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Hiermit verspricht nobody hoch und heilig, keine Witze mehr zu machen, zumin­dest nicht über Katastrophen und erloschene Vulkane. Mein gestriger Witz über Marias Laach könnte katastro­phale Folgen gehabt haben, denn heute Nacht hat in der Provinz Rieti die Erde gebebt. 6,4 auf der Richterskala haben bislang 23 Tote hinterlassen. Dabei handelte es zwar um ein tektonisches Beben an der Naht zwischen zwei Mikroplatten innerhalb der sogenannten Apulischen Platte entlang des Turano, aber wer die kreisrunden, an Maria Laach erin­nern­den Seen in der Ge­gend kennt, ahnt, dass hier auch Vulkane schlummern, selbst in der so friedlich scheinenden Toskana.

Kennt jemand den Monte Amiata? Von diesem Vulkan hat man einen herrlichen Ausblick auf den kreisrunden (!) Trasimeno (hier der umgekehrte Blick vom Tra­simeno zum Amiata)
tramiata
und auf die Albert-Linie. Das ist wieder was Kriegerisches. Deshalb kennt der Militarist nobody die Gegend auch gut. Man muss aus der Geschichte lernen, hat sich Feldmar­schall Albert Kesselring gedacht und links und rechts vom Tra­si­meno im Juni 1944 die Verteidi­gungslinie gegen die von Süden anrücken­den Amis aufge­zogen. Das hatte vor ihm aber schon Hannibal im Zweiten Pu­ni­schen Krieg bei der Schlacht am Trasimenischen See gemacht und des­we­gen ist es unge­recht, wenn die Spaghettis von der Albert-Linie sprechen. Aber gegen Hannibal hamse dort verloren und das ist ihnen vielleicht peinlich, wäh­rend General Clark für die Italiener 1944 gewonnen hat. Die Nazi-Sau Kes­sel­ring ist vor allem wegen seiner Geiselerschießungen in Italien bekannt.

Wer es weniger martialisch mag, für den Wartet die Gegend mit dem besten Wein Mittelitaliens auf, dem Vino Nobile. Mein Tipp: der Poliziano direkt aus der Kellerei in Montepulciano. Aber versuchen Sie nicht den Besuch des Casa del Poliziano mit dem fantastischen Ausblick auf den Sonnenuntergang über dem Monte Amiata zu kombinieren, denn dann stehen Sie wie nobody vor verschlos­se­nen Toren😦

Für hungrige Schleckermäuler noch ein Tipp, der leider kein Geheimtipp mehr ist. Die Frateria di Padre Eligio in Cetona. Dort werden sie von jugendlichen Junkies bekocht und bedient😯 ehemaligen und das erstklassig, wenn auch ohne Stern. Die Comunità des Franziskaner­ordens ist Teil von Mondo X, die sich um Dro­gen­ab­hängige kümmert. Scheint zu klappen, denn als ich vor etwa 30 Jahren dort mit Freunden ein Vermögen verfressen und vor allem versoffen habe, da war der Inhalt des Weinkellers niederschmetternd voll:
weinkeller
Das schaffste im Leben nicht mehr😎 Ich wünschte, es hätte einen anderen Anlass gegeben, um über diese schöne Gegend zu plaudern.