Schlagwörter

, ,

Sueddeutsche_zeitung_schriftzugIch habe jetzt über eine Stun­de in toitschen Online-Medien nach dem Satz ge­sucht. Er fehlt. Ganz nah dran ist der Standard aus Wien:

    Der Kreml entschuldigt sich für falsche Angaben des russischen Präsi­denten Wla­dimir Putin zu den Eigentümern der „Süddeutschen Zeitung“. Kreml­spre­cher Dmitri Peskow sagte am Frei­tag, es sei seine Schuld ge­wesen be­zie­hungs­weise der­jenigen, die dem Präsi­den­ten Infor­ma­tionen für seinen jähr­li­chen „Direkten Draht“ mit der Be­völ­kerung zu­ge­lie­fert hät­ten. … „Es gab dort tat­säch­lich unge­prüfte Infor­mationen. Wir haben sie nicht noch ein­mal über­prüft, sondern das dem Präsi­denten zu den Eigentümern der Süd­deutschen Zei­tung vor­ge­legt“ …

Auch die FAZ hat’s fast auf der Zunge:

    … es sei seine Schuld gewesen beziehungsweise derjenigen, die dem Prä­si­den­ten Informationen für seinen jähr­lichen „Direkten Draht“ mit der Be­völ­kerung zuge­lie­fert hät­ten. „Wir ent­schul­digen uns bei dem Ver­lag“, sagte Pes­kow in Mos­kau der Agentur Interfax zufolge.

Die meisten zitieren den SPIEGEL:

    Der Sprecher Putins hat sich für den Kreml und den Präsi­denten bei der Süd­deutschen Zeitung entschuldigt. Ich zitiere Spiegel online:
    „Das ist wahrscheinlich unser Fehler, wahrscheinlich mein Fehler“, sagte Pu­tins Spre­cher Dmitrij Peskow. Es habe tatsächlich eine unbestätigte Infor­mation gege­ben, die nicht noch ein­mal über­prüft, sondern direkt an Präsident Wladimir Putin ge­geben wurde. „Wir bitten den Ver­lag um Entschul­digung.“

Sogar die kalkleistige Kremlratte von den NixDabeigedachtSeiten.
SPUTINKI bleibt beinahe bei der Wahrheit …

    Das ist der Fehler derjenigen gewesen, die die Informationen ge­sam­melt ha­ben. Es war auch eher mein Fehler. Wir haben die Informa­tionen über die Be­sitzer der Süd­deutschen Zeitung nicht über­prüft und sie dem Präsi­denten einfach weiter­gegeben

… aber auch dort fehlt natürlich der Satz aus der Interfax-Meldung, auf den sich SPUTINKI selbst bezieht:

    „Это, скорее, наша ошибка, скорее, моя ошибка, тех, кто готовил на этот счет справочные бумаги. Там действительно была непроверенная информация, лишний раз не перепроверили и предоставили ее президенту в части собственников Suddeutsche Zeitung“, – сказал он журналистам.
    „Мы приносим свои извинения изданию“, – продолжил Песков.

Übersetzung des fetten Satzes: „die zu diesem Zweck die Hinter­grundpapiere vorbereitet haben.“

Wie RIA Nowurschti den Sandmann zitiert, habe ich ja schon ge­pinselt. Be­son­ders aus­führ­lich und genau ist … jetzt halten Sie sich fest … RT russisch:

    Пресс-секретарь президента РФ Дмитрий Песков извинился за неточность, которая была допущена сотрудниками пресс-службы Кремля во время подготовки прямой линии с главой государства.
    Речь идёт об информации по поводу связей издания Süddeutsche Zeitung, которое опубликовало панамские документы, с американским банком Goldman Sachs.
    «Это, скорее, ошибка наша — тех, кто готовил. Тут, наверное, моя ошибка и тех, кто готовил на этот счёт справочные бумаги. Там действительно была непроверенная информация — лишний раз не перепроверили и предоставили президенту. Информация в части собственников Süddeutsche Zeitung. Конечно, мы принесли свои извинения и приносим свои извинения изданию», — заявил Песков.
    Накануне во время прямой линии президент РФ Владимир Путин отметил, что в скандале с панамским досье «торчат уши» заказчиков.

Übersetzung des fetten Satzes: wie zuvor.

Radio Tomsk bringt es sogar tönlich, aber der Ton stammt von der Deutschen Welle 😆 Das zählt dann ja nicht, weil Lügenpresse :mrgreen:

Vielleicht fällt der in Deutschland fehlende fette Furzes ja einem Profi auf und er macht was draus. Vielleicht ein bisserl Prawda. Putins Lautsprecher Peskow hat unzweifelhaft zugegeben, dass die Frage nach den Panama-Papieren vor­be­rei­tet war im spontanen „Direkten Draht„.

Das ist ja auch nicht weiter verwunderlich und wird vom Kreml nicht großartig bestritten, denn aus den Milioooonen Anfragen aus seinem Reich an den Zaren wurden 80 ausgesiebt und die Antworten wurden vorbereitet. Ist ja auch gut so, nur soll mir keiner weismachen, dass sich der KGB auf Infos aus der History der inglitschen Wiki verlässt, wie Bidder im SPIEGEL spekuliert. Die werden ja wenigstens einen Account bei D&B haben.

Ergo: Das waren keine versehentlich falschen alten Infos, sondern bewusst gestreute Desinforationen. Dabei war das auf den Fuß folgende Dementi ein­kal­kuliert. Was soll’s: Über 40 Millionen Russen haben Vladdies Lüge gestern ge­se­hen und ge­hört. Wie viele haben heute Radio Tomks gelauscht?