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Heute ist Beleidigungstag 😎 Mit Beleidigungen ist das so eine Sache. Wenn man eine Beleidigung wörtlich nimmt, dann ist es meist keine. Und wörtlich muss man die Beleidigung nehmen, denn bei Beleidigungen kommt es aufs Wort an. Die Beleidigung ist eine wörtliche Ohrfeige. Wäre die Tat mit der Hand begangen worden, wäre es Körperverletzung. Die Beleidigung ist auch nur eine Meinung. In Gegensatz dazu geht es beim „Rufmord“ um falsche Tatsachen. Das muss man fein auseinander halten, sonst kommt Scheiße raus.

iqtoastSo wie beinahe gestern beim Amtsgericht Köln, wo ein Clown angeklagt war, die NRW-Mini­prä­sidentin Hannelore Kraft u.a. mit den Worten belei­digt zu haben: „Sie haben einen IQ wie ein Toast­brot„. Das kannte nobody bisher nur mit Knäckebrot, aber Toastbrot ist auch gut.

Die erkennende Strafrichterin stellte … hoffentlich nicht nach Beweisaufnahme … fest: „Toastbrot hat keinen IQ.“ (EXPRESS). Und nu?

Nun ist es also mangels Vergleichsmassstab keine Tatsachenbehauptung, son­dern eine Meinung, die, wie die Richterin sagte „… eine Grenze überschreitet, das war ein Angriff auf die Ehre der Minister­präsidentin.“ OK, aber die Mini­prä­si­den­tin hat keine besondere Ehre. Frau Kraft wird zwar zusätzlich durch § 90a StGB geschützt, aber die Mehl des Clowns war nicht „öffentlich, in einer Ver­samm­lung oder durch Verbreiten von Schriften„. Also normale Beleidigung. Hat die Richterin richtig erkannt. Schon mal was wert.

Aber war es denn eine Beleidigung?

Einen Intelligenzquotienten können per Definition nur Lebewesen haben, weil im Nenner, also unter dem Bruch­strich das Lebens­alter des Probanden steht und Toastbrot lebt nicht und wenn es ver­schimmelt, dann leben nur Pilze auf dem Brot. Was will der Clown also normativ betrachtet (wie Sie jetzt von der Ju­den­sau wissen), aus­sagen? Auf ein Minimum runter­gebrochen, dass er Hannelore nicht für besonders schlau hält. Er hätte auch dumm sagen können … wäre auch keine Beleidigung gewesen.

Der Clown hat aber noch mehr gesagt, z.B. „korruptes Pack“ und „Arschlöcher„. Korrupt ist eigentlich eine Tatsachenbehauptung, die aber, wenn sie substanz­los genug wie bei unserem Clown ist, zur beleidigenden Meinung werden kann. Also das könnte die Grenze sein, von der die kölsche Richterin sprach.

Von Arschloch sprach ein späterer deutscher Außenminister zum damaligen Bun­des­tagspräsidenten Richard Stücklen … straflos, obwohl nobody immer davor warnt, einen Menschen auf das Loch in seinem Arsch zu reduzieren. Der Arsch in dem man lecken kann ist toitsches Kulturgut, sein Loch nicht.

Und noch einen Radschlag nach Dümmendorf an Hannelore … ich darf doch, hab dich schließlich gewählt: Also, nur Dumme sind beleidigt, andere müssen 😎 Kraft-Ausdrücke aushalten können. Oder wie die Kids in Amerika singen: Sticks and stones may break my bones, but words will never hurt me … gibt’s auch in einer modernen SM-Fassung

Sticks and stones may break my bones, But chains and whips excite meSchlampe!

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