Schlagwörter

, , , ,

Bonifatiuskirche_in_WetzlarDen kleinen nobody haben Oma und Mutti wechselweise fast täglich in die Kirche ge­schleppt. Dabei gab es damals in der „Wohn­stadt“ von Wetzlar noch keine Kir­che, sondern nur ein zugiges Zelt, oliv­grün, orga­nisiert von der Bundes­wehr. Die gab es nämlich da­mals in Wetzlar und zwar nicht zu knapp. Heute gibt es dort keine Bundeswehr mehr, dafür Kir­chen. Zeiten ändern sich. nobody hat also in ei­nem Kriegs­zelt seine ers­ten Got­tes­er­fah­run­gen ge­macht. In­teres­sant, oder? Nicht wirk­lich, ver­stehe. Sex ist in­teres­santer, aber dafür müs­sen Sie sich noch ge­dul­den, denn ich will zuerst meinen Weg weg von Gott erzählen.

Gott war in meiner gottesfürchtigen Familie kein Thema. Gott war … ontologisch … fertisch! Kirche war das Thema. Schließlich kam man/frau aus Polen … ohne es zu merken, denn das war für die Familie Schlesien. Polen, das fing für meine Mischpoke irgendwo bei Oppeln an, wes­wegen Onkel Leo auch einen schweren Stand hatte. So schwer, dass sein Teil der Familich den un­aus­sprechlichen Na­men M**** in H**** ändern ließ. Aber darüber will ich nicht läs­tern, denn in meiner Geburtsur­kunde steht der Zungen­brecher Waldemar Szczepan Cimala, was dann zu Stefan ger­manisiert wur­de. Dabei ist übrigens ein „Fehler“ un­ter­lau­fen. Ich war da­mals schon halb­wegs ver­standes­reif, oder sowas in der Rich­tung und deshalb haben mich meine Eltern zu dieser Na­mens­änderung be­fragt. Mein Wunsch war die Schreib­weise „Stephan„. Ich woll­te das „p“ in der Mitte be­halten. Fand ich schick, oder so. Aber als dann die Ur­kunde ein­trudelte, stand dort „Stefan“ 😦 Anyway …

Das mit dem Szczepan war ein Gag der Polen. Alle im pol­nischen Ver­wal­tungs­ge­biet geborenen Kinder von Deutschstämmigen mussten polnische Namen tra­gen. Wenn es nicht der erste Vorname war, oder dieser nicht über­setzen ließ, dann musste ein zweiter, pol­nischer Vorname her. So ist nobody zu Szczepan gekommen.

Wie gesagt: Gott war, Kirche nicht. Keine Gotteshaus, nur ein Gottes­zelt, aber so hat das auch mal bei den Juden und viel spä­ter bei den Mus­limen an­ge­fan­gen. Die Bundes­lade stand in einem Zelt und was in der Kaaba steht, das weiß ich nicht. Um das Haus Gottes, die spä­tere Bonifatiuskirche zu finan­zieren, wur­de fleißig gesam­melt.

Auch meine Familie hat immer fleißig in die umgehende Kollekte gestopft. Ich bekam immer ein paar Groschen in die Hand gedrückt, um sie Gott zu geben. Jetzt kann ich es ja verraten: da­bei hab ich an und ab einen Groschen für no­body abgezweigt :mrgreen: Gebeichtet habe ich das nie.

Mein Gott war nicht lange ein kindlicher Gott. Der kindliche Gott versteckte sich irgendwo im Paradies und guckte zu, wie sich die Nachfahren von Adam und Eva vergnügen. Die für dieses paradiesische Treiben vorgesehene Wartezeit zwischen Tod und Wiederauf­erste­hung hab ich aus­geblendet. Wohl kind­lich nor­mal, weil Kinder mit dem Tod nicht viel an­fangen können. Wenn mal jemand ge­stor­ben war, und sei es nur das Kaninchen zu Ostern, dann kam es gleich in den Him­mel und Him­mel war das Para­dies.

Den Tod habe ich erst spät begriffen, als Messdiener, also nach der Ersten hl. Kommunion. Da musste ich mit meinem Popen oft bei Wind und Wet­ter auf den Gottes­acker raus, um mir völ­lig unbe­kannte Menschen unter die Er­de zu brin­gen. Was wird aus denen? Über diese Frage habe ich mit Erich Dziuk ge­spro­chen. Erich war unser Pfar­rer. Ein un­glaub­lich gedul­di­ger Mensch, der mir das Wesen der Trans­zen­denz aus christ­lich-katho­lischer Sicht zu erklä­ren ver­such­te, ohne über mei­ne ers­ten Bio­logie-Kennt­nis­se zu stolpern.

Ich hab vergessen, was Erich damals zu nobody gesagt hat, aber ich hab’s auch ohne es zu verstehen geglaubt. Der Mann Gottes muss es schließlich wis­sen. In der Schule, im Reli­gionsunter­richt, haben sie Ähnliches erzählt, aber mit der Zeit ha­ben sich diese Religions­gelehrten mehr und mehr von anderen Fächern ent­fernt, neben Bio­logie auch von Che­mie und Physik.

