wonach Lüge nur die bewusste Verbreitung von Unwahrheiten sein kann.

So kann nur denken, wer die Existenz objektiver Tatsachen negiert und alle Fakten relativiert. So agieren alle Despoten. Putin hat die Krim nicht an­nek­tiert und MH17 ist nicht abgeschossen worden. Trump hat gar nicht behauptet, dass Obama ihn abgehört hat (ZEIT) und laut ErdoWahn haben die Holländer in Srebrenica 8000 Bosnier abgeschlachtet (Süddeutsche).

Sogenannte Fake-News sind nur eine Teilmenge der Fake-Facts. Wer falsche Tatsachen verbreitet, ist ein Lügner, egal ob er an seinen eigenen Bockmist glaubt, oder nicht. Es gibt keinen vernünftigen Grund, diese Lügner vor Straf­ver­folgung zu schützen. Sie wollen manipulieren und haben damit immer größeren Erfolg, weil das Netz die Verbreitung des Mülls so leicht macht und nun einmal die meisten Menschen nicht besonders helle sind und jeden Mist glauben.

Wahrscheinlich wird diese Erklärung David wieder nicht zufriedenstellen, aber das ist euer Problem und nun müsst ihr zusehen, wie ihr das Trumpeltier und seine postalternativen Funfacts überlebt.

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