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Nicht nur Nazi-Frauke, auch Jupp Goeb­bels-Höcke hat gegenüber dem Wall Street Jour­nal voll ins Braune gegriffen und anschließend frech gelogen: „Das habe ich so nicht gesagt. Das ist nicht meine Mei­nung …“ (Junge Freiheit … ach du Scheiße). Dumm ist nur, dass das WSJ das In­ter­view vom 18. Januar 2017 an­läss­lich der Dresd­ner Ballhausrede des Fascho­nazis auf Band auf­ge­zeichnet hat und gestern ein Transkript der ent­schei­denden Passagen ins Netz gestellt hat (PayWall, aber nit für nobody 😎 ), gleich mit deutscher Übersetzung:

    WSJ: There is, for example, the historian [Stefan] Scheil, I read you did an interview together with him once in Sezession. What do you think of his theses? Among other things, it’s about seeing the immediate guilt, or whatever, for the beginning of World War II somewhat differently.

    Höcke: Well, Stefan Scheil has surely done profound research on the topic. There are other books that appeared in recent years that led to great furor—for example, Gerd Schultze-Rhonhof, who isn’t a historian by training but is a very good autodidact, who wrote a book called, “1939: The War That Had Many Fathers.” It has been sold more than 50,000 times, according to my knowledge, and it’s about this. You know, the big problem is that one presents Hitler as absolutely evil. But of course we know that there is no black and no white in history. And that there are many shades of gray. And there are many sources that allow one to conclude, if one interprets it, that the Second World War didn’t necessarily need to become the Second World War—emphasis on World War—if interested powers were not at work and escalated this war. And I think that this will surely, in the coming years and decades, lead to a corresponding reappraisal and will lead to new discussions among historians. I think that now is the time—the last survivors of the time of the Second World War are slowly dying, there is almost no one left who still lives and himself suffered through and experienced this time, and this will then also lead to a different, a new perspective on things, to a new posing of the question—I am convinced of this.

    […]

    WSJ: Of course, if now in the German public, if one would hear this—that Hitler is somehow presented as absolutely evil and that there are shades of gray, then there would certainly be an uproar—so what do you mean exactly by “shades of gray?”

    Höcke: All human politics—well, I must now become philosophical—history is shades of gray. So we have in philosophy the possibility to think in absolutes. We can think of God as an almighty, all-good, being, we can think of the Devil as absolutely evil. But the world has—man has—shades of gray. Even the worst severe criminal perhaps has something good, something worth loving, but he is still a severe criminal. That is what I mean by this. There is no absolute black and no absolute white in the sphere of reality.

    […]

    WSJ: I want to be sure that I understand this correctly. When you talk about shades of gray of Hitler, what is the good there?

    Höcke: Now, I didn’t say that there is something good. But it is to be excluded—purely through logic, purely philosophically it is to be excluded—that a man is only dark.

    Es folgen Auszüge, im Wortlaut, eines Interviews des Wall Street Journal mit Björn Höcke. Es fand am 17. Januar 2017 in Dresden statt und handelte hauptsächlich um die Sicht der AfD auf die deutsche NS-Vergangenheit.

    WSJ: Es gibt zum Beispiel den Historiker [Stefan] Scheil, ich habe gelesen, Sie haben zusammen mal mit ihm ein Interview gemacht in der Sezession. Was halten Sie von seinen Thesen? Da geht es ja auch darum die unmittelbare Schuld, oder wie auch immer, für den Anfang des Zweiten Weltkriegs etwas anders zu sehen.

    Höcke: Also, Stefan Scheil hat sicherlich zu dem Thema profund geforscht. Es gibt andere Bücher, die erschienen sind in den letzten Jahren, die für große Furore gesorgt haben. Zum Beispiel, Gerd Schultze-Rhonhof, der kein Historiker von Hause aus ist, der aber ein sehr guter Autodidakt ist, der aber ein Buch geschrieben hat, das heißt, “1939: Der Krieg, der viele Väter hatte.” Das ist über 50.000 Mal meines Wissens auch verkauft worden und da geht’s eben darum. Wissen Sie, das große Problem ist, dass man Hitler als das absolut Böse darstellt. Wir wissen aber natürlich, dass es in der Geschichte kein Schwarz und kein Weiß gibt. Und dass es viele Grautöne gibt. Und es gibt viele Quellen, die darauf schließen lassen, wenn man es interpretiert, dass dieser 2. Weltkrieg nicht unbedingt zum 2. Weltkrieg—Betonung auf Weltkrieg—hätte werden müssen, wenn nicht auch interessierte Mächte am Werke gewesen wären, die diesen Krieg eskaliert haben. Und ich denke, das wird sicherlich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch zur entsprechenden Aufarbeitung führen und wird sicherlich neue Historikerdiskussionen auch hervorrufen. Ich glaube, jetzt is so die Zeit, die letzten Überlebenden der Zeit des 2. Weltkrieges sterben langsam, es gibt dann kaum noch einen der lebt und diese Zeit am eigenen Leibe erlitten und erlebt hat, und es wird dann auch zu einer anderen, zu einer neuen Sicht auf die Dinge führen, und zu einer neuen Fragestellung, davon bin ich überzeugt.

    […]

    WSJ: Natürlich wenn jetzt in der deutschen Öffentlichkeit, wenn man das hören würde, dass Hitler irgendwie als absolut Böse dargestellt wird und dass es Grautöne gibt, dann würde es bestimmt Aufruhr geben—also was meinen Sie genau damit—Grautöne?

    Höcke: Alle menschliche Politik—also ich müsste jetzt philosophisch werden—Geschichten sind Grautöne. Also wir haben—in der Philosophie haben wir die Möglichkeit, Absolutes zu denken. Wir können Gott denken als allmächtiges, allgütiges Wesen, wir können den Teufel denken als absolut Böses. Aber die Welt hat—der Mensch hat—Grautöne. Sogar der schlimmste Schwerverbrecher hat vielleicht irgendetwas Gutes, irgendetwas Liebenswertes, aber er ist trotzdem ein Schwerverbrecher. Das meine ich damit. Es gibt kein absolutes Schwarz und kein absolutes Weiß in der Sphäre der Wirklichkeit.

    […]

    WSJ: Ich will sicher sein, dass ich das richtig verstehe. Wenn Sie von den Grautönen von Hitler sprechen, was ist da das Gute?

    Höcke: Ich habe jetzt nicht gesagt, dass es etwas Gutes gibt, aber es ist ausgeschlossen—rein von der Logik her, also rein philosophisch gesehen ist es ausgeschlossen—dass ein Mensch nur dunkel ist.

Dazu auch Meedia und grandios die süße Mely in „Höcke, Höcke, Höcke“ (ZEIT).

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