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Eben auf der Post. Mann mit Formular kämpft gegen die Schalterdame. Schal­ter­da­me kämpft gegen Mann mit Formu­lar. Dann müsse es sich eben jemand su­chen, der ihm das übersetzen kann. Mann mit Formular und ukrainischen Pass in der Hand schleicht gebeugt zum Tisch und kämpft weiter gegen Formular. Dem Mann muss geholfen werden. nobody kann zwar kein ukrainisch, aber der Mann sicher russisch. Also nobody mutig: „говорить по-русски?“ Und der Mann mit For­mular fängt an sei­ne Le­bens­ge­schich­te zu er­zäh­len. Da wird mir klar, dass ich mich schwer über­nom­men ha­be. Le­sen geht dank Vladdies Krieg ge­gen die Ukra­ine wie­der ganz gut und ge­schrie­ben wird mit der Ko­pier­pas­te, aber spre­chen 🙄 Egal … drei Formular­an­läufe und 20 Minuten später ist die Western-Union-Über­weisung über 190 Euro an den Schwa­ger (wenn ich die rus­krainische Lebens­geschich­te rich­tig inter­pretiert habe) Olexan­der fer­tig. Ich be­glei­te Ser­gej noch zur Schal­ter­da­me, um si­cher zu ge­hen, dass nobody al­les rich­tig aus­ge­füllt hat und sie mei­ne Sau­klaue le­sen kann … sie kann … ein „До свидания„, all­gemei­nes Schul­ter­klop­pen, ein paar Trä­nen in Sergejs Au­gen und weiter zum Lidl. Auf dem Weg dort­hin kom­men mir Zwei­fel. Und was, wenn ich jetzt 190 Euro an die rus­si­schen Selbst­ver­bre­cher im Don­bass über­wie­sen ha­be? Auch egal … war nur ein Mensch und der hat­te ein sehr lem­berg­isches Ge­sicht, also hal­ber Polack 😛 Alter Pfad­fin­der: jeden Tag eine gute Tat.