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Wenn das Ego und die Gier größer sind als der Verstand und der Körper. Vor jetzt knapp eineinhalb Jahren habe ich mich über diese Meldungen amüsiert. In der HAZ stand: „Alina S. hat die Lufthansa erfolgreich wegen Diskriminierung verklagt“ und im Handels­blatt: „Gericht weist Klage einer zu klei­nen Bewerberin ab„. Watten nu? Medien und Gerichts­entscheidungen, zwei Welten treffen auf­einander 🙄 Alina S. ist hübsch hand­lich, nur 161,5 cm groß. Trotz­dem hat sie es irgendwie in das Bewerbungsverfahren bei der Luft­hansa zu kommen, obwohl für Pilo­ten 1,65 m Mindesgröße verlangt werden. Alina S. hatte bei der On­line-Bewer­bung ihre Körper­kleine korrekt angegeben, aber das scheint bei ihrer Ein­la­dung zu den Tests ein Hirni über­sehen zu ha­ben. Anyway … Alina S. bekam kei­nen Aus­bil­dungs­vertrag und Alina gar nicht fei­ge, weil rechts­schutz­ver­si­chert, hat die Lusthansa vor dem Arbeitsgericht Köln auf 135.000 Euro Ent­schädigung ver­klagt … und ver­loren.

Auch in der zweiten Instanz beim Landesarbeitsgericht Kölle hatte die kleine Alina Pech, obwohl der Vorsitzende Richter Sievers an der Argu­menta­tion der Lufthansa kein gutes Haar ließ und mit einem verblüffend einfach erschei­nenden Vergleichs­vorschlag um die Ecke kam. Vielleicht helfe es ja, Alina einfach ein Kissen unter den Po zu schieben.
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Juristen und Technik, zwei Welten treffen aufein­ander 🙄 Und Prothe­sen zur Verlän­gerung von Alinas Bei­nen, werden sich auch irgend­wo finden lassen.

Richter Sievers argumentierte, die Größenvorschrift der Lusthansa diskriminiert Frauen, weil mehr als 40 Prozent der Frauen über 20 Jahre, aber nur vier Pro­zent der Männer über 20 Jahre kleiner als 1,65 Meter seien. Recht und Logik, zwei Welten treffen auf­einander 🙄 99,9% aller Bewerber, die ab­ge­lehnt wer­den, weil sie größer sind als 198 cm (LH-Höchst­maß im Cockpit), sind Män­ner. Kla­rer Fall von Dis­kri­mi­nie­rung. Im SPAR­GEL-Fo­rum meint al­ler­dings ei­ne Fe­man­ze, dass die Her­stel­ler von Boeing, Air­bus & Co. „die Frau­en diskri­minieren. Ein Cock­pit wird für den Durch­schnitts­mann und nicht für die Durch­schnitts­frau kon­zi­piert. Da­her ist die Min­destgröße ei­ne Si­cher­heits­rele­vante Zahl. Aber die Her­stel­ler von Flug­zeu­gen ha­ben an­derer­seits die Pflicht die Cock­pit­ge­stall­tung nach dem (ge­schlechts­neu­tralen) Durch­schnitts­pi­loten zu designen und nicht nach dem Durch­schnitts­men­schen. Es sind eben mehr Män­ner im Cock­pit als Frau­en. Währe es an­ders­rum sähe auch ein Cock­pit an­ders aus… nur dann wä­ren die großen Män­ner benach­tei­ligt, da dann die Größen­begren­zugn frü­her greiffen wür­de …“ Wer Recht­schreib­fehler fin­det, darf sie be­hal­ten; das gilt auch für die Logik, die Boeing vor die Heraus­for­derung stellt, ihre Ma­schi­nen um den geschlechts­neu­tralen Durch­schnitts­men­schen einer toitschen Emma drum­herum zu bas­teln … OMG … Herr oder Frau lass Hirn vom Him­mel regnen.

Egal: Nun haben sich Alina und die Lufthansa vor dem Bundesarbeitsgericht geeinigt. Alina bekommt 14.175 Euro (SPIEGEL) … keine Ahnung wofür. Eine Eini­gung hät­te natür­lich auch so aus­sehen können, das Alina Saft­schubse bei der Lust­hansa wird, denn dafür swiss-roflreichen 160 cm, aber Alina will wei­ter Pilotin werden, allerdings bei der Swiss­air, denn den eh klein­wüchsi­gen Alm-Öhis reichen 160 cm.

Also liebe Passagiere der Swissair, wenn sie demnächst einen Flieger besteigen, der aussieht, als ob er ohne Pilot fliegt, nicht erschrecken: Alina sitzt am Steu­er­knüppel.