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Vergessen Sie mal die Überschrift. Die ist nur dazu da, Intellektuelle anzulocken und vielleicht hat es bei Ihnen ja geklappt. nobody geht es aber um Intellek­tuel­le aus den USA … eigentlich nur einen … den Letzten 😎 David!

David hat gestern Hölderlin gebracht: „The Cult Of Hölderlin In The Third Reich“ … da kannste ma sehen … Amiland ist nicht Trump. Wer in Schland steht noch auf Blaue Blumen?

    „Nicht die Schätze sind es, die ein so unaussprechliches Verlangen in mir ge­weckt haben“, sagte er zu sich selbst; „fern ab liegt mir alle Habsucht: aber die blaue Blume sehn‘ ich mich zu erblicken. Sie liegt mir unauf­hörlich im Sinn, und ich kann nichts anderes dichten und denken. So ist mir noch nie zumute gewesen: es ist, als hätt ich vorhin ge­träumt, oder ich wäre in eine andere Welt hinüber­geschlummert; denn in der Welt, in der ich sonst lebte, wer hät­te da sich um Blumen bekümmert, und gar von einer so seltsamen Leiden­schaft für eine Blume hab‘ ich damals nie gehört. Wo eigent­lich nur der Frem­de herkam? Keiner von uns hat je einen ähn­lichen Menschen gesehn; doch weiß ich nicht, warum nur ich von seinen Reden so ergrif­fen worden bin; die andern haben ja das näm­liche gehört, und keinem ist so etwas be­geg­net. Daß ich auch nicht einmal von meinem wun­der­lichen Zu­stande reden kann! Es ist mir oft so ent­zückend wohl, und nur dann, wenn ich die Blume nicht recht gegen­wärtig habe, be­fällt mich so ein tie­fes, inniges Trei­ben: das kann und wird keiner ver­stehn. Ich glaubte, ich wäre wahn­sin­nig, wenn ich nicht so klar und hell sähe und däch­te, mir ist seitdem alles viel bekannter. Ich hörte einst von alten Zeiten reden; wie da die Tiere und Bäume und Fel­sen mit den Menschen ge­spro­chen hätten. Mir ist gerade so, als woll­ten sie allaugen­blicklich anfangen, und als könnte ich es ihnen ansehen, was sie mir sagen wollten. Es muß noch viel Worte geben, die ich nicht weiß: wußte ich mehr, so könnte ich viel besser alles begreifen. Sonst tanzte ich gern; jetzt denke ich lieber nach der Musik.“

