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abakusDigitalisierung ist ’ne fei­ne Sa­che. Ver­su­chen Sie mal mit ei­nem Abakus so schnell zu rech­nen wie mit dem x-be­lie­bi­gen Re­chen­pro­gramm ei­nes x-beliebi­gen Smart­pho­nes. Geht nicht. Aber ver­su­chen Sie mal mit ei­nem x-be­lie­bi­gen Han­dy Fo­tos so zu knip­sen wie mit ei­ner 500C von Has­sel­blad. Geht schon gar nicht, denn der Wür­fel macht es ana­log.

Ach Sie kennen die Hasselblad nicht?! Naja, wer kennt die schon. Also nobody erklärt die mal.

Billy kennen Sie!? Ich meine nicht die Kondom-Marke, sondern das IKEA-Regal. Die Hasselblad ist der Vorläufer von Billy … kommt auch aus Schweden und hat auch System. Stellen Sie sich einen hohlen Würfel vor. An 3 der 6 Seiten schnei­den Sie Löcher in den Hohl­körper: vorn, hin­ten, oben. Unten auch ein biss­chen und links und rechts ein paar klei­ne Boh­rungen. In den zer­löcherten Schweden­würfel hän­gen sie im Win­kel von exakt 45° einen ge­federt gela­gerten Spie­gel rein. Die Fe­dern des Spie­gel ver­bin­den Sie mit ein paar aus­ran­gierten Uhr­werken cube hasselbladund fer­tig ist die teuerste und beste Kamera der Welt! Die Hasselblad ist die ge­nial­ste Um­setzung der camera ob­scura, die man sich nur den­ken kann.

Fehlt da nicht was um mit dem Hohl­würfel knipsen zu können? Klar. Z.B. das Ob­jektiv. Das klatschen wir aufs vordere Loch. Ans Hin­tere ei­nen Ruck­sack mit dem Film. Da es ver­schie­de­ne Filme gibt, gibt es auch ver­schiedene Ruck­säcke, so­gar ei­nen für Po­laroid. Und als die Digital­fotografie aufkam, hat der al­te Schwe­de von Hasselblad ein­fach einen pas­senden Digi-Ruck­sack ver­passtdigiruck bekommen.

Auf das Loch oben schieben wir den der Aufnahme und den Umwelt­ver­hält­nissen entsprechenden Screen … matt, klar, cross­hair oder Fresnel … und da­rauf den „Sucher“, ent­weder als klas­sischen Licht­schacht, mit oder ohne Lupe, oder den Winkel.

An den Boden des Würfels hän­gen wir einen Motor … aber erst nach 1964 und als 500 EL. Man­che glau­ben ja, das an die 500C ange­hängte M (500 C/M) stün­de für Motor. Nee, das war die aus­tausch­bare Mattscheibe für das Loch oben 😎
apollovt
Und das knipst? Aber klar, sogar auf dem Mond … aber das ist si­cher nur ei­ne Ver­schwö­rungs­theo­rie :mrgreen: Und wo ist der Ver­schluss? Im Wech­sel­ob­jek­tiv. In je­dem? Jupp! Das ist doch teu­er. Jupp. 500, nicht Tacken, son­dern 500 Hun­dert­stel Se­kun­den war die kür­zeste Belich­tungs­zeit, die man mit der (daher der Name) 500C er­reichen konn­te … lä­cher­lich für heu­tige Ver­hält­nis­se, aber … frei nach Schwejk: gut und reich­lich!. Denn der Compur-Ver­schluss er­möglicht die völ­lige Syn­chro­ni­sa­tion mit dem Blitz bei vol­ler Öff­nung.

Ich glaube, nun hört nobody besser auf von der 500C zu schwärmen oder besser zu träumen. Nur eins noch:kurbel Die Kurbel!

Die Kurbel kam auch erst später und an der Kur­bel er­kannte man den Profi … also wie der Profi mit der Kur­bel umging. Die Kunst be­stand darin, die Kurbel so in den Daumen­sattel zwi­schen Zeige­finger und Dau­men zu klem­men, dass man mit dem Zeige­finger bei der Kur­bel­abwärtsfahrt den Auslöser drücken konn­te. Wer das nicht hin­bekam, der hat einen Ka­bel­auslöser ange­schraubt und den Trick mit dem Dau­men ver­sucht, um sich nach spä­tes­tens zwei Um­dre­hun­gen wie Laokoon von der Schlan­ge zu befrei­en 😛 Der Legende nach hat David Hemmings für die Hasselbad-Szene in „Blow Up“ Wochen mit der Kurbel geübt, um das profilike aussehen zu lassen.
blowup
So, jetzt wo Sie 500C-Fachmännin sind, meine Frage an Sie: Was ist das?
X1D
Ein junger Schwede X1D? 8000 Euro nur der Body und der ist nicht mal ein Cube. Sieht aus wie ’ne Packung Wasa-Knäckebrot :mrgreen: Eine Hasselblad ohne Spiegel 😯 Kein Klack = keine Hasselblad! Ohne Sucher? Eine Kamera ohne Su­cher ist wie ein Abakus ohne Kugeln. 43,8 × 32,9 mm nennen die Mittelformat. 6×6 ist Mit­tel­for­mat! Sonst nix! Und überhaupt: Wo ist die Kurbel?

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