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Estland ist ein kleines Land. Nur 1,3 Mil­lio­nen Esten sollen vom Prä­si­den­ten re­prä­sen­tiert kerstiwerden. Der Prä­si­dent soll vom Par­la­ment ge­wählt wer­den. Wer im Par­la­ment sitzt, ent­schei­den 900.000 Wahl­be­rech­tig­te. Die Wäh­ler ha­ben zu 64% von ih­rer Be­rech­ti­gung Ge­brauch ge­macht und 6 Par­teien in den Riigi­kogu ent­sandt. Die­sen 6 Par­teien ist es in 5 Anläu­fen nicht gelun­gen, ei­nen Nach­fol­ger für den schei­den­den Too­mas Ilves zu be­stim­men. Beim ma­gisch 6. Mal ist es gelun­gen. Kersti Kaljulaid (Foto) tritt ihr neu­es Amt am Mon­tag kom­men­der Wo­che an. Warum war das so schwer, wo doch der Präsident Estlands wie der deutsche BuPra nicht mehr als ein Grüß­august ist?

Anders als in Schland, wo in der Bundesversammlung die einfache Mehrheit reicht (Art 54 GG), bestimmt die estnische Verfassung, dass der Grüß­august mit Zwei­drittelmehrheit gewählt werden muss … 66,66% der Abgeord­neten. Das ist bei 6 Parteien ein Ding der Unmöglichkeit, wie nobody schon mal vor­ge­rechnet hat. Ein Par­lament mit 6 (oder mehr) Parteien ist handlungsunfähig. So ist es jetzt auch in Spanien und nicht anders wird es in Schland werden, wenn 2017 trotz 5%-Hürde 6 Parteien im Deutschen Bundestag vertreten sein sollten.

Wenn mehr als 4 Parteien in einem Parlament vertreten sind, dann liegt das daran, dass Wähler nicht begreifen, dass der Ausgleich der Partikular-In­ter­essen einer Gesellschaft nicht erst in der Volxver­tretung zu erfolgen hat, son­dern schon innerhalb der Par­teien. Nur eine Partei, die alle im Volk ver­tre­te­nen Interessen nach- und ab­zeich­net, kann sich Volks­partei nen­nen. Die Grü­nen sind erst groß ge­wor­den, als sie sich nicht nur auf Öko und Bio be­schränkt ha­ben und sie ha­ben einen Denk­zet­tel bekom­men, als sie mit Veg­gie­days in Kantinen wieder ihre albernen Latz­hosen angezogen haben. Umge­kehrt ist die FDP immer kleiner geworden, je mehr sie sich zur Klientelpartei der Pfef­fer­säcke entwickelt hat.

Die AfD durchbricht dieses Schema. Aus der kleinen Anti-Euro-Par­tei wird ge­rade eine große Anti-Flüchtlingspartei. Thema ausgewechselt … Thema egal … Hauptsache ANTI … dagegen … mehr haben die Nazis nicht drauf.

PS: Kersti Kaljulaid ist eine tolle, symbolische Wahl. Kersti ist jung (46) und doch schon Oma😎