    Berauscht von Entzücken und doch jedes Eindrucks bewußt, schwamm er ge­mach dem leuchtenden Strome nach, der aus dem Becken in den Felsen hinein­floß. Eine Art von süßem Schlummer befiel ihn, in welchem er un­be­schreib­liche Bege­ben­heiten träumte, und woraus ihn eine andere Erleuchtung weckte. Er fand sich auf einem weichen Rasen am Rande einer Quelle, die in die Luft hinaus­quoll und sich darin zu verzehren schien. Dunkel­blaue Fel­sen mit bunten Adern erhoben sich in einiger Entfernung; das Tageslicht, das ihn umgab, war heller und milder als das gewöhnliche, der Him­mel war schwarz­blau und völlig rein. Was ihn aber mit voller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue Blume, die zunächst an der Quel­le stand, und ihn mit ihren breiten, glänzenden Blät­tern berührte. Rund um sie her stan­den unzäh­lige Blumen von allen Farben, und der köstliche Geruch erfüll­te die Luft. Er sah nichts als die blaue Blume, und betrach­tete sie lange mit unnenn­barer Zärt­lichkeit. End­lich wollte er sich ihr nähern, als sie auf einmal sich zu bewe­gen und zu ver­än­dern anfing; die Blät­ter wurden glän­zender und schmieg­ten sich an den wach­senden Stengel, die Blume neigte sich nach ihm zu, und die Blüten­blätter zeigten einen blauen ausge­brei­teten Kragen, in wel­chem ein zartes Gesicht schwebte. Sein süßes Staunen wuchs mit der sonder­baren Ver­wand­lung, als ihn plötzlich die Stimme seiner Mutter weckte, und er sich in der elterlichen Stube fand, die schon die Morgensonne vergoldete. Er war zu entzückt, um unwil­lig über diese Störung zu sein; vielmehr bot er seiner Mutter freundlich guten Morgen und erwiderte ihre herzliche Umarmung.
    ….
    „Ach! liebster Vater, sagt mir doch, welche Farbe sie hatte“, rief der Sohn mit heftiger Bewegung.
    „Das entsinne ich mich nicht mehr, so genau ich mir auch sonst al­les ein­ge­prägt habe.“
    „War sie nicht blau?“
    „Es kann sein“, fuhr der Alte fort, ohne auf Heinrichs seltsame Heftigkeit Ach­tung zu geben. „Soviel weiß ich nur noch, daß mir ganz unaussprechlich zumute war, und ich mich lange nicht nach meinem Begleiter umsah. Wie ich mich endlich zu ihm wandte, bemerkte ich, daß er mich auf­merksam betrach­tete und mir mit inniger Freude zulächelte. Auf welche Art ich von diesem Orte weg­kam, erin­nere ich mich nicht mehr. Ich war wieder oben auf dem Berge. Mein Beglei­ter stand bei mir, und sag­te: Du hast das Wunder der Welt gesehn. Es steht bei dir, das glück­lichste Wesen auf der Welt und noch über das ein berühm­ter Mann zu wer­den. Nimm wohl in acht, was ich dir sage: wenn du am Tage Jo­han­nis gegen Abend wieder hier­her kommst, und Gott herz­lich um das Ver­ständ­nis dieses Traumes bit­test, so wird dir das höchste irdi­sche Los zu­teil werden; dann gib nur acht, auf ein blaues Blümchen, was du hier oben fin­den wirst, brich es ab, und überlaß dich dann demü­tig der himm­lischen Füh­rung. Ich war da­rauf im Traume unter den herr­lichsten Ge­stal­ten und Men­schen, und unend­liche Zei­ten gaukel­ten mit mannig­fal­ti­gen Verände­rungen vor meinen Augen vor­über. Wie gelöst war mei­ne Zunge, und was ich sprach, klang wie Musik. Darauf ward alles wieder dun­kel und eng und gewöhn­lich; ich sah deine Mut­ter mit freund­lichem, ver­schäm­ten Blick vor mir; sie hielt ein glän­zendes Kind in den Armen, und reich­te mir es hin, als auf einmal das Kind zusehends wuchs, immer heller und glän­zender ward, und sich end­lich mit blen­dend­weißen Flügeln über uns erhob, uns beide in seinen Arm nahm, und so hoch mit uns flog, daß die Erde nur wie eine gol­de­ne Schüs­sel mit dem sau­bersten Schnitz­werk aussah. Dann erin­nere ich mir nur, daß wieder jene Blume und der Berg und der Greis vorkamen; aber ich erwachte bald darauf und fühlte mich von hef­tiger Liebe bewegt. Ich nahm Ab­schied von meinem gast­freien Wirt, der mich bat, ihn oft wieder zu besu­chen, was ich ihm zu­sagte, und auch Wort gehalten haben würde, wenn ich nicht bald darauf Rom verlassen hätte, und ungestüm nach Augsburg gereist wäre.“

Schön, gelle!? So schön kornblumenblau wie die Gemeine Wegwarte
Wegwarte
Schön romantisch. Deutsche Romantik. Das verbindet nobody mit der deutsch-romantischen Blauen Blume. Nicht Hölderlin, sondern Heinrich von Ofterdingen von Novalishier „komplett“ … was heißt „komplett“ … unvollständig schön … eben DEUTSCH.

In Amiland sind sie hingegen von Hölderin besessen. Auf Davids Liste ist er gar Nummer 2 der „Top Ten German Poets“ … und Heini fehlt 😦 nobody glaubt, dass liegt nicht an Hölderlin, sondern an der amerikanischen Heidegger-Bes­sen­heit. Auch David knüpft die Heidegger-Hölderlin-Connection.Ister

