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Es ist wieder so weit. Im SPIEGEL ist zu lesen:bristol

    „Monsieur, es macht mich glück­lich, dass Sie diese Frage auf­wer­fen“, so zitiert ihn Lanzmann, der den berühm­ten Dokumen­tarfilm „Shoah“ gedreht hat und als fran­zösischer Parti­sane gegen die Nazi-Be­satzer kämpfte. „Ich bin selbst Jude, es han­delt sich bei der Maß­nahme um eine bewuss­te Ent­schei­dung der Direk­tion des Kempinski-Ho­tels, gegen die wir leider macht­los sind.“ Weiter habe der Mit­arbeiter gesagt: „Die Mehr­heit un­serer Kund­schaft sind Ara­ber, und sie haben ver­langt, dass Israel ge­stri­chen werde.“
    Das klingt ungeheuerlich. Auch deshalb, weil der Kempinski-Gründer Berthold selbst jüdischen Glaubens war, das Unternehmen wurde in der Nazizeit arisiert.

Es geht um das Hotel Kempinski am Kudamm in Berlin, auf dessen Telefon­liste die Vorwahl von Israel fehlt (+972), wie der französische Shoah-Regisseur Claude Lanzmann in der FAZ berichtet. „Ein unglücklicher Zufall„, sagt Kem­pin­ski im Tagespiegel, keines­wegs Absicht. Kann sein, denn es sind ja nicht alle 193 Ländervorwahlen weltweit verzeichnet, sondern nur 35, wohl diejenigen, die Kempinski für wichtig gehalten hat
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… und Israel ist nicht wichtig, denn schließlich wurde es 1937 arisiert … nein, nur das Hotel des Berliner Juden Berthold Kempinski wurde arisiert, seine Nach­fahren selbst wurden bloß vergast.

Wie dem auch sei … schön, dass der SPIEGEL die alte toitsche Sprachkultur hoch­hält und wieder „arisiert“ verwendet. Sicher keine Absicht.

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