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Wer geglaubt hat, dass nobody die Themen ausgehen, weil er über olle Kamellen aus Spanien und Portugal senft, der kennt nicht das Amtsgericht Münster und den Rene Schneider. Dass dieser falsche Anwalt mich an­ge­zeigt hat, hab ich ja gepinselt. Heute erreicht mich der Strafbefehl vom AG Münster (Az: 52 Cs 62 Js 3***/16). 20 Tagessätze … stelle fest, die Ehre des Schneider ist mehr wert als die Ehre eines Galgenmannes, denn wenn der sich beleidigt fühlt, bringt das beim Amts­gericht Aua nur 15 Tagessätze. Ich sammel mal weiter. Wär doch ge­lacht, wenn ich das Jahr nicht voll kriege. Wo darf ich absitzen? Im Sack­sen­sumpf wär mir nicht so liebt. Dann schon lieber in Werl.

nobody wird wegen § 185 StGB verurteilt, weil er den Schneider Clown und Dauerquerulant genannt hat und außerdem verraten hat, dass der Schneider nach 52 Semestern Jura zwangsexmatrikuliert wurde. Letzteres ist eine Tat­sa­chenbehauptung und dafür müsste nobody eigentlich nach § 186 StGB wegen übler Nachrede oder besser noch Verleumdung gem. § 187 StGB ver­knackt werden. Zum Glück nimmt das ein westfälischer AmtsVogler nicht so genau … Schwein gehabt.

Seit dem ich nicht mehr anwalte sondern blogge, wird mir erst die ganze Di­men­sion des deutschländischen Justizelends bewusst.

Ach ja, die Überschriftwas hat es damit auf sich? Der richtige Schneider wollte mal wen verteidigen und das hat das Land­gericht Bochum nicht zu­ge­las­sen, weil …

    … die gemäß § 138 Abs. 2 StPO beizu­ordnende Person in beson­derer Weise die Befähigung zur Führung der Vertei­digung besitzen müsse. Der An­trag­steller habe aber nicht nach­gewiesen, dass er diese Befähigung besitze. Das Straf­verfahren gegen den Angeklagten habe spe­zielle und komplizierte Fra­ge­stellungen auf dem Gebiet des Körperschafts-, Einkommens- und Um­satz­steuerrecht zum Inhalt. Der An­trag­steller könne weder eine abgeschlos­sene juristische noch eine steuer­rechtliche Ausbildung vorweisen. Es könne da­hin­stehen, ob er das Rechtswissenschaftsstudium aufge­nommen bzw. über 52 Semester betrie­ben habe. Jedenfalls habe er das erste juristische Staats­ex­amen nicht abgelegt …

Beweis: Beiziehung der Akten Oberlandesgericht Hamm, 2 Ws 9 – 11/06, Be­schluss des OLG Hamm, 2 Ws 9 – 11/06.

Diese Info bruht auf den von der StA Bochum festgestellten Tatsachen, von de­nen die StA Münster wohl nix weiß.

Und zum „Dauerquerulanten“ diese Info von der Uni Münster:

    Der jüngste Fall ist allerdings nur noch alarmierend zu nennen: Mit der Partei im Rücken kam Amokkläger Rene Schneider beim Oberverwal­tungs­gericht Münster mit einer Kla­ge gegen eine Ver­anstaltungs­reihe der Fachschaft Ge­schich­te durch. Diese Ver­anstal­tungen luden Zeit­zeugen des Nazi­regimes — Verfolgte, KZ-Opfer, Widerständler — zu öffent­lichen Gesprä­chen.
    Ver­boten, so das OVG, weil „nicht spezi­fisch und unmittel­bar hoch­schul­be­zo­gen“, „inhaltlich-wer­tende Aus­ein­ander­setzungen mit Ge­gen­ständen des Stu­dien­fachs“ ge­hö­ren nicht zu den Auf­ga­ben von ASten, auch nicht in Nord­rhein-West­fa­len. Dass Schnei­der – der ge­gen­wärtig 18 Ver­fah­ren ge­gen den AStA gleich­zei­tig füh­ren soll – mit die­ser Kla­ge durch­kam, ist nicht nur ange­sichts der unbe­streit­bar sen­siblen Thema­­tik we­gen erschreckend.

Aber da gibt es noch viel mehr. Z.B. das hier:
asylschneider
Und wer sich die 1001 Schneider-Seiten ansieht (etwa die hier), der muss wie nobody zu der un­freien Meinung i.S.v. Art. 5 GG kommen, dass dafür nur Que­ru­lant nicht mehr ausreicht. Das ist Volxverhetzung der übel­sten Sorte … Hohles Gerücht, dafür bitte 10 Tage extra!

Zur Entlastung des AG Münster ist zu berücksichtigen, dass die Ärmsten so schneidergenervt sind, dass sie anscheinend jede Schneider-Scheiße ab­nicken, Hauptsache der gibt Ruhe.

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