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Wurde aber auch Zeit, dass sich mal Profis des „seltsamen Gebarens des Herrn Benecken“ (SPIEGEL Laterpay) annehmen. Burkhard Benecken ist der Anwalt von Gina-Lisa Lohfink und wie der Teufel und nobody es wollen, habe ich über diesen Anwaltsdarsteller heute gesenft. Ein paar Fälle des Advokaten und Sätze aus dem SPIEGEL:

  • Der Jurist ist bekannt für große Schlagzeilen – doch seine wenig ruhmreiche Geschichte wirft jetzt ein neues Licht auf den umstrittenen Fall …
    Seit Jahren zieht er auch prominente Mandanten an, in der Regel von Liga C an abwärts: TV-Koch Frank Rosin zum Beispiel, Reality-Star Dieter Wollny und jüngst It-Girl Gina-Lisa Lohfink …
    Recherchen von SPIEGEL ONLINE legen nahe, dass es Benecken oft vor allem darum geht, Schlagzeilen zu erzeugen .
    Ehemalige Mandanten ärgern sich heute, dass sie medialen Glanz mit ju­ris­ti­scher Finesse verwechselt haben. Und es ist ein Gebaren, das den Fall Gina-Lisa Lohfink in neues Licht taucht …
  • Vor zwei Jahren stand sein Mandant Frank Rosin wegen eines Blitzer­fotos vor Gericht, der TV-Koch sollte deutlich zu schnell gefahren sein. Vor Gericht trug Benecken vor, am Steuer habe nicht Rosin gesessen, sondern ein Fahrer mit einer Rosin-Maske. Der Richter glaubte kein Wort …
    Anm. nobody: Zu viel Colombo geguggt 😛
  • Benecken … versprach, seine Kanzlei wer­de Lohfink dabei unterstützen, ei­nen Verein für Opfer von sexueller Gewalt zu gründen … 2011 wollte Be­ne­cken den Verein „Kampf der Internetsucht“ gründen. Anlass war der Fall seines Mandanten Deniz A., der als „Promi-Hacker“ Schlagzeilen machte. Und Mandant Muhlis A., einst als „Klaukind Mehmet“ ein Politikum, kündigte 2014 den Verein „Gewaltig gegen Gewalt“ an. Beide Vereine, das bestätigte Be­ne­cken SPIEGEL ONLINE, gibt es bis heute nicht.
  • Britta Assauer … sagt: „Ich fühle mich von ihm verraten.“ Die Ex-Frau des früheren Schalke-Managers Rudi Assauer verlor an der Seite von Benecken ein arbeits­rechtliches Verfahren. Ein Mann behauptete, er habe für sie Hilfs­dienste im Haushalt geleistet und forderte dafür Geld ….
    Das Arbeitsgericht Gelsenkirchen … übte … scharfe Kritik: Die Assauer-Seite habe sich zu den „detailreich geschilderten Arbeits­handlungen überhaupt nicht erklärt“. Es gebe nur ein all­gemeines Dementi – das aber sei zu wenig … Nach der Niederlage habe er zur nächsten Instanz geraten. Das Lan­des­ar­beitsgericht Hamm aber ließ Anfang Juni 2013 eine Berufung nicht zu, wie­de­rum verbunden mit einem Seitenhieb. Es reiche nicht aus, das an­ge­foch­tene Urteil mit formelhaften Wendungen anzufechten.
  • Der Hypnotiseur Martin Bolze, Künstlername „Pharo“, trauert dem Geld hin­ter­her, das er Benecken gezahlt hat. Der TV-Künstler war nach einem Auf­tritt im Fern­sehen wegen angeblicher Verstöße gegen das Heil­prak­ti­ker­ge­setz angezeigt worden … Einmal will Bolze dem Anwalt auf dessen Wunsch 2000 Euro Honorar bar übergeben haben, bis heute ohne Quittung … Benecken teilte mit, die Bar­zahlung sei auf Wunsch des Mandanten erfolgt, Bolze wer­de „entsprechend unserer Übung“ eine Quittung erhalten haben …
    Eines Abends Anfang 2013, so sagt Bolze, habe er Besuch von Benecken be­kom­men. Der ha­be ihm gesagt, für 10.000 bis 15.000 Euro sei die Akte vom Tisch. Bolze will entrüstet abgelehnt haben. Er beauftragte später einen an­de­ren Anwalt. Bolzes Partnerin bestätigt die Episode.
    Benecken teilte mit, der ermittelnde Staatsanwalt habe ihm damals angebo­ten, ge­gen Zahlung eines „größeren Geldbetrages an irgendeine karitative Einrichtung“ könne das Verfahren eingestellt wer­den. Das habe er Bolze le­dig­lich ausgerichtet.
    Bolzes neuer Anwalt Thomas Behrens aus Oldenburg sagte auf Anfrage, er habe nach Übernahme des Falls eine Stellungnahme an die Staats­an­walt­schaft geschickt. Drei Tage später sei das Verfahren „ohne weiteres mangels Tatverdacht“ eingestellt worden. Dass die Staats­an­walt­schaft zuvor eine hohe Summe gefordert haben solle, sei „unwahrscheinlich“. In den Akten lasse sich eine solche Forderung auch nicht finden.

Alles was wir sagen, ist wahr, aber wir sagen nicht alles, was wir wissen„, so umschrieb Benecken jüngst sein berufsethisches Credo. Doch für eine gute Story nimmt es Benecken offenbar längst nicht immer so genau, wie er gern vorgibt.

Naja … wie der Herr, so’s Gescherr.

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