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1973 war nobody auf Schlössertour: WindsorVersaillesEl Escorial … OK, das ist jetzt kein Reinas :mrgreen: Schloss, denn Staat und Kir­che las­sen sich in Spa­nien wohl nicht trennen, aber sehr be­ein­druckend. Der größte Re­nais­sance­bau der Welt. Und wenn man den ab­latscht, dann kriegt nobody Hunger, weil von Kul­tur al­lein wird man nicht satt. Ich also run­ter ins Kaff ge­wan­dert und auf der Fut­ter­su­che sehe ich einen klei­nen Esel unter einem Baum stehen
burrito
nicht nur angebunden, sondern die Vor­der­bei­ne zusammengebunden. Da war ich fertisch 😦 aber immer noch hungrig. Ab ins erstbeste Etablissement. Das war nun wirklich das Erste und das Beste. Wer schon mal in San Lorenzo war, wird es kennen, das Hotel Los Lanceros mit Blick auf El Escorial und dem herrlichen Wintergarten, in dem gespeist wird. War wohl nicht gerade Mittagszeit und fürs Abendessen was früh, also war nobody der ein­zige Gast. Besonders glücklich waren die arrogant gelangweilt rumguckenden Spananier-Bedienungen nicht über meine Aufwartung. Und dann hatte ich auch noch die Frechheit was zu bestellen: Chateaubriand 😈 na denen habe ich es gezeigt 😎

Ich habe extra für diesen Senf nachgeguggt: Sie haben es nicht mehr auf der Karte, vielleicht meinetwegen :mrgreen: Der Chef hat meine Heraus­forderung jedenfalls ange­nommen und wollte ein Blutbad anrichten. Vielleicht hatte er auch die Hoff­nung, nobody schafft das nicht und er kann den Rest für den nächsten Gast zu Ende braten 😯 Aber da hat er sich geirrt. Jupp, jetzt kommt wieder der Seitenhieb auf meine Little-Beef-Wette

Apropos Irrtum: Das Chateaubriand ist Folge eines Irrtums und wurde ur­sprüng­liche auch nicht gegrillt. Ist schnell erzählt. Der Koch vom Vicount Chateaubriand hatte das Filet­stück für seinen Meister im lauwarmen Ofen verges­sen, wo es stundenland ganz sanft vor sich her­garte. Das kannste dem doch nicht mehr servieren … aber Chateaubriand hat­te wie nobody Hun­ger und da hat der Koch ihm da­zu schnell Zwie­bel­con­fit ge­macht, da­mit der den si­cher­lich ab­scheu­li­chen Ge­schmack des „ver­dorbenen“ Flei­sches nicht mehr raus­schmeckt. Denkste! Volltreffer.

Anyway … wie ich so im Blute badend an meinem Chateaubriand rumschnibbel, da kommt Leben in die Bude. Eine Horde Trainingsanzüge überfällt den Win­ter­gar­ten des Los Lanceros. Auch die Bedienungen, sämtlich männlich, wurden auf einmal munter und gesprächig und mein Aufpas­ser erklärte mir mit Händen und Füßen was vom Ball, dem Fútbol … soweit reichte mein Spanisch noch … und was von Real Madrid und „Training“ … soweit reichte sein Inglitsch noch.

Beim Nachtisch … süüüüß, aber das könnense jut die Spananier … kommt mir wieder der Burrito in den Sinn und ich beschließe meine Wanderpläne zu än­dern. Statt des toten Franco und Valle de los Caídos ich zurück zu dem Baum mit dem Eselchen, mein Bowie (Original!) gezückt, umgesehen … ritscheratsche … Klaps auf den Hintern und Tschüß!

Wahrscheinlich hat der Bauer den dummen Esel wieder eingefangen, aber sicher war es danach ein noch störrischerer Esel, weil er jetzt wusste, was Freiheit ist.

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