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Am Dienstag, den 22. September 2015 begann endlich der Schauprozess gegen Nadija Sawtschenko vor dem Stadtgericht im kleinen russischen Donezk an der Grenze zur Ukraine. Der Andrang war enorm:
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Trotzdem fand der Prozess so gut wie unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, denn das Gericht hatte einen passenden Sitzungssaal gewählt. Ich habe mal zwei Bilder zusammenkopiert, damit Sie sich davon einen Eindruck machen kön­nen:
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Zur Orientierung habe ich Nadijas Schwester und zwei weitere Zuschauer auf den beiden Bildern miteinander durch gelbe Striche verbunden. Bei diesem in­ter­national beachteten „Mord“-Prozess ist Platz für 15 Zuschauer. Davon wa­ren zwei Dolmetscher, der ukrainische Konsul, der hier belustigt verfolgt, wie sich
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Nadijas Schwester mit den kostümierten Kosacken anlegt, wie einer von Nadijas Verteidigern auf Echo Moskau süffisant schreibt, mit denen der Raum „gefüllt“ wurde, damit sonst niemand in den Gerichtssaal gelangen konnte. Presse war im Saal nicht zugelassen. Die rund 50 Pressevertreter wurden in einen anderen, viel größeren Saal verbannt, in den die Verhandlung übertragen wurde. Auf zwei mickrigen Bildschirmen konnten die Medien dem Geschehen folgen. So ist auch dieses Video entstanden, das der Reporter von Espreso-TV vom Screen abgefilmt hat:

proz4Nadija steckte, wie in Russland üblich, im Käfig, aber diesmal hinter Panzerglas, nur per Mikrofon mit der Außenwelt und ihren drei Verteidigern ver­bun­den. Nadija plä­dier­te auf „nicht schuldig“ und er­klär­te laut­stark: „Ich bin Pi­lo­tin, kein Ar­til­le­rist! Ich bin Sol­dat, kein Mör­der!Nadija wird vor­geworfen, die Ko­ordina­ten an eine Mör­ser­stellung des Aydar-Batail­lons durch­gegeben zu haben, die dann den Beschuss ausgeführt haben soll, der zum Tod von zwei russischen embedded Reportern geführt hat. Nadija fordert einem Lügendetektortest unterzogen zu werden. Wie sie sich mit dem Würstchen von Staatsanwalt anlegt, können Sie hier sehen.

Das Gericht hat folgende nächsten Verhandlungstage festgesetzt: 29., 30. September, 1., 5.., 6., 7., 12., 14., 15., 19., 21., 22., 26., 28., den 29. Ok­to­ber, jeweils beginnend um 11:00 Uhr, damit die aus Moskau ein­flie­gen­den Ver­tei­diger die erste Maschine nach Rostow erwischen. Na, das ist doch fair, oder etwa nicht 👿
handkuss
Danke, Vladolf!