Schlagwörter

,

Landolf Ladig werden Sie nicht kennen, denn Landolf Ladig gibt es nicht. Dabei haben ihn gestern bei „Jauch“ alle gesehen: Björn Höcke
bjoern-hoecke
Höcke lebt im Dorf Bornhagen (Kirchplatz 26) im Landkreis Eichsfeld. Das letzte was man von Landolf Ladig gehört bzw. gelesen hat, stand auf der Seite der NPD Eichsfeld. Ich weiß, 404, aber in den Webarchiven steht:

    Landolf Ladig
    … Kennen Sie Bornhagen? Ich besuche es oft. Bornhagen ist ein ganz im Westen unseres schönen Freistaates gelegenes Dorf. Die Grenze zu Hessen ist hier tatsächlich nur den redewendlichen Steinwurf entfernt. Auf dem Berg über dem Dorf thront die weitbekannte Burg Hanstein. Sie gilt als eine der romantischsten Burgruinen Mitteldeutschlands. Nach der Besteigung des Burgbergs lockt die historische Herberge „Klausenhof“, 2007 & 2008 zum besten Gasthaus Thüringens gekürt, zur Einkehr. Mit viel Willen, Leidenschaft und Geschichtskenntnis hat die Gastwirtfamilie Röhrig hier ein gebäudliches Kleinod rekonstruiert. Das sichtbar umgesetzte Motto der Röhrigs prangt über dem Eingang des von ihnen auch aufgebauten Wurstmuseums: Im Heute das Gestern für das Morgen bewahren!
    Der dem Gasthaus gegenüber gelegene Hang ist mit einer kleinen protes­tan­ti­schen Kirche, einem alten Pfarrhaus und einer alten Schule bebaut …

Und nun raten Sie mal, wer in diesem alten Pfarrhaus wohnt? Genau: Björn Höcke mit Ehefrau Monika und Kindern.

Eigentlich stand obiger Text zuerst in der Eichsfeld-Stimme, einer NPD-Zeitung aus dem Nordland – Verlag, Dorfstr. 41, 37318 Fretterode. Der gehört Nadine Heise und das ist die Ehefrau von Thorsten Heise aus Eichsfeld.

Zwischenstand: Höcke in Eichsfeld, Ladig besucht oft Eichsfeld-Bornhagen, Heise in Eichsfeld. BTW: Heise war Mitglied der FAP, genau wie Frank Steffen, der die neue Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker vergangenen Samstag abgestochen hat.

Machen wir’s kurz: Die TAZ berichtet:

    Höcke hat bereits eingeräumt, den NPD-Kader Thorsten Heise zu kennen. Heise wohnt mit seiner Familie im Eichsfeld in einem Nachbardorf von Höcke. Dessen Familie mache einen guten Eindruck, meinte Höcke, und da komme man eben ins Gespräch. „Diese Kontakte zu Heise scheinen mit einer ideo­logischen Übereinstimmung einherzugehen“, sagt Kemper.
    Bei einer Analyse von einem Artikel eines „Landolf Ladig“ in dem von Heise herausgegebenen NPD-Blatt Eichsfeld-Stimme von 2012 fiel dem Sozial­wissenschaftler das ungewöhnliche Begriffspaar „organische Marktwirtschaft“ auf, das auch Höcke verwendet. Ausschließlich in diesem Artikel und bei Höcke fand sich diese Phrase, so Kemper.
    Auch in der neonazistischen Zeitschrift Volk in Bewegung, ebenfalls von Heise herausgegeben, fand sich ein Artikel von „Ladig“ aus dem Jahr 2012. Darin ist vom „Versöhnungswerk von Ökologie und Ökonomie“ und „der tatzeugenden Kraft einer Vision“ die Rede. Zwei Jahre später sprach Höcke von der „kraftspendenden Vision“ einer Wirtschaft, „die Ökologie und Ökonomie miteinander versöhnt“.

Wer dieser Kemper ist? Ein Blogger, der Höcke auf die NPD-Spur mit Landolf Ladig gekommen ist.
OK, Höcke kennt Heise und Landolf scheibt/schrieb für Heise, auch in des­sen Nazi-Postille „Volk in Bewegung„. Aber Höcke kennt Landolf nicht … sagt er … und als die AfD von ihm darüber eine eidesstattliche Erklärung will, kneift Höcke (SPIEGEL). Vielleicht besser so, denn ein Betrugsverfahren reicht ja (SPon).

Is ja auch Wurscht, denn Landolf Ladig ist just von der Bildfläche verschwun­den, als Björn Höcke mit seiner AfD in Thüringen auftauchte. Zufälle gibt’s (MDR).