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2-wayDas Rätsel mit dem Schwarz- und dem Weissfuß-In­dia­ner ha­be ich schon mal ge­bracht. Ist das Rätsel schwerer zu lö­sen, wenn beide In­dianer im­mer lü­gen? Zuerst das be­kann­te Rätsel:

    Lucky Luke will auf Jolly Jum­per nach Dalton City reiten, um seine Stelle als Sheriff an­zu­tre­ten. An einer Weg­ga­be­lung weiß er nicht mehr weiter, links oder rechts. Aber dort stehen zwei In­dia­ner, ein Schwarzfuß– und ein Weissfuß-Indianer. Die schwarzen Füße lü­gen immer, die weißen sagen immer die Wahrheit. Mit nur einer Frage muss Lucky herausfinden, welcher der richtige Weg ist, ohne dabei zu wissen, wel­cher Indianer nun Schwarzfuß- und wer Weißfußindianer ist. Welche Fra­ge muss Lucky stellen?

Lösung:

    Lucky fragt einen beliebigen Indianer: „Was würde der andere Indianer mir sagen, wenn ich fragte, welcher Weg zur Stadt führt?“. Als Antwort erhält Lucky immer den Lügenfall und muss also den anderen Weg einschlagen. Wenn Lucky den Ehrlichen fragt, welchen Weg ihm der andere zeigen würde, erfährt Luck den falschen, denn der andere Indianer lügt ja. Wenn Lucky den Lügner fragt, welchen Weg der andere zeigen würde, erfahrt er auch den fal­schen, denn der Ehrliche sagt ja immer die Wahrheit.

So, nun meine Variante mit zwei lügenden Indianern. Egal welchen Lucky fragt, ihm wird immer der falsche Weg gezeigt und dabei ist es a) egal, welcher In­dia­ner schwarze oder weiße Füße hat und b) kann auf den Zusatz in der Frage ver­zichtet werden „Was würde der andere Indianer mir sagen, wenn ich fragte …“

Ist es also einfacher den richtigen Weg zu finden, wenn alle lügen?

Für Lucky schon, denn er braucht nur eine Antwort und die bekommt er auch, wenn auch immer die falsche, aber das reicht ihm, um den richtigen Weg zu wählen. Ein Mensch, der sich im heutigen Info-Wirr-War ein Bild von dem ver­schaf­fen will, was so passiert, braucht viele Informa­tionen. Darunter können auch ruhig falsche sein, denn mit etwas Logelei schafft man es schon, die Spreu vom Weizen zu tren­nen. Wenn aber alle Informations­lieferanten (In­dia­ner) zumindest manchmal lügen, dann kann Lucky so oft und wen auch immer fragen, er wird bestenfalls durch trial and error in Dalton City ankommen.

nobody geht es noch schlechter als Lucky mit zwei Sowohl-als-auch-Indianern. Mit meinem grobmaschigen Netz wate ich durchs Netz und breite, wieder an Land, den zufällig erfischten Scherbenhaufen vor mir aus, aus dem ich dann eine wertvolle Amphore zu puzzeln versuche. Wenn ich Glück habe, wird daraus ein alter Nachttopf, nicht mal vollständig, aber den fehlenden Rest kann man sich denken. Nun präsentiere ich dem Weltnetz stolz meinen Fund, aber das ist weniger als in die hohle Hand geschissen, nicht mal ein Furz im Wind, denn nicht die bis zu 400 Klicks auf einen Furz gelten, sondern die ??? Millionen, de­nen das am Arsch vorbei geht. Ein Beispiel:

Ich habe heute wieder neue Idioten-Seiten gefunden, die das Märchen von israelischen Oberst verbreiten, der die ISIS im Irak kommandiert und dort ge­fangen wurde. Ein Netz-Clown hat das kreativ mit dem „Leak“ von Eddy Snow­den ver­knüpft, der ja verraten habe, dass der IS eine Gründung des CIA und des Mossad sei. Dieser Hoax geht auf ein frei erfundenes Interview zurück, über das die persische Nachrich­tenagentur IRNA Anfang Juli 2014 berichtete. Snowden hat den Scheiß über seinen russischen Anwalt als Hoax bezeichnet. Glen Greenwald hat mehrfach erklärt, dass Eddy diesen Mist nicht gesagt habe und sich auch nix davon in den geleakten Dokumenten findet. Den „truthern“ ist das egal. Eine Website, die sich bezeichnend nodisinfo nennt, hat daraus dann eine neue antisemitische VT gemacht. Der Snowden-Hoax ist ein zio­nis­tischer Plot. Beweis: Greenwald hat dementiert und der sei schließlich Jude. Was soll man dazu noch sagen? Gegen solche schlagenden Beweise ist nobody machtlos.

Also Kinners, macht euch euer eigenes Puzzle.

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