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Weil es so schwer fällt ernst zu bleiben, wenn wieder einmal eine TU-154 vom Himmel fällt, zunächst die Fakten:

Die 33 Jahre alte Tu-154B-2 des russischen Verteidigungsministeriums mit tail number RA-85572 (Archivaufnahme Juni 2016)
ra-85572
war auf dem Flug vom Militärflugplatz Tschkalowski zum Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien und hat in Sotschi einen Tankstopp eingelegt. Um 2:20 h UTC am 25. Dezember 2016 (05:20 Uhr local time) startete die Tupolev bei perfekten Wetterverhältnissen Richtung Schwar­zes Meer und verschwand um 05:27 Uhr (2:27 h UTC) von den Radarschirmen und stürzte knapp acht Ki­lo­me­ter von der Startbahn entfernt ins Meer. Die Wrackteile liegen in 30 bis 50 Meter Tiefe. Hier der letzte Funkverkehr mit der Unglücksmaschine.

An Board der Maschine waren 92 Menschen (Passagierliste). Es gibt keine Über­lebenden. Die ersten Leichen wurden aus dem Wasser gefischt. Unter den Opfern befinden sich 64 Sänger und Musiker des weltberühmten Alexandrow-Ensemble, einschließlich des künstlerischen Leiters Generalleutnant Khalilow: Der Chor sollte für die russischen Soldaten in Syrien ein Weihnachtskonzert geben.

Nun der „komische“ Teil: Diese B-Modelle der TU-154 gelten als aus dem Verkehr gezogen und sollten nicht mehr fliegen, nur noch die M-Version. Die TU-154 ist eine robuste Kiste, die man nach zwei Wochen Schnell­kurs fliegen kann, wenn die Bord­elektronik nicht spinnt … und die spinnt oft. Man fliegt auf 8000 m Höhe und angezeigt werden 10.000. Kein anderer Flugzeugtyp ist so oft mit anderen Maschi­nen kollidiert wie die TU-154 … beim Start, der Lan­dung und vor allem in der Luft. Wenn die Kiste von climb auf inflight geht, dann soll es zu gar seltsamen Reaktionen kommen können, hat mir mal ein NVA-Flieger erzählt. Immerhin ist die letzten sechs Jahre keine mehr vom Himmel gefallen.

Während Inflight-Abstürze sonst in der Regel auf Anschläge hindeuten, ist das hier bei der TU-154 auszuschließen.

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