Schlagwörter

, , , , ,

soviet propagandaDas ist ein höchst über­flüs­si­ger Arti­kel, denn je­der kennt die Ant­wort auf die Fra­ge, wa­rum die Rus­sen am 9. Mai feiern. Russ­land fei­ert den Sieg über Deutsch­land. OK, aber die Fra­ge lau­tet nicht was die Rus­sen heute fei­ern, son­dern warum sie heute fei­ern und nicht gestern oder mor­gen, oder am 5. Mai wie die Kass­köpp den Bevrij­dings­dag?

Auch die Antwort auf dieses „Warum“ glaubt jeder zu kennen. Als die be­din­gungs­lose Kapitulation Nazi-Deutschlands am 8. Mai 1945 und 22:43 MEZ in Karlshorst unterschrieben wurde, da war es in Moskau wegen der Zeitverschiebung schon der 9. Mai 1945, 00:43 Moskau Zeit. Ist aber Quatsch, weil Keitel in Karlshorst tatsächlich erst am 9. Mai unterzeichnet hat, nämlich um … nee, die Überraschung hebt sich nobody noch auf.

Egal welche Uhrzeit man annimmt, am 9. Mai 1945 war der Krieg längst vorbei. Vorbei war der WWII defacto …

  • am 30. April 1945 als Adolf der Eineiige
      … совершил самоубийство между 15:10 и 15:15 (по другим данным между 15:25 и 15:30) дня 30 апреля 1945 года из огнестрельного оружия в своём Фюрербункере в Берлине (примерно в это же время Красная Армия взяла под контроль первый этаж Рейхстага, и находилась всего в 700 — 750 метрах от рейхсканцелярии) …

    sich quasi in der Hochszeitsnacht die Kugel gab und die Russen noch 700-750 Meter vom Führerbunker entfernt waren.

  • Am folgenden 1. Mai 1945 war dann sein Trauzeuge und neuer „Reichs­kanz­ler“ Jupp Goebbels schwer damit beschäftigt ganze Arbeit zu leisten und sich, seine Magda und seine sechs Kinder zu entleiben, weil man irgend­wie nicht in einer Welt ohne GräFazke leben wollte/konnte … wenn sich da mal die Höcker-Störche ein Vor­bild dran neh­men würden … anyway … weiter in meiner Timeline.
  • Am 2. Mai 1945 hat auch der letzte Volxstürmling in Berlin seine V0n­der­waffe gestreckt und der neue Großclown Karl Dönitz verpisste sich nach Flensburg, wo er …
  • am 3. Mai den Storchen-Opa Graf Schwerin von Krosigk zum neuen Reichs­kasper ernannte.
  • Am 4. Mai 1945 unterzeichnete der neue Reichskriegs­schiffer Hans-Georg von Friedeburg die erste Teilkapi­tulation … zumindest auf toitschem Boden … die Italiener waren schneller, aber die zählen nicht :mrgreen: Damit war
  • am 5. Mai um 7 Uhr in Holland Frieden … siehe oben.
  • Am 6. Mai 1945 machten sich die toitschen Kriegsclowns Jodl, von Frie­de­burg und Oxenius auf zu Ike nach Reims, um mit den West­alliierten einen Separat­frieden auszuhandeln. Was natür­lich völliger Blöd­sinn war, weil es sich längst bis ins letzte Schützenloch rumgesprochen hatte, dass in Jalta Teil­frieden ausge­schlossen worden waren. Eisenhower zu Jodl gegen 21 Uhr im SHAEF: Nu pass ma auf, Kamerad Schnür­schuh, entweder du unter­pinselt dieses vorbereitete Papier, oder am 8. Mai 1945, 0 Uhr ist Ultimo und ich las­se alle deutschen Stellungen solange bombar­dieren, bis keine Maus mehr die weiße Flagge schwenken kann. Jodl kreide­bleich: Muss mit Dönitz te­le­fo­nieren. Dönitz: Wenn’s denn sein muss … aber ver­such den poli­tischen Teil der vorbe­reiteten Kapitulations­erklärung zu streichen. Ike zu Jodl: Wenn’s das toitsche Herz erfreut.
    Inzwischen war auch Iwan Susloparow in Reims eingetroffen. Als er den ab­ge­änderten Text sieht: Nöö, kenn ich nicht … und kabelt ihn zum Scheffe Alexei Innokentjewitsch Antonow. Antonow rast zu Jupp. Stalin sagt: Prima … sach ma nix und wir machen weiter. Schweigen im Walde … keine Antwort aus Moskau.
    Eisenhower nimmt den Iwan Susloparow in die Mangel: Hör ma, Sportsfreund … wenn ihr Russkis so entscheidungs­freudig seid und ohne Plan nicht mal aufs Klo geht, dann machen wir das hier allein. Jetzt Iwan kreidebleich und einigt sich mit Ike auf ein Zusatz­dokument, indem Jodl
  • am 7. Mai verspricht, dass der Kapitulationstext von Keitel in Berlin nochmal für die Russen unterzeichnet wird:
      UNDERTAKING GIVEN BY CERTAIN GERMAN EMISSARIES TO THE ALLIED HIGH COMMANDS
      It is agreed by the German emissaries undersigned that the following German officers will arrive at a place and time designated by the Supreme Commander, Allied Expeditionary Force, and the Soviet High Command prepared, with plenary powers, to execute a formal ratification on behalf of the German High Command of this act of Unconditional Surrender of the German armed forces.
      Chief of the High Command; Commander-in-Chief of the Army; Commander-in-Chief of the Navy; Commander-in-Chief of the Air Forces.
      SIGNED
      JODL
      Representing the German High Command. DATED 0241 7 May 1945 Rheims, France

