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Zum verheerenden Erdbeben in Mittelitalien liegen jetzt genauere Daten vor.

Der erste Erdstoß erfolgte um 3:36 h MESZ 4000 m unterhalb von Illica, einem Ortsteil vom Accumoli, eigentlich nur ein Gehöft mit 4 Einwohnern. Der Erdstoß dauerte 142 Sekunden und hatte eine Magnitude von 6 auf der Richterskala. Dieser Erdstoß hat bereits dazu geführt, dass im 10 km entfernten Amatrice die Uhr am Stadtturm stehen geblieben ist.
italbeben
Der zweite Erdstoß erfolgte um 3:56 h MESZ mit 4,4 auf der Richterskala direkt unter Amatrice (2650 Einwohner) und dauerte 60 Sekunden.

4,4 ist eigentlich lächerlich wenig. Da wackelt ein Dixi-Klo mehr, wenn ich dort einen abprotze. Die Nähe zur Erdoberfläche macht es.

Zum Thema hat der Corriere eine gute interaktive Info-Grafik, in der auch al­le be­kann­ten frü­he­ren Erd­be­ben ein­ge­zeich­net und der Stär­ke nach mar­kiert sind. Dort kann man se­hen, dass sich die Erd­be­ben gera­de dort häu­fen, wo Adriati­sche und Apu­li­sche Plat­te ver­sprin­gen, al­so inein­an­der „ver­zahnt“ sind. Wäh­rend der apu­li­sche Sporn nach Os­ten zum Bal­kan ge­drückt wird, presst Afrika die Adria­tische Plat­te jähr­lich 5 mm nach Nor­den. Die da­durch auf­tre­ten­den Span­nun­gen an der großen Naht, oder den vie­len klei­nen Näh­ten, ent­la­den sich dann in sol­chen Beben. Diese Be­beb ge­ben den bei­den großen Plat­ten aber wie­der Luft, sich wei­ter an­ein­ander zu rei­ben. D.h., die klei­nen Beben von ges­tern und 2009 sind nur das Prä­ludium für den großen Wumms.