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… oder auch nur „Zwei Brüder“ aus dem „Buch der Lieder

von Heinrich Heine

    Oben auf der Bergesspitze
    Liegt das Schloß in Nacht gehüllt;
    Doch im Thale leuchten Blitze;
    Helle Schwerter klingen wild.

    Das sind Brüder, welche fechten
    Grimmen Zweikampf wutentbrannt;
    Sprich, warum die Brüder rechten
    Mit dem Schwerte in der Hand.

    Gräfin Laura’s Augenfunken
    Zündeten den Brüderstreit;
    Beide glühen liebestrunken
    Für die adlig holde Maid.

    Welchem aber von den beiden
    Wendet sich ihr Herze zu?
    Kein Ergrübeln kann’s entscheiden.
    Schwert heraus, entscheide du!

    Und sie fechten kühn verwegen,
    Hieb auf Hiebe nieder krachts.
    Hütet Euch, ihr wilden Degen:
    Grausig Blendwerk schleicht des Nachts!

    Wehe, wehe, blut’ge Brüder!
    Wehe, wehe, blut’ges Thal!
    Beide Kämpfer stürzen nieder –
    Einer in des andern Stahl.

    Viel Jahrhunderte verwehen,
    Viel Geschlechter deckt das Grab;
    Traurig von des Berges Höhen
    Blickt das öde Schloß herab.

    Aber nachts am Thalesgrunde
    Wandelt’s heimlich, wunderbar!
    Wenn da kommt die zwölfte Stunde,
    Kämpfet dort das Brüderpaar.

feindbrother
Sternberg und Liebenstein, die Burgen der feindlichen Brüder auf einer alten Ansichtskarte

nobody hat sich gedacht, etwas Kultur kann keinem Toitschen schaden und je­der Toitsche sollte nicht nur Goethes Faust kennen, sondern auch Heini Heine. Darum nerve ich auch kleine Deutsche im „Rheingold“ mit Heini und die haben Spaß daran, wenn der komische alte Onkel von sich gegen­seitig brüder­lich meu­cheln­den Rittern in alten Zeiten rezitiert, lauschen dann gebannter als bei je­dem nervigen Ruf eines Pokemon

nobody liebt Heine. OK, ich liebe auch Goethe und weil Johann am 10. Mai 1772 in Wetzlar am Reichskam­mergericht, dem ersten toitschen BGH als Referendar aufschlug, habe ich viel­leicht Rechte stu­diert aber nicht Goethe geliebt. JoWo, wie man heute viel­leicht sagen würde, habe ich wegen Lotte geliebtwerther und wie Werther echt (aber ohne Dep­pen­apo­stroph) gelit­ten, denn nobody hat­te auch eine Lotte in Wetz­lar und die hatte sogar bei­na­he am sel­ben Tag Burz­eltag … gelle, mein Schlaganfall, das has­te bis heu­te gar nicht ge­wusst. Und getrof­fen ha­ben wir uns auch an einem Tag im Juni, wenn auch genau 200 Jahre später und nicht im Jagdhaus beim Tanz, son­dern beim Po­po­wackeln mit heißen Höschen auf der Trep­pe in der Goethe­schule. Nix hab ich ver­gessen. Habe ich von Omi geerbt, die noch mit 90 Schillers Glocke fehler­frei rezitieren konnte.

Aber Harry, den ich Heini nenne, liebte des Scharfrichters rot­haari­ges Töch­terlein und Frankreich … so wie nobody, aber auf den Geschmack bin ich erst in Bonn gekom­men, wo ich wie Heini Rechte studiert habe und in des­sen Hei­mat­stadt, dem hass­ge­lieb­ten Düs­sel­dorf, ich bei­de Staats­examina abge­legt ha­be. Im Ge­gen­satz zu Heini habe ich die Rechte ge­liebt, ob­wohl … wenn von Heini immer das Gegen­teil behaup­tet wird, dann ist das falsch. Dass er sich ge­ekelt von den Rech­ten abge­wandt hat, lag an sei­nem Stu­dium der Kameralistik. Das kann no­body verste­hen, denn mir ging es nach drei Semestern VWL nicht bes­ser.