    Zwei Minuten zuvor, um 2:39 h MEZ, hat Jodl die Kapitulationsurkunde un­ter­zeich­net. In Kraft treten sollte der Waffenstillstand …

  • am 8. Mai 1945 um 23:01 h MEZ … überall, auch in der UdSSR.

    Was ist das über­haupt für eine komische Uhr­zeit: 23:01 h MEZ? Normal tre­ten Waffen­stillstände doch immer um Mit­ternacht in Kraft. Naja, war Mit­ter­nacht. Das war der britische Bei­trag zur Kapi­tulation, die British Double Sum­mer Time … 23:00 h MEZ war 00:01 h in London.

    Derweil …

  • am 7. Mai 1945 um 12:45 Uhr verkündet der leicht desorientierte Stor­chen-Opa Lutz von Schwerin-Krosigk über den Reichs­sender in Flens­burg Reise­erleichterungen … nee, das war Schabowski am 09.11.1989. Schwerin-Kro­sigk: Aus, aus, aus, AUS !!! Das Spiel ist AUS! … Auch falsch … das war Herbert Zimmermann am 4. Juli 1954 in Bern … aber jetzt:
      Deutsche Männer und Frauen!
      Das Oberkommando der Deutschen Wehrmacht hat heute auf Geheiß des Großadmirals Dönitz die bedingungs­lose Kapitulation aller Trup­pen erklärt. Als leitender Minister der Reichsregierung, die der Großadmiral zur Abwicklung der Kriegsaufgaben bestellt hat, wende ich mich in diesem tragischen Augenblick unserer Geschichte an das deutsche Volk.
      Nach fast sechsjährigen heldenmütigen Kampf von unvergesslicher Härte ist die Kraft Deutschlands der überwältigenden Macht unserer Gegner erlegen. Die Fortsetzung des Krieges hätte nur sinnloses Blut­vergießen und unnütze Zerstörung bedeutet. Eine Regierung, die Verantwortungsgefühl vor der Zukunft unseres Volkes besitzt, mußte aus dem Zusammenbruch aller physischen und materiellen Kräfte die Folgerung ziehen und den Gegner um Einstellung der Feindseligkeiten ersuchen.
      Es war das vornehmste Ziel des Großadmirals und der ihn unterstützenden Regierung, nach den furchtbaren Opfern, die der Krieg gefordert hat, in seiner letzten Phase das Leben möglichst vieler deutschen Menschen zu erhalten. Daß der Krieg nicht sofort und nicht gleichzeitig im Westen und Osten beendet wurde, erklärt sich allein aus diesem Ziel. Wir verneigen uns in dieser schwersten Stunde des deutschen Volkes und seines Reiches in Ehrfurcht vor den Toten dieses Krieges, deren Opfer unsere höchste Verpflichtung ist. Unsere Anteilnahme und Sorge gilt vor allem den Versehrten, den Hinterbliebenen und allen, denen dieser Kampf Wunden geschlagen hat. Niemand darf sich über die Schwere der Bedingungen hinwegtäuschen, die unsere Gegner dem deutschen Volk auferlegen werden. Es gilt, ihnen ohne jede Phrase klar und nüchtern entgegenzusehen. Niemand kann im Zweifel darüber sein, daß die kommende Zeit für jeden von uns hart sein und auf allen Lebensgebieten Opfer von uns fordern wird. Wir müssen sie auf uns nehmen und loyal zu den Verpflichtungen stehen, die wir übernommen haben. Wir dürfen aber auch nicht verzweifeln und uns einer stummen Resignation hingeben. Wir müssen uns den Weg durch das Dunkel der Zukunft durch drei Sterne erleuchten lassen, die stets das Unterpfand echten deutschen Wesens waren: Einigkeit und Recht und Freiheit.
