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250-alexander-gaulandRussland ist reich an Geschichte, oder wie der Gauleiter für die eu­rasische Westprovinz im ZEIT-In­terview for­muliert hat:

    Ich kann nur sagen, Russland ist anders, Russland ist eine andere Welt, es hat andere historische Traditionen, und die respektiere ich.

Im Verlauf dieses Interviews ist dann von Hindenburg die Rede und was er 1914 bei Tannenberg Gutes geleistet habe. Dann kommt der „alte Stech­lin„, der „nach Osten, nach Russ­land, nicht nach Wes­ten, ganz anders der Düsseldorfer Jude Heine“ blick­te und auf die ZEIT-Frage, was das bedeu­tet, was so schlecht daran ist, dass der Düssel­dorfer Jude Heine sich nach Wes­ten orientierte, kommt der Gauleiter mit:

    „Gar nichts, das ist eine schlich­te Beschreibung.“

Nach dieser Ost-West-Pirouette, erst mit Hindenburg gagen Russland und dann mit Stech­lin wieder zurück, scheint sich der Gauleiter aber dann doch fest­legen zu wollen, nämlich so wie Bis­marck, auf den der Gauleiter zwar „nicht stolz„, aber der er „manchmal als Argument benutzt„. Des­halb weiß der Gauleiter auch, dass „Nicht durch Reden werden die großen Fragen der Zeit ent­schie­den, son­dern durch Eisen und Blut„, ein Zitat von Bismarck ist und …

    In bestimmten historischen Situationen kann man es so sehen, wie Bismarck das gesehen hat … ich glaube schon, dass vie­les von der Kon­stel­la­tion Bis­marck-Deutsch­lands wieder­kommt, natür­lich abgeschwächt.

Tja was hammer denn da? Der Gauleiter ist „Mittelmächtler„, Anhän­ger jener Doktrin, der erst Deutsch­land, dann Europa und zuletzt die ganze Welt 80 Jahre Krieg zu verdan­ken hat. Mit wem verbünde ich mich heute, damit ich morgen wen verprü­geln kann? Der Alexander Gauland von der NSAfD ist ein faschis­tischer Mili­tarist. Wenn die ZEIT nicht diese bei­den „Prakti­kanten“ Bernd Ul­rich und Matthias Geis zum Interview geschickt hätte, dann hätte man aus dem Nazi noch ganz anderes raus kitzeln können.

Sei’s drum … auch nobody liebt russische Geschichten, genau wie Vladdie, aber der ohne N am Ende und weil Russ­land so viel Geschichte hat, liest Putin nachts im Bett immer eine davon. Das macht unser belieb­ter Chef-Russe, weil er aus der Geschich­te und ihren Geschich­ten was lernen will. Zuletzt hat sich Vladi­lein gefragt, wie man den hybriden Krieg inten­sivieren kann. Da fließt ihm nämlich zu wenig Blut. Und bei dem Stich­wort ist dem rus­sischen Genius eine 💡 Idee kommen.
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Blut ist dicker als Was­ser. Des­halb fließt es lang­samer als Was­ser. Al­so muss man Blut ver­dün­nen, damit es schnel­ler fließt. Ver­dün­nen geht mit Was­ser. Mit Was­ser kanns­te ei­nem Rus­sen aber nicht kom­men, aber mit dem di­mi­nu­ti­ven Wäs­ser­chenВодаWoda 💡 AHA! Wodka! Водка, damit geht’s.

So war das schon im großen vaterländi­schen Krieg, aka WWII. Da wur­den die Jungs vorher mit Wodka abgefüllt, da starb es sich dann leichter. Nach dem Krieg gab es dann für die Genickschussakrobaten von Wassili Blochin in den Mordspausen so viel Wodka wie in eine Tscheka rein­passt, da­mit er nach drei Stun­den Mor­den wie­der arbeits­fähig ist. Das ist kein Scheiß, sondern über­liefert.

Nun waren das aber Zeiten des guten alten echten Krieges, gegen andere Völker oder gegen das eigene. So ein Genick triffste
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mit aufgesetzter Makarow auch noch mit 5‰ intus und außerdem hat Blochin auch die toitsche Wert­arbeit des Origi­nals be­vor­zugt. Bei Wod­ka stand er wohl mehr auf Fu­sel, denn Blo­chin hat sich tot­ge­sof­fen.

Auf große Entfernungen spielen 5‰ eh keine Rolle. Ob du da fünf oder zehn Feinde auf dich zustürmen siehst, ist wurscht. Apropos Wurscht und Wodka. Die Russen nebenan grillen und saufen und das Gelächter wird immer lauter, länger und schriller. Wenn das Wetter so bis Montag bleibt, gibt’s wieder Kat­juscha bis zum Abwinken 😎 und als Zugabe

    Союз нерушимый республик свободных
    Сплотила навеки Великая Русь.
    Да здравствует, созданный волей народов,
    Единый, могучий Советский Союз!

den musikhistorisch größten Irrtum aller Zeiten :mrgreen: aber sie lieben nun mal diesen alten Text.

Im hybriden Krieg funzt das aber nicht dem Wodka, im Gegenteil … ist wie beim
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Sex … das Mädel hat den Durchblick … und deswegen schreiben die Russentrolle auch nur lallend Müll.

Wie komme ich jetzt vom Gauland und Wodka über Vladdies hybriden Krieg zum Ballet und klassischer russischer Musik, denn das war’s, was ich eigentlich wollte. Es gibt zwei Ansätze.
firebird

    Fouettentournant

  1. Vom Feuerwasser Wodka zum Feuervogel (Жар-птица).
  2. Die Fouetté en tournant da dreht sich auch alles, aber ohne Wodka und im Gegenteil, besoffen klappt das nicht, sondern es kippt.

Der Feuervogel ist mein russisches Lieblingsmärchen. Жар-птица ist Teil des Iwan Zarewitsch-Mythos … alte russische Volksmärchen. Ich habe leider nur diese verball­hornte Version im Netz gefunden, wo der Feuervogel mit Prinz Iwan und dem grau­en Wolf in einen Topp ge­wor­fen wird … außer­dem schlecht er­zählt … egal, für den Anfang reicht’s. Die­ses Mär­chen wird in „L’Oiseau de feu“ von Igor Strawinsky nach­getanzt. Hier nicht mit mei­ner Traum­tänzerin, son­dern mit Diana Vish­neva

Das Gemälde „Feuervogel“ stammt von Marianne Monnier-Koenig aus der Schweiz … schön, gelle?!