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putinstarrDie bei Russia Today im Si­no­wjew-Klub versammelten Vor­den­ker rus­si­scher Pro­pa­ganda haben sich oft an Francis Fukuyamas Buch “Ende der Geschichte” abgearbeitet. Eine dieser Betrachtungen habe ich mal in „Der Unipol“ seziert. Warum sich die rus­si­sche Propaganda so sehr an dem Buch reibt, liegt auf der Hand: Man fühlt sich als Loser. Aber ist die Ge­schich­te denn zu Ende?

Wo Menschen aufeinandertreffen, gibt es Wettbewerb. Das gilt für alle Ebenen, vom zwischenmenschlichen Bereich bis zum Kampf der Kulturen und Nationen. Wo gegeneinander gekämpft wird, da gibt es meist einen der verliert. Jeder Loser geht anders mit der Niederlage um. Nehmen wir Deutschland als Beispiel, spätestens seit dem 8. Mai 1945 der größte Loser der Geschichte. Für Nazi-Deutschland war an dem Tag wirklich die Geschichte zu Ende. Danach haben selbst fast alle Hardcore-Militaristen Deutschlands die Lektion gelernt: Scheiß auf Krieg … Frieden ist auch ganz schön … machen wir aus dem zer­trüm­mer­ten Rest, der uns geblieben ist, das Beste: Geld!

Als 45 Jahre später der Ostblock eingesehen hat, dass er gegen den Westen keine Chance hat, da zerfiel nicht nur der Warschauer Pakt, sondern auch sein Hegemon, die Sowjetunion. Nun hätten die Rest-Russen, immer im größ­ten Land der Erde, sagen können: Scheiß auf (kalten) Krieg, Frieden ist auch ganz schön … machen wir aus dem zertrümmerten Rest, der uns geblieben ist, das Beste: Geld! Hamse aber nicht, sondern sind in Selbst­mitleid ersoffen, oder haben ihr Selbstmitleid in Wodka ersoffen.

Irgendwie nachvollziehbar, wurde ihnen doch über 70 Jahre die Überlegenheit ihres real-sozialistischen Systems eingebläut. Für den arischen Herrenmenschen hatten die Nazis nur 12 Jahre Zeit. Über 70 Jahre, das ist schon was, fast ein ganzes Menschenleben, über zwei Generationen. Da bleibt schon was hängen und was hängengeblieben ist, das war die Sehnsucht nach alter Macht und Größe(nwahnsinn).
putin-bio
Diese Sehnsucht wurde gestillt, als die Vor­se­hung oder was anderes den Russen Vladimir Putin vor die Füße spülte. Eigentlich der ge­bo­re­ne Lo­ser, kleiner als Hitler und nur wenig größer als Napoleon, aber mit dem Ego dieser Vorbildloser ausgestattet. Ein Egomane dessen Biografie sinnvoll heißt: “От первого лица“ (Erste Person Einzahlhier finden Sie den Link zum Download – leider nur in Russisch).

Anstatt einen modernen, zivilisierten Staat aufzubauen, hat Putin seinen Untertanen weis­gemacht: Wir sind immer noch wer, oder wir sind wieder wer, oder, wie SPUTINKI heute jubilierend die Financal Times zitiert: „Putin macht Russland wieder zum Global Player„. Schön, dann ist die Geschichte doch noch nicht zu Ende. Geht es dann wieder von vorne los. Darf Russland wieder die sowjetische Rolle übernehmen: 17. Juni, Ungarn, CSSR, Polen? Ist die Krim, der Donbass und jetzt Syrien der Anfang des neuen russischen global play?

Schade wär’s, denn dieses Volk kann doch was, mehr als einem Führer hinterher laufen und ура!

schreien. Sie bauen die besten Raketen, leider nicht nur um die ISS zu ver­sor­gen, sondern auch um Atomwaffen zu verschießen. Sie können saugute Flug­zeuge konstruieren … leider nur im mili­tä­ri­schen Be­reich. Russland hat unendlich viele Bodenschätze und setzt diese als Waffe ein. Die unglaubliche Menge an begnadeten Musikern ist weltweit einmalig. Die russische Literatur war einmal ein Quell der Erleuchtung. Und heute?
2-bears
Das ist nicht mehr das Russland, das ich be­sucht und geliebt habe. Russland war immer schwer zu lieben, ja überhaupt erstmal zu ver­stehen. Hab’s trotzdem versucht, die Spra­che gelernt und sogar Chlebnikow gelesen 😯 OMG … aber selbst das war eher zu er­tra­gen als Pu­tin zuzuhören. Ich kann nur hof­fen, dass eine neue Vor­sehung der Ge­schich­te diesem wieder aufbrechenden russischen Krebs­ge­schwür ein baldiges Ende bereitet. Denn sonst … noch eine Krebs­sta­tion wird Russland nicht überleben.

Vorher drückt der irre Iwan im Kreml den roten Knopf.

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