      Aus dem Zusammenbruch der Vergangenheit wollen wir uns eines bewahren und retten: Die Einigkeit, den Gedanken der Volksgemeinschaft, die in den Jahren der Krieges in der Frontkameradschaft draußen, in der gegenseitigen Hilfsbereitschaft in allen Nöten daheim ihren schönsten Ausdruck gefunden hat. Wir werden diese Kameradschaft und Hilfsbereitschaft in den kommenden Nöten des Hungers und der Armut ebenso brauchen wie in den Zeiten der Schlachten und der Bombenangriffe. Nur wenn wir uns diese Einigkeit erhalten und nicht wieder in streitende Klassen und Gruppen auseinanderfallen, können wir die künftige harte Zeit überstehen.
      Wir müssen das Recht zur Grundlage unseres Volkslebens machen. In unserem Volk soll Gerechtigkeit das oberste Gesetz und die höchste Richtschnur sein. Wir müssen das Recht auch als Grundlage der Beziehungen zwischen den Völkern aus innerer Überzeugung anerkennen und achten. Die Achtung vor geschlossenen Verträgen soll uns ebenso heilig sein wie das Gefühl der Zusammengehörigkeit unseres Volkes zur europäischen Völkerfamilie, als deren Glied wir alle menschlichen, moralischen und materiellen Kräfte aufbieten wollen, um die furchtbaren Wunden zu heilen, die der Krieg geschlagen hat.
      Dann können wir hoffen, dass die Atmosphäre des Hasses, die heute Deutschland in der Welt umgibt, einem Geist der Versöhnung in den Völkern weicht, ohne den eine Gesundung der Welt gar nicht möglich ist, und daß uns die Freiheit wieder winkt, ohne die kein Volk ein erträgliches und würdiges Dasein führen kann.
      Wir wollen die Zukunft unseres Volkes in der Besinnung auf die innersten und besten Kräfte des deutschen Wesens sehen, die der Welt unver­gäng­liche Werke und Werte gegeben haben. Wir werden mit dem Stolz auf den Heldenkampf unseres Volkes den Willen verbinden, als Glied der christlich-abendländischen Kultur in redlicher Friedensarbeit einen Beitrag zu liefern, der den besten Traditionen unseres Volkes entspricht.
      Möge Gott uns im Unglück nicht verlassen und unser schweres Werk segnen!
  • Am 8. Mai treffen sich wie in Reims verabredet Georgi Schukow und Keitel in Karlshorst, wo offiziell um 22:43 h MEZ die Kapitulationsurkunde in russischer Sprache unterzeichnet wurde:
    russkap
    Es kommt zwar nicht drauf an, aber die Uhrzeit stimmt nicht. In Karlshorst wurde nicht am 8. Mai 1945 um 22:43 h MEZ unterschrieben, sondern …
  • am 9. Mai 1945 kurz vor 1:00 h MEZ = 3 Uhr Moskauer Zeit. Da war der Waffenstill­stand bereits zwei Stunden in Kraft … Überraschung 😛

    Wie kams? Der Franzmann zickte rum. Charles des Gaulle bestand da­rauf, dass sein General Jean de Lattre de Tassigny auch unter­schrei­ben darf. Das war eigent­lich Quatsch, weil die Petite Armée dem SHAEF unterstellt war. Egal, sagt der Franz­mann, ich hab in Reims unter­pinselt, dann will ich auch in Berlin. Ja, aber in Reims nur als Zeuge, denn die bedingungs­lose Kapitulation ist eine ein­seitige Erklä­rung. Na gut, sagt der Schotte Tedder, dann unter­schrei­ben wir halt alle … wahr­scheinlich hat Baron Tedder auf die Uhr ge­guckt und sich gedacht: Was soll der Scheiß? Ist eh nach Mitternacht.

    Noch in der Nacht wurde der Wisch von Karlshorst nach Moskau-Frunse ge­flo­gen. Stalin wollte ihn sehen.

Jetzt können Sie sich ein Datum für Ihren persönlichen Frieden aus­suchen. no­body macht’s wie Richard von Weizs­äcker am 8. Mai 1985. Richie meinte, Deutsch­land wurde am 8. Mai 1945 vom Nationalsozialismus befreit. Sieger gab es keine, nur massenhaft Tote.