Ein unglaublich ignoranter Richter … oder war es ein Rechter? … nannte nobody vorgestern einen Juristen, weil ich Jura studiert habe. Ich habe nur, weil ich ihn geistig nicht überfordern wollte, erfolglos wider­sprochen und zu Protokoll gegeben, dass ich Rechte studiert habe, weil Jura schon begrifflich falsch ist und mir der Bezug zu Heini was wert war. Und natürlich wegen kotzErnst Moritz Arndt, den Lehrer, den Heini sein Lebtag verspottet hat … ein Rechter würde sagen: beleidigt!

    Schon sah ich den Arndt, den Vater Jahn –
    Die Helden aus andern Zeiten
    Aus ihren Gräbern wieder nahn
    Und für den Kaiser streiten.
    Die Burschenschaftler allesamt
    Aus meinen Jünglingsjahren,
    Die für den Kaiser sich entflammt,
    Wenn sie betrunken waren
    Ich sah das sündenergraute Geschlecht
    Der Diplomaten und Pfaffen,
    Die alten Knappen vom römischen Recht,
    Am Einheitstempel schaffen –
    Derweil der Michel geduldig und gut
    Begann zu schlafen und schnarchen,
    Und wieder erwachte unter der Hut
    Von vierunddreißig Monarchen.

Aus „Michel nach dem März„.

Auf den Gedanken, eine Uni nach einem rassistischen Nazikotz

    Die Deutschen sind nicht durch fremde Völker verbastardet, sie sind keine Mischlinge geworden, sie sind mehr als viele andere Völker in ihrer an­ge­bo­re­nen Reinheit geblieben und haben sich aus dieser Reinheit ihrer Art und Natur nach den stetigen Gesetzen der Zeit langsam und still entwickeln kön­nen; die glücklichen Deutschen sind ein ursprüngliches Volk …

zu benennen, kön­nen wohl nur Ossis kommen. OK, nobody will fair sein: Göring war es 1933 und der hat im Ersten Weltkrieg sicher Postkarten wie diese
EK1
verschickt, nachdem er am 25. März 1915 das EK I. erhalten hatte. Hatte auch Erwin, aber der war nicht stolz auf EMAs wohl berühmtesten „Gedicht“, das dem Eisernen Kreuz den Namen gegeben haben soll:kotz

    Der Gott der Eisen wachsen ließ,
    Der wollte keine Knechte,
    Drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
    Dem Mann in seine Rechte.
    Drum bist Du unsre höchste Zier,
    Du Heilig Kreuz aus Eisen,
    Den Vätern gleich auch wollen wir
    Uns würdig Dir erweisen.

Das kennt ja heute zum Glück kaum noch jemand, außer Rechten. Trotzdem ver­spürt nobody der Wild­pinkler immer, wenn ich in Bonn am EMA-Haus vorbei­komme, einen unbeherrschbaren Harndrang 😛 und irgendwann werde ich auch mutig genug sein, um dem Arsch in den Vorgarten zu kacken. Dann darf er sich beleidigt fühlen 😈

Eins von Heini kennt zum Glück aber jeder, seine Nachtgedanken und wenn auch nur die ersten Zeilen:

Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht

henkerSeid mir nicht bö­se, ihr lie­ben Os­sis und vor al­lem Leip­ziger, aber die Frei­heit leb­te im­mer und lebt im­mer noch wei­ter am Rhein, dort wo Heini Und no­body küss­ten der Scharf­rich­ter Töch­ter­lein. Wenn sie das ver­grif­fe­ne Buch „Und küss­te des Scharf­rich­ters Toch­ter – Hein­rich Hei­nes ers­te Lie­be“ von Fre­de­rik Het­mann alias Kirsch ir­gend­wo in die Fin­ger krie­gen: KAUFEN! Schon für Kin­der ab 8 ge­eig­net, denn mit der Kul­tur kann man gar nicht früh ge­nug an­fan­gen … und vor al­lem: Nie aufhören!

Lust auf mehr Heini? Alles bei der Uni Trier.