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In der ZEIT bekommt „Die ’neue‘ Linke“ von der literatischen Skandalnudel Maxim Biller mächtig ihr quer­front­lerisches Fett wech. nobody dachte zuerst, ich träume … habe ich das etwa selbst schlafwandlerisch gepinselt?

    Die größten Helden der neuen alten Linken, die sich übrigens in der Regel über­haupt nicht für links halten, sondern für wahnsinnig liberal und frei­heits­liebend und sich darum gern hinter dem Etikett Mitte-Links verstecken, hei­ßen Slavoj Žižek, Yanis Varoufakis, Sahra Wagenknecht, Jakob Augstein und – als Special Guest aus Yankee-Land – Bernie Sanders, der 1985 mit Daniel Ortega die nicaraguanische Revolutions­parade abnahm, danach vergeblich versuchte, in Kuba Fidel Castro ken­nenzu­lernen, und, weil das nicht klappte, in die Sowjetunion reiste, um dort wenigstens ganz linien­treu seine Frau zu heiraten. Was für eine Galerie des kaum verhüllten neobol­schewis­tischen Grau­ens! ROFLŽižek, reden wir jetzt kurz über ihn, ist der slo­wenische ADHS-Philosoph, von dem alle wissen, dass er einmal mit einem Model verhei­ratet war, während es sich offenbar noch immer nicht herumgesprochen hat, dass er hinter seinen scheinbar aufklärerischen Ideen und Volten wie ein guter Tschekist seine wahre Absicht ver­birgt: die Wieder­herstellung des Stali­nismus-Le­ni­nismus in den ideologischen Grenzen von circa 1929. „Der Westen“, schrieb Wladimir Iljitsch Žižek gerade erst in bester jesuitisch-marxistischer Manier im Spiegel, „praktiziert nicht nur Ausbeu­tung und Gewalt, sondern er ist in der Lage, diese brutale Wirklichkeit auch noch als das komplette Gegen­teil zu präsen­tieren: als Freiheit, Gleichheit und Demokratie.“ Wirklich, verehrte Spiegel-Redakteure, das haben Sie gedruckt? Und wenn das Erschießungs­kommando des neuen NKWD kommt, werden Sie sich dann auch noch selbst Ihre Au­gen­binden umlegen?
    Dass Yanis Varoufakis, der ehemalige griechische Finanzminister, aus­ge­rech­net in der Bild-Zeitung schreiben darf, hinter der deutschen Griechenland-Rettung stecke in Wahrheit der „geheime Plan“, Madrid, Rom und Paris zu kontrollieren, ist vielleicht etwas weniger raf­finiert und perfide und zugleich der tausendunderste Versuch trauriger Springer-Redak­teure, der Welt zu beweisen, dass sie auch fortschrittlich sein können. ROFLTrotz­dem nervt es natürlich. So wie Sahra Wa­gen­knechts Talkshow-Dauer­abo. Die Linke mit den Leonid-Breschnew-Gedenkaugenbrauen darf ungefähr einmal in der Woche vor Millionen von Fernsehzu­schauern mehr oder weniger offen erklären, sie erhoffe sich von der Zer­stö­rung des Kapita­lismus inso­fern eine neue soziale Ge­rech­tig­keit, als dass es dann – bis auf sie, Oskar Lafon­taine und Walter Ulbricht – allen gleich schlecht ge­hen würde, und dass das möglich ist, hat möglicher­weise auch damit zu tun, dass Talk­show-Redak­tionen am liebsten dres­sierte Papageien ein­laden und keine denkenden Menschen.
    Nur über Jakob Augstein, dessen Beliebtheit, so ähnlich wie bei einem AfD-Politiker, mit jeder seiner judeo­phoben Kolumnen weiter steigt, statt zu fal­len, müssen wir hier eigent­lich nicht länger reden, weil er, der so herr­lich von oben herab näselnde Wehr­machtoffiziers-Wieder­gänger, wahr­schein­lich oh­ne­hin bald ganz of­fen auf die andere Seite der Quer­front wechseln wird. Doch, natürlich müssen wir über ihn reden, denn keiner reprä­sentiert den auto­ritären, popu­listischen, antiaufklärerischen Geist des Mitte-links-Denkens so gut wie er, der Verteidiger von Mindestlohn, Hamas und Putin …

Nein, so gut bin ich nicht. Maxim und nobody haben halt nur ähnliche Biografien und wissen, von was sie pinseln. Wer’s nicht kennt, hat’s Leben verpennt. Wer es nicht gelesen hat, hat nix zu lachen.

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