    Jetzt komme, Feuer!
    Begierig sind wir,
    Zu schauen den Tag,
    Und wenn die Prüfung
    Ist durch die Knie gegangen,
    Mag einer spüren das Waldgeschrei.
    Wir singen aber vom Indus her
    Fernangekommen und
    Vom Alpheus, lange haben
    Das Schickliche wir gesucht,
    Nicht ohne Schwingen mag
    Zum Nächsten einer greifen
    Geradezu
    Und kommen auf die andere Seite.
    Hier aber wollen wir bauen.
    Denn Ströme machen urbar
    Das Land. Wenn nämlich Kräuter wachsen
    Und an denselben gehn
    Im Sommer zu trinken die Tiere,
    So gehn auch Menschen daran.
    Man nennet aber diesen den Ister.
    Schön wohnt er. Es brennet der Säulen Laub,
    Und reget sich. Wild stehn
    Sie aufgerichtet, untereinander; darob
    Ein zweites Maß, springt vor
    Von Felsen das Dach. So wundert
    Mich nicht, daß er
    Den Herkules zu Gaste geladen,
    Fernglänzend, am Olympos drunten,
    Da der, sich Schatten zu suchen
    Vom heißen Isthmos kam,
    Denn voll des Mutes waren
    Daselbst sie, es bedarf aber, der Geister wegen,
    Der Kühlung auch. Darum zog jener lieber
    An die Wasserquellen hieher und gelben Ufer,
    Hoch duftend oben, und schwarz
    Vom Fichtenwald, wo in den Tiefen
    Ein Jäger gern lustwandelt
    Mittags, und Wachstum hörbar ist
    An harzigen Bäumen des Isters,
    Der scheinet aber fast
    Rückwärts zu gehen und
    Ich mein, er müsse kommen
    Von Osten.
    Vieles wäre
    Zu sagen davon. Und warum hängt er
    An den Bergen gerad? Der andre,
    Der Rhein, ist seitwärts
    Hinweggegangen. Umsonst nicht gehn
    Im Trocknen die Ströme. Aber wie? Ein Zeichen braucht es,
    Nichts anderes, schlecht und recht, damit es Sonn
    Und Mond trag im Gemüt, untrennbar,
    Und fortgeh, Tag und Nacht auch, und
    Die Himmlischen warm sich fühlen aneinander.
    Darum sind jene auch
    Die Freude des Höchsten. Denn wie käm er
    Herunter? Und wie Hertha grün,
    Sind sie die Kinder des Himmels. Aber allzugedultig
    Scheint der mir, nicht
    Freier, und fast zu spotten. Nämlich wenn
    Angehen soll der Tag
    In der Jugend, wo er zu wachsen
    Anfängt, es treibet ein anderer da
    Hoch schon die Pracht, und Füllen gleich
    In den Zaum knirscht er, und weithin hören
    Das Treiben die Lüfte,
    Ist der zufrieden;
    Es brauchet aber Stiche der Fels
    Und Furchen die Erd,
    Unwirtbar wär es, ohne Weile;
    Was aber jener tuet, der Strom,
    Weiß niemand.

In Deutschland in Vergessenheit geraten, widmet die Ami-Wiki „Der Ister“ ei­nen ellenlangen, mit Heidegger durchtränkten Artikel. Aber der schönen blau­en Donau fehlt die Leichtigkeit des Seins … wie Heidegger

Beim toitschen Hypochonder Hölderlin stinkt die blaue Blume nach griechischer Tragödie:

