Schlagwörter

, ,

Wo ein Willy ist, ist auch ein Buschnobodys juristisches Hauptmotiv hat ein Chefarzt in Düsseldorf nicht beherzigt. Der gute Mann war geschieden. Kommt vor. Dann hat er sich wieder getraut. Kommt auch vor. Deswegen wurde der Chef gefeuert. Sollte nicht vorkommen, aber Arbeitgeber des Chêfarztes ist die Katholische Kirche und für die ist die „Wilde Ehe“ ein Dorn im Age.

Gegen die Kündigung ist der Chefarzt vor Gericht gezogen, um endlich beim Bun­des­arbeitsgericht (BAG) Recht zu bekommen. Doch die Pfaffen geben nicht auf und haben das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) angerufen. Karlsruhe hat das BAG-Urteil aufgehoben und die Sache zur erneuten Entscheidung zurüch nach Erfurt geschickt (BVerfG, Beschl. v. 22.10.2014, Az. 2 BvR 661/12) .

Das hat das BAG jetzt auch gemacht … oder auch nicht, denn die höchsten Arbeitsrichter haben das Verfahren überraschend ausgesetzt und dem EuGH vorgelegt (BAG, Beschl. v. 28.07.2016, Az. 2 AZR 746/14 (A)) mit der zu klä­ren­den Frage, ob und warum der katholische Chefarzt härteren Sanktionen we­gen seines Privatverhaltens unterliegt als seine evan­gelischen Kollegen. Es ist nämlich so, dass das Krankenhaus auch evangelische Chefärzte beschäftigt und davon gibt es auch wiederverheiratete und denen wurde nicht gekündigt … interessante Frage und auf die Antwort aus Luxemburg darf man gespannt sein.

Kampf der juristischen Titanen: BVerfG vs. EuGH. Eigentlich hatte das BVerfG die jetzt vom BAG an den EuGH gestellte Frage schon geklärt und ausgeführt, dass diese Art von Diskriminierung bei Leitenden eines sogenannten Tendenz­be­trie­bes zu­läs­sig ist. Es ist nur so, dass die Katholen inzwischen Art. 5 Abs. 2 Ziff. 2 lit. c Grundordnung des kirchlichen Dienstes inzwi­schen „liberalisiert“ ha­ben. Heute dürfte dem Scheffe, der sich wieder traut nicht mehr gekündigt wer­den. Ergo könnten die Pfaffen den Rechtsstreit in der Haupt­sache für er­le­digt erklären. Tun die Barmherzigen aber nicht, weil was ein­mal Recht war auch Recht bleiben muss. Das Argument kommt mir aus den Nürn­berger Pro­zes­sen bekannt vor.

Spielt zwar in dem Fall keine Geige mehr, weil es zu dafür zu spät ist, aber wa­rum ist der Onkel Doktor nicht vorher vom katholischen Glauben abgefallen und hat zu den Protestanten riiberjemacht? Deswe­gen hätte man ihm nicht kün­di­gen können und dort hätte er auch ganz offiziell wieder heiraten können, oh­ne eine Kündigung befürchten zu müssen. Ätsch!

Warum mit dem Kopp durch die Wand, wenn es auch mit Sahne geht?

Advertisements