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Wappen-DDRDie Erleuchtungen von Ossi Stefan haben mich dazu veranlasst, noch einmal in mich zu gehen … nein, nicht in mich, sondern einzutauchen in die Welt des Ossi-Blocks. Hier ein paar Impressionen aus der Gedankenwelt eines ewigen Ossis:

    Es begann 1990. TINA kam zu mir.
    Ich hatte keine Alternative. Ich schmiß sie raus. Sie kam immer wieder.
    Ich muß umziehen. Ich hasse ein Leben ohne Alternativen.
    ( Diese BRD ist so ungemütlich, wie eine Bushaltestelle. Alles ist verdreckt und kalt und niemand weiß, ob überhaupt ein Bus kommen wird. )

Das war vom 24. September, der vorerst letzte Gedanke des ewigen Ossis.

    Als Migrant, der sich nun schon seit fast 25 Jahren in der BRD aufhält, habe ich einen Entschluß gefaßt:
    Ich kehre in mein Heimatland zurück. Morgen stelle ich den Antrag. Angeblich werden die Flugkosten übernommen. Und es soll Starthilfen geben.
    Ich werde also in Berlin-Schönefeld in ein Flugzeug steigen, eine Weile fliegen und wieder in Schönefeld landen. Dann bin ich in der DDR. Ich muß unbedingt zurück.
    Ich war nur hier, um den Fachkräftemangel auszugleichen. Der ist jetzt behoben. Meine Aufgabe erfüllt. Ich bin ganz schön aufgeregt und weiß nicht, was mich in meiner Heimat erwartet. Drückt mir die Daumen.

Tja, so sind sie, die Ossis. Sie würden ja gern wieder zurück, wenn sie bloß wieder da landen, wo sie sind.

    Die Anziehungskraft des Westens beruht darauf, die Heimat der Andersdenkenden zu zerstören. Dann kommen sie. Dann müssen sie. Das ist alternativlos.
    Die Kapitaldemokratie und die Kapitalfreiheit werden niemals in der Lage sein, Menschen zu beachten. Das gehört nicht zum Spiel.
    Es wird viel geredet – über Freiheit, Menschenrechte, Wohlstand. Diese irreführenden Begriffe haben sogar einen Inhalt. Für die Reichen.
    Für alle Anderen nicht. Wir sind die Anderen. Großgeschrieben. Denn wir sind die graue Masse der Lohnsklaven, welche sich von diesem einem Prozent der Menschheit beherrschen läßt.
    Wir sind endlich wieder in der Steinzeit angekommen.

Das habe ich nicht verstanden, aber ich fand es trotzdem schön und wert zitiert zu werden.

    Es ist schon merkwürdig – diese Artikelflut mit Schuldzuweisungen an den Osten, der ja besetzt ist. Von den Nazis. Darum kam man so um 2001 auf die Idee eine Westpartei zu verbieten, die sich dort breit gemacht hatte.
    Schauen wir doch mal den Tatsachen ins Gesicht – und hören weniger auf die Hetzer aus dem Westen.
    Die NPD wurde 1964 in Hannover (BRD) gegründet. 1969 erreichte sie 4,3 Prozent bei der Bundestagswahl…
    1990, als die Nazi-Ossis mitwählen durften, waren es dann noch traurige 0,3 Prozent.

Ja wo hätte die NPD sonst gegründet werden können? Auf der freiheitlich demokratischen Unordnung des realistischen Sozialismus im Arbeiter- und Bauernpacks etwa? Aber egal, nehmen wir die 0,3% von Meister Ossi als Messlatte und fragen uns, was daraus geworden ist, bei welchen Wahlen die NPD da drüber gekommen ist:

1990 0,7 Sachsen
1992 0,9 BaWü
1996 0,4 Rheinland-Pfalz
1998 1,1 MeckPomm
1999 0,8 Berlin – 0,7 Brandenburg – 1,4 Sachsen
2000 1,0 Schleswig-Holstein
2001 0,9 Berlin – 0,5 Rheinland-Pfalz
2002 0,8 MeckPomm
2004 4,0 Saarland – 9,2 Sachsen
2005 0,9 Nordrhein-Westfalen – 1,9 Schleswig-Holstein
2006 2,6 Berlin – 7,3 MeckPomm – 1,2 Rheinland-Pfalz
2008 1,2 Bayern – 0,9 Hessen – 1,5 Niedersachsen
2009 2,5 Brandenburg – 0,9 Hessen – 1,5 Saarland – 5,6 Sachsen – 0,9 Schleswig-Holstein – 4,3 Thüringen
2010 0,7 Nordrhein-Westfalen
2011 1,0 Bawü – 2,1 Berlin – 1,6 Bremen – 0,9 Hamburg – 6,0 MeckPomm – 1,1 Rheinland-Pfalz – 4,6 Sachsen-Anhalt
2012 0,5 Nordrhein-Westfalen – 1,2 Saarland – 0,7 Schleswig-Holstein
2013 0,6 Bayern – 1,1 Hessen – 0,8 Niedersachsen
2014 2,2 Brandenburg – 4,9 Sachsen – 3,6 Thüringen

    Die BRDlinge sind seit 70 Jahren einer Propaganda ausgesetzt, die gefruchtet hat. Sie sind sich dessen nicht bewußt. Im Gegenteil.

Ist ein gewaschenes Gehirn vererblich? Ich glaube schon und deshalb lässt sich nobody von keinem Ossi erklären, was Demokratie und Freiheit ist. Viele Ossis haben es wohl inzwischen begriffen, aber viele davon leben nicht in Freital, Heidenau oder wo es sonst gerade brennt.