250-firmamentPhysik, das war für nobody sehr früh Kosmo­logie. Schon als kleiner Bub habe ich alle Bü­cher ver­schlun­gen, die sich mit dem Univer­sum be­schäf­ti­gen. Und dann bin ich immer auf mei­ne Schafswiese ge­gan­gen, um Sa­uer­ampfer zu mampfen und in den Him­mel zu gucken. Wo kommen die Alle hin? Transzendenz schön und gut, aber wie ver­teilen sich die Seelen „da oben“ auf die Ab­tei­lun­gen Himmel, Höl­le und Fege­feuer (gab’s damals noch … ist ja jetzt un­strit­ten, wenn ich recht infor­miert bin). Dass die Höl­le nicht irgend­wo im Erd­kern steckt, auch wenn es dort heiß genug dafür wäre, war schon klar. Dieses transzen­dentale Verteilungs­problem konn­te kein Pope für mich lö­sen und was ich so nach und nach gele­sen hatte, von Dante bis Kierke­gaard, da kam das Pro­blem gar nicht vor. Und die Amts­kirche zer­fa­selte sich an der Ab­gren­zung von läss­licher und Tod­sünde. Das war nicht phi­loso­phisch und schon gar nicht lo­gisch. Da können die geschei­ten Popen like Ratzi blub­bern was sie wol­len. Es kommt kaum über meinen kind­lichen Gott hinaus.

Wahrlich, ich sage euch, wenn ihr nicht umkehret und werdet wie die Kindlein, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen“ (Matthäus 18, 3). Tja, das war’s wohlciap_kapustadie wollen mich kind­lich dumm hal­ten, in­dem sie wir­res Zeuch re­den. Scha­de, denn die christ­liche Leh­re ent­hält so schö­ne mensch­li­che Sei­ten, die auch mit Ver­nunft zu tun ha­ben. Nur lei­der wer­den die Zu­ta­ten zu ei­nem unan­sehn­lichen Brei ver­manscht, wie bei Ciap­ka­pus­ta (Ćap­ka­pus­ta), dem schle­sischen Panschkraut 😯 (oder Panszkraut, wie die Po­lacken auch sa­gen): Speck ist gut, Sau­er­kraut ist gut, Kar­tof­feln sind auch gut, aber al­les durch­ein­ander ist … OK, schmeckt bes­ser als es aus­sieht, aber nicht ster­never­däch­tig.

nobody hat sich dann einen eigenen Gott aus­gedacht, der mit dem Ur­knall und dem christ­lichen Ge­dan­ken­gut halb­wegs komptibel war. Christ­li­ches Ge­dan­ken­gut, das sind meine Speckwürfel im Panschkraut. Wer Speck nicht mag, mag an Rosinen im Kuchen­teig denken. Was von Jesu Weis­heiten so über­liefert ist, da ist ja einiges dabei, dass man beherzigen kann, ohne übers Wasser latschen zu müssen.

Aber an welchen Gott in welchem paradiesischen Himmel man auch glaubt, ob mit Rauschebart und Rauschgoldengelchen oder transzendiert, Sex kommt im Garten Eden nicht vor. Hat sich mit der Erb­sünde erledigt. Da haben es die Muslime besser. Die halten sich mit theologischem Kleinkram erst gar nicht auf, sondern nehmen den Koran beim Wort (vielleicht, weil es dort endlich Schnaps gibt)

    (So ist) die Lage des Paradieses, das den Gottesfürchtigen verheißen wurde: Darin sind Bäche von Wasser, das nicht faulig wird, und Bäche von Milch, deren Geschmack sich nicht ändert, und Bäche von berauschendem Getränk – ein Genuss für die Trinkenden – und Bäche von geläu­tertem Honig. Und darin werden sie Früchte aller Art bekommen und Vergebung von ihrem Herrn. Können sie wohl je­nen gleich sein, die ewig im Feuer sind, und denen siedendes Wasser zu trinken gegeben wird, das ihre Därme zerreißt? (Sure 47:15)

und streiten nur noch über die Frage, ob es den Garten Eden immer schon gab, oder ob dieser erst am Tag des Jüngsten Gerichts erschaffen wird. In jedem Fall ist dort alles sehr handgreiflich und alles andere als transzendiert.

So kam es auch zu den Huri (nicht zu verwechseln mit Huren), die zuhauf im Para­dies rum­hüp­pen, um den Män­nern die Eier zu schaukeln. Wie viele fleisch­haftige Mädels, an­geb­lich alles Jung­frauen, dabei pro Schwanz abfal­len, kommt im Koran nicht vor. Die Zahl 72 ist ein Miss­ver­ständnis aus der Zeit, als die Su­ren und Verse durch­num­meriert wurden. Da steht in der Sure ar-Rahmān (55) in Vers 72 was von „mit schwarzen Augen“ und davor eine „72
72huri
und daraus wurden dann die 72 weißen Jungfrauen mit großen schwarzen Au­gen … OK, kein besonders wis­senschaft­licher Erklärungs­versuch. Mohammed erklärt dann in Sure 56, was mit denen zu tun sei, nämlich entjungfern. Dann sind sie aber keine Jung­frauen mehr. Doch, denn bis zum nächsten Mal wächst das wieder zu. Das ist wie mit dem Scheißen im Koran: manN kann bis zum Ab­winken fressen, ohne aufs Klo zu müssen.

Das glauben die wirklich, weswegen Mehrtürer ihren Willy besondern sorgsam schützen, bevor sie sich mit actionwillyden schicken Sprengstoffwesten in die Luft blasen. Wer sich gestern den Teufelsanbeter-Clip angesehen hat, wird sich nun vielleicht fragen: was ist mit dem Rest? Nun vielleicht braucht es den Rest gar nicht, weil der Willy der seligen Muslime re-transzendiert freischwebend im paradiesischen Kosmos sein Geschäft autark verrichtet. Dann stellt sich für nobody aber die Frage, womit dieser Willy den endlich erlaubten Schnaps säuft und die Früchte des Paradieses genießt.

Nee, das ist mir jetzt zu kindisch. Ich hör besser auf O_o