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Lügenpressein Deutschland: Meinungsspektrum auf Schießschartengröße verengt, überschreibt SPUTINKI einen Artikel zu einem Buch von Markus Gärt­ner. Och, den kennste, der hat doch früher ganz ordentlich für das Han­dels­blatt geschrieben. Also habe ich Gärtner im SPUTINKI gelesen … und dann kam es knüppeldicke:

    Solche Berichte, die über zivile Opfer in Syrien noch vor Beginn der rus­si­schen Luftangriffe erschienen sind, nennt Markus Gärtner in seinem Buch „inszenierte Realitäten“.

Das war Putins erste Lüge zum Syrienkrieg.

    Es habe vor ein paar Tagen im ZDF heute journal ein Video gegeben, fährt der Experte fort, das einen angeblich russischen Angriff in einem syrischen Dorf als Beweis gezeigt habe. „Später stellte sich heraus — es wurde alles im Internet nach und nach aufgedeckt —, dass dieses Video verdächtig ge­schnit­ten war, damit die Nachrichten in das vorherrschende Bild passen.“

Das ist aus Schorsch seiner Popogandaschau 😯 Ich also nachgeguggt, wo dieses Buch erschienen ist. Beim KOPP-Verlag 😯 😯 Gärtner schreibt seit zwei Jahren für die Verschwörungstheoretiker 😯 😯 😯 z.B. am 08.04.2015 über „Verdächtige Blackout-Serie in vier NATO-Hauptstädten„. Und nachdem ich so durch Gärtners Gepinsel bei KOPP wie in der Gülle gewatet bin, habe ich festgestellt, dass das 284-Seiten-Büchlein nur eine Zusammenstellung von Gärtners überarbeiteten Artikeln über die „Lügenpresse“ ist. SPUTINKI zitiert:

    Auch die Massenmedien selbst beginnen sich gegenseitig der,Lügenpresse‘ zu bezichtigen. Die Gerichtsreporterin des Spiegels hat das neuerlich gegen die Bild-Zeitung gemacht, und in der vergangenen Woche hat man das bei der TAZ in Berlin gesehen, die es gegenüber dem Spiegel gemacht hat.

Gärtner am 15.07.2015 in „Jetzt attackieren sich die tonangebenden Medien gegenseitig“:

    Doch die gescholtenen Blätter watschen sich auch gegenseitig ab. Allein die laufende Woche liefert dafür schon wieder zwei Beispiele.

Es geht aber umgekehrt. Der im Buch von Ende September zu findende Beriff des „Alzheimer-Journalismus“ kehrt am 1. Oktober 2015 in Gärtners „Alzheimer-Journalismus ‒ Die Leitmedien und die Flüchtlings-Fachkräfte“ wieder.

Anyway … man soll ja nix wechwerfen, was noch gebraucht werden könnte :mrgreen: Pervers wird es, wenn Gärtner über den Begriff „Lügenpresse“ schwadroniert, der so alt sei wie die Presse selbst, zumindest wie die Zeitungen im heutigen Sinne, wo sie ein Massenpublikum hätten. „Die Nazis haben im Dritten Reich diesen Begriff verwendet, als sie die SPD-Presse angegriffen haben.“ Stimmt und deshalb nennt Markus Gärtner auch sein Buch so.