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Tomas Avenarius macht in der Süddeutschen eine ziemlich gute Analyse des­sen, was im Nahen Osten ist und werden könnte, nachdem sich dort die Amis rar und die Russen breit gemacht haben. Bei seiner Situationsbeschreibung dessen, was ist, bleibt er sogar hinter dem aktuellen Stand zurück, wenn er schreibt:

    Wer sich heute mit den Iranern versteht, hat morgen einen Fuß im Irak. Teheran regiert in Bagdad mit, denn beide Staaten sind schiitisch. So wie Putin den „Islamischen Staat“ (IS) und die anderen Assad-Feinde in Syrien bombardiert, könnte er auch Waffenhilfe im Irak leisten.

Die Einladung aus Irak ist schon da, denn der Irak hat vorgestern den Luftraum für die russischen Bomber aus dem Iran aufgemacht und SPUTINKI wartet mit der amüsanten Meldung auf, dass „Russische Kampfjets auf Hamadan-Basis auf Bitte Syriens“ sind.

Natürlich wird sich Russland im Nahen und Mittleren Osten weiter ausbreiten. Daran wird auch eine scharfe Hillary als US-Prez nix ändern.

Und wenn bei SPUTINKI zu lesen ist, dass der „Kauf von russischen S-400-Raketensystemen … nicht auf dem Plan“ steht, dann fehlt nur das „heute„.

Und wenn bei SPUTINKI steht, dass „Teheran Moskau weitere Fliegerbasen vorerst nicht in Aussicht“ stellt, dann muss nur das „vorerst“ gestrichen werden.

Und nobody hat aus den für ungewöhnlich gut kreisenden Informan­ten er­fah­ren, dass Ehrdowahn an S-400 interessiert ist😯 Was besseres kann Vladdie doch gar nicht passieren. Ein formales NATO-Mitglied Türkei, bestückt mit russischen Waffen.
karl-may
Erdowahn will nicht die Seiten wechseln, je­den­falls nicht offi­ziell an dieser Front, sondern er sucht seine eigene Koalition gegen die Kurden. Die waren … und sind es noch … gefragt, solange die Kurden gegen den IS kämpften. Nun sind die letzten Tage des IS ge­zählt und Recep muss sich Gedan­ken machen, wie er die aus dem Sack ge­las­senen Kurden wieder in selbigen zurück kriegt. Die werden nämlich an seiner Grenze einen ei­ge­nen Staat fordern und der steht ihnen auch (schon lange) zu, nicht nur, weil sie ihm Osten und der Mitte der IS-Front die Haupt­arbeit ge­leis­tet haben.

Für alle Anrainer des noch imaginären Kurdistans … Türkei, Iran, Irak und viel­leicht sogar Syrien und damit Vladdie als Assads Buddy … gilt, eine in­ter­na­tio­nale Friedenskonferenz unter UN-Mandat für das Kriegsgebiet zu verhindern, denn am Tisch dieser Konferenz würden auch die Kurden sitzen und so blöde noch einmal nicht „HIER!“ zu schreien, werden die Kurden nicht sein.

Zur Erläuterung in Kürze:

Das Osmanische Reich gehörte zu den Verlierern des Ersten Weltkrieges und wurde 1920 im Vertrag von Sèvres auf Kümmelgröße reduziert. Sogar die Rus­sen wollten vorher, vor Lenin, ein Stück Türkei haben. Kurdistan sollte Au­to­no­mie erhalten und sogar staatliche Unabhängigkeit, wenn es ihnen binnen Jah­res­frist gelingen sollte, dem Völkerbund nachzuweisen, dass sie reif für einen Staat seien … wo arrogant war man damals … naja, hat sich nicht viel ge­än­dert.

Dazu kam es nicht mehr, weil die Türken schon vorher angefangen hatten, ge­gen die Griechen ein bisschen Krieg zu machen und der führte zum Vertrag von Lausanne, bei dem das Kurdengebiet 1923 zwischen Iran, Irak, Türkei und Sy­rien aufgeteilt wurde. Von einem Kurdistan war nicht mehr die Rede.

Heute hätten die Kurden bei einer ähnlichen Konferenz wohl einen wichtigen Fürsprecher: Hillary, die anders als das Weichei Wilson agieren würde. Woodrow Wilson hatte 1917 zwar gefordert, das alle Minderheiten in der Türkei das Recht haben sol­len, sich ohne Gewalt von außen zu eigenständigen Staaten zu ent­wickeln, aber mehr ist aus Punkt 12 seiner 14 Punkte auch nicht geworden.

Dass die Russen an einer allgemeinen internationalen Konferenz zur Neu­ordnung des Vorderasiatischen Chaos Interesse haben, ist nicht zu befürchten. Das ma­chen sie schon selbst mit der Neuordnung … vielleicht. Um neu ordnen zu kön­nen, muss man die alte Ordnung erst­mal kaputt machen … zerbomben. Der Teil des Films läuft gerade in Syrien und die Fortsetzung folgt im Irak.

pfeifputWenn dann alles kaputt ist, wer­den die Ka­put­ten fra­gen: Und wer räumt den Mist auf? Dann wird sich Vladdie zur Seite dre­hen und sich ei­nen Pfei­fen, denn Russland hat fertisch. Wie­der­auf­bauen und den Wiederaufbau bezahlen, das darf dann wieder der pöhse Westen. Aber diesmal gilt: do ut des … schmeiß den Vladdie raus, oder es gibt keine Knete, sondern nur Kopeke😎

Die Kurden werden jedenfalls nach dem Ende des IS weiter kämpfen müssen, aber diesmal gegen Russland, Türkei und Iran/Irak. Die beiden Letztgenannten kann man langfristig durchaus in einem schiitishdn Atemzug nennen, denn da haben die Mullahs noch eine Rechnung offen. Was unter dem Strich rauskommt, ist Vladdie egal, Hauptsache er kann viel Wüstenstaub aufwirbeln, der seine wah­ren Absichten vernebelt.

Was seine wahren Absichten sind? Keine Ahnung und wenn nobody eine hätte, würde sie keiner ernst nehmen.