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frau-putnIch habe heute keine Lust zu pin­seln, bin müde. Russisch ist eine Scheiß-Spra­che, weil sie mich im­mer an Latein in der Schule erin­nert, an die ganzen En­dungen, aus denen der-die-das-ver­wöhnte Deutsche er­raten muss, was ge­meint ist. OK, wenn in Vlad­dies offiziel­ler Kreml-Bio 23 Mal von Владимира Путина die Rede ist, dann weiß nobody, dass sich Vlad­die keiner Ge­schlechtsum­wand­lung unter­zogen hat, sondern der rus­sische Genitiv zu­schlägt, das zaris­tische von und zu :mrgreen: oder auch aufunddavon. Das ist ja noch einfach, aber sonst … ermüdend.

Obwohl russisch Matt will ich heute noch einen Gedanken loswerden, wieder ein Stück Geschichte, die in Verges­senheit geraten ist: Wa­rum die Türkei mal wich­tig war.

Nach dem heißen Krieg gegen Hitler kam der Kalte Krieg der USA mit der Sow­jet­union und später der NATO gegen den War­schauer Pakt. Im Atomrüstungs­wahn­sinn hatten die Russen die Amis überholt und tatsächlich die Idee den heißen Krieg wieder aufzu­nehmen, diesmal den ganz heißen … nuklear­heiß. Die Schwachstelle des west­lichen Bünd­nisses lag nicht in der Mitte, sondern an Südost-Flanke. Dort begann der Schutz erst mit Israel und das war von Sow­jet­va­sal­len umzingelt. Um diese klein­asia­tische Lücke zu schließen, muss­ten die Tür­kei und Per­sien ins Boot ge­holt werden. Mit der Türkei hat das auch ganz gut geklappt. Dort standen dann die amerikanischen Jupiter-Raketen mit Atomsprengköpfen und zielten auf Moskau.

Die Jupiter wurden dann im Rahmen des Deals der Kuba-Krise aus der Türkei (und mehr noch Süditalien) abgezogen. Es heißt immer, das habe den Amis nicht besonders weh getan, weil die Jupiter ohnehin veraltet waren. Das stimmt so nicht, wobei schon Redstone und PGM-19 durchein­ander geworfen werden. Die von den deutschen Kriegs­gefangenen Domberger, Debus und von Braun entwickel­ten Zigar­ren waren nicht besonders zielgenau (bis auf ca. 3 km), aber das machte die schiere Schlag­kraft von 3,75 Mega­tonnen bzw. 1.45 Mt (zum Vergleich: Hiroshima 13 Kilo­tonnen) locker wett. Nur eine musste tref­fen und Moskau wäre Geschichte gewe­sen. Davon standen 30 in Italien (Apulien, Bari – 2200 km) und 15 in der Türkei (Izmir – 2100km bis Moskau). Die PGM-19 Jupiter hatte eine Reichweite von 2.400 km, bei einer Flugdauer von knapp 17 Minuten, bis Moskau 15 Minuten.

Die Sowjetrussen hatten damals und lange Zeit danach nix Vergleichbares. Die R-12 schaffte offiziell nur 2000 km und die auf Kuba stationierten R-5 wären froh gewesen, wenn sie Savannah erreicht hätten. Heute sieht es anders aus. Die Russen haben in Europa Atom­raketen (inkl. Marschflugkörper) stationiert, denen der Westen nix entgegen­zusetzen hat. Ich sach nur ISKANDER.

Damals war die Türkei als wichtig, denn näher kam man an Moskau nicht ran. Die zu der Zeit in Großbritannien stationierten Thor schafften es nur bis Le­nin­grad und Paris wollte und Deutsch­land durfte nicht mitspielen. Hier standen nur ein paar Abschuß­gestelle herum und bevor die dazu passenden Raketen ein­ge­trof­fen wären … naja, muss ich nicht erklären.

Die Türkei kann man als verlässlichen Partner inzwischen vergessen und das hat nix mit Böhmermann zu tun. Der Iran nähert sich wieder Moskau an und die Rus­sen stehen am Mit­tel­meer (Syrien – Tartus, Latakia). Wir haben wieder eine offene Südost-Flanke. Die hätte die Ukraine decken können, als Ersatz für die Türkei. Schostka – Moskau 500 km. Dort ein paar Jericho aufgestellt … tragen zwar nur eine MT, aber für den Kreml sollte das reichen. Vladdie hätte Augen gemacht.

Genau das hat er auch und das war der Grund für die Krim, den Donbass und Syrien. Tja, die Chance mit der Ukraine als Ersatz für die Türkei ist nun vertan.