    In lieblicher Bläue blühet
    mit dem metallenen Dache der Kirchthurm. Den umschwebet
    Geschrey der Schwalben, den umgiebt die rührendste Bläue.
    Die Sonne gehet hoch darüber und färbet das Blech,
    im Winde aber oben stille krähet die Fahne.
    Wenn einer unter der Glocke dann herabgeht, jene Treppen,
    ein stilles Leben ist es, weil,
    wenn abgesondert so sehr die Gestalt ist,
    die Bildsamkeit herauskommt dann des Menschen.
    Die Fenster, daraus die Glocken tönen, sind wie Thore an Schönheit.
    Nämlich, weil noch der Natur nach sind die Thore,
    haben diese die Ähnlichkeit von Bäumen des Walds.
    Reinheit aber ist auch Schönheit.
    Innen aus Verschiedenem entsteht ein ernster Geist.
    So sehr einfältig aber die Bilder, so sehr heilig sind die, daß
    man wirklich oft fürchtet, die zu beschreiben.
    Die Himmlischen aber, die immer gut sind,
    alles zumal, wie Reiche, haben diese, Tugend und Freude.
    Der Mensch darf das nachahmen.
    Darf, wenn lauter Mühe das Leben, ein Mensch
    aufschauen und sagen: so will ich auch seyn?
    Ja. So lange die Freundlichkeit noch am Herzen, die Reine,
    dauert, misset nicht unglücklich der Mensch sich
    mit der Gottheit.
    Ist unbekannt Gott? Ist er offenbar wie die Himmel?
    dieses glaub’ ich eher. Des Menschen Maaß ist’s.
    Voll Verdienst, doch dichterisch,
    wohnet der Mensch auf dieser Erde. Doch reiner
    ist nicht der Schatten der Nacht mit den Sternen,
    wenn ich so sagen könnte,
    als der Mensch, der heißet ein Bild der Gottheit.
    Giebt auf Erden ein Maaß?
    Es giebt keines. Nämlich
    es hemmen den Donnergang nie die Welten des Schöpfers.
    Auch eine Blume ist schön, weil sie blühet unter der Sonne.
    Es findet das Aug’ oft im Leben
    Wesen, die viel schöner noch zu nennen wären
    als die Blumen. O! ich weiß das wohl!
    Denn zu bluten an Gestalt und Herz,
    und ganz nicht mehr zu seyn, gefällt das Gott ?
    Die Seele aber, wie ich glaube, muß rein bleiben,
    sonst reicht an das Mächtige auf Fittigen der Adler mit lobendem Gesange
    und der Stimme so vieler Vögel.
    Es ist die Wesenheit, die Gestalt ist’s.
    Du schönes Bächlein, du scheinest rührend, indem du rollest so klar,
    wie das Auge der Gottheit, durch die Milchstraße.
    Ich kenne dich wohl,
    aber Thränen quillen aus dem Auge. Ein heiteres Leben
    seh’ ich in den Gestalten mich umblühen der Schöpfung, weil
    ich es nicht unbillig vergleiche den einsamen Tauben auf dem Kirchhof.
    Das Lachen aber scheint mich zu grämen der Menschen,
    nämlich ich hab’ ein Herz.
    Möcht’ ich ein Komet seyn?
    Ich glaube. Denn sie haben Schnelligkeit der Vögel; sie blühen an Feuer,
    und sind wie Kinder an Reinheit.
    Größeres zu wünschen, kann nicht des Menschen Natur sich vermessen.
    Der Tugend Heiterkeit verdient auch gelobt zu werden vom ernsten Geiste,
    der zwischen den drei Säulen wehet
    des Gartens. Eine schöne Jungfrau muß das Haupt umkränzen
    mit Myrthenblumen, weil sie einfach ist
    ihrem Wesen nach und ihrem Gefühl. Myrthen aber
    giebt es in Griechenland.
    Wenn einer in den Spiegel siehet,
    ein Mann, und siehet darinn sein Bild, wie abgemahlt;
    es gleicht dem Manne.
    Augen hat des Menschen Bild,
    hingegen Licht der Mond.
    Der König Ödipus hat ein Auge zuviel vielleicht.
    Diese Leiden dieses Mannes, sie scheinen unbeschreiblich, unaussprechlich,
    unausdrücklich.
    Wenn das Schauspiel ein solches darstellt, kommt’s daher.
    Wie ist mir’s aber, gedenk’ ich deiner jetzt?
    Wie Bäche reißt des Ende von Etwas mich dahin,
    welches sich wie Asien ausdehnet.
    Natürlich dieses Leiden, das hat Ödipus.
    Natürlich ist’s darum.
    Hat auch Herkules gelitten?
    Wohl. Die Dioskuren in ihrer Freundschaft
    haben die nicht Leiden auch getragen? Nämlich
    wie Herkules mit Gott zu streiten, das ist Leiden.
    Und die Unsterblichkeit im Neide dieses Lebens,
    diese zu theilen, ist ein Leiden auch.
    Doch das ist auch ein Leiden, wenn mit Sommerflecken ist bedeckt ein Mensch,
    mit manchen Flecken ganz überdeckt zu seyn! Das thut die schöne Sonne:
    nämlich die ziehet alles auf.
    Die Jünglinge führt die Bahn sie mit Reizen ihrer Strahlen
    wie mit Rosen.
    Die Leiden scheinen so,
    die Ödipus getragen,
    als wie ein armer Mann klagt,
    daß ihm etwas fehle.
    Sohn Laios, armer Fremdling in Griechenland!
    Leben ist Tod, und Tod ist auch ein Leben.

nobody will sich hier nicht an Heidegger vergreifen, über den mehr geschrieben wurde, als Heidegger selbst zu Papier gebracht hat, um zu beweisen, dass auch kleine Geister für große Gedanken gut sein können. Aber mal im Ernst: Wie groß kann ein Geist sein, wenn er Nazi ist?. Bei Nietzsche könnte die Sy­phi­lis den er­weichten Keks erklären, aber was hat Heidegger in den Wahnsinn ge­trie­ben. nobody glaubt: Gott war’s 😎 Man soll­te im­mer erst Hannah Arendt le­sen, be­vor man dem Nazi Heidegger glaubt.

Nun hatte die Überschrift zu diesem Senf doch mehr als gedacht mit dem zu tun, was hätte Seyn können, wenn Novalis Hölderin wäre. Das kranke toitsche Wesen hätte dann vielleicht nicht den Rest der Welt genesen lassen, sondern mit Leichtigkeit Walzer getanzt … mal links herum, mal rechts, mal so


dänisch modern ungezwungen, mal so österreichische Altmode

… aber immer durch die Mitte ❤

Das wunderschöne Fotogemälde der Kornblume stammt von Guido Gerding – Wikimedia CC BY-